Diskussionsveranstaltung im DAZ

Rebuilding Aleppo

Seit Sommer 2012 ist die syrische Stadt Aleppo stark umkämpft. Vor den Kampfhandlungen lebten in Aleppo knapp 1,7 Millionen Einwohner – in den Vororten noch einmal rund 700.000. Damit ist die Stadt nach Damaskus die zweitgrößte Agglomeration Syriens. Inzwischen liegen weite Teile in Trümmern. Dabei ist die historische und teilweise bis zu 5.000 Jahre alte Altstadt ebenso betroffen wie  Neustadtgebiete.

Im Deutschen Architektur Zentrum DAZ findet auf Initiative des Vereins „Freunde der Altstadt von Aleppo“ am 22. April die englischsprachige Podiumsdiskussion „Rebuilding Aleppo“ statt, deren Ziel ist, zum einen Ideen und Strategien zum Wiederaufbau der Stadt auszuloten, als auch eine Fund-Raising-Kampagne zur Finanzierung der Vorhaben ins Leben zu rufen.

Die Initiatoren des Vereins, Mamoun Fansa, Archäologe und ehemaliger Direktor des Museums Natur und Mensch in Oldenburg, Lena Wimmer, Architektin und Wissenschaftlerin aus Berlin, und die Dresdner Architektin Carola Simon haben der Zeitschrift der architekt im Vorfeld der Veranstaltung ein Interview gegeben, in dem sie ihre Anliegen verdeutlichen. Fansa etwa unterstreicht: „Wenn wir alles aufgeben, haben wir die gesamte Identität aufgegeben. Ich will aber sehen, dass die Leute zurückkehren, sich an den Krieg und seine Folgen erinnern, und trotzdem nach vorne schauen und sagen: Das Haus will ich wieder aufbauen, da steckt meine Familiengeschichte drin.“ Nach den Strategien für einen möglichen Wiederaufbau der Stadt gefragt, betont Lena Wimmer: „Man muss nicht jeden Stein wieder genauso aufbauen, wie er zuvor war. Es geht vielmehr um wichtige Typologien in der Stadt: Zum Beispiel die Stadthäuser (Khans) in Aleppo mit ihren introvertierten Höfen, kleine Paradiese, die alle miteinander vernetzt sind. Diese Typologie in einem Umfeld, das starker Hitze ausgesetzt ist, beeinflusste das Leben.“ Carola Simon sekundiert: „Grundlegend ist es, die ursprüngliche Morphologie wieder aufzugreifen und zu spüren, was diese Stadt ausgemacht hat und wie man dies wieder zum Leben erwecken kann.“ Außerdem, so Simon weiter, sei es sehr wichtig, mit der Bevölkerung – sowohl den Geflohenen als auch der vor Ort – zusammenzuarbeiten. Das Gespräch wird in der architekt 2/16 „damnatio memoriae. zerstörtes erbe – verlorene identität“ ebenfalls am 22. April veröffentlicht.

Neben Fansa, Wimmer und Simon werden auf der Veranstaltung sprechen: Friederike Fless, Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, der Berliner Islamwissenschaftler Udo Steinbach und die Architektin und Wissenschaftlerin Franziska Laue. In zwei anschließenden Diskussionsrunden soll mit Fachleuten darüber gesprochen werden, mit welchen Akteuren und auf welcher Basis eine künftige Zusammenarbeit beim Wiederaufbau Aleppos vonstatten gehen könnte, sowie darüber, wie dieser Aufbau überhaupt gelingen kann.

Dka

Rebuilding ALEPPO*. Past . Present . Future
Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin
2. Hinterhof

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