Buch der Woche: Home Smart Home

Daueronline und ständig erreichbar

Voller Akku, voller Empfang, High-Speed Connection ins World Wide Web, daueronline und ständig erreichbar, „Alexa: Spiele meine Lieblingssongs“, Mittagessen bei Lieferando, später die neue Serie auf Netflix streamen und dabei endlos durch Instagram scrollen. Dass die virtuelle Welt mehr und mehr unser Leben einnimmt, ist kein Geheimnis mehr. Nicht nur beim Arbeiten, auch im Privaten, bei Freizeitaktivitäten und innerhalb der … Mehr lesen

Buch der Woche: Duplex Architekten

Wilde Reise des Wohnens

2007 gründeten Anne Kaestle und Dan Schürch in Zürich das Büro Duplex Architekten. Seit 2011 gibt es Standorte in Hamburg und Düsseldorf, die von Sarah Escher und Christof Weber geleitet werden, sowie seit 2020 ein Büro in Paris, das Henrik Siebenpfeiffer verantwortet. Mit „Duplex Architekten. Wohnungsbau neu denken“ legen Nele Dechmann und Ludovic Balland nun eine „Zeitreise durch die ersten … Mehr lesen

Buch der Woche: Care-Arbeit räumlich denken

Who cares?

John Kenneth Galbraith, einer der führenden Ökonomen des 20. Jahrhunderts, bemerkte 1973: „Die Verwandlung der Frauen in eine heimliche Dienerklasse war eine ökonomische Leistung ersten Ranges. Diener für niedere Arbeiten konnte sich nur eine Minderheit der vorindustriellen Gesellschaft leisten; im Zuge der Demokratisierung steht heute fast dem gesamten männlichen Bevölkerungsteil eine Ehefrau als Dienerin zur Verfügung.“ Die Beschäftigung von Gesinde, … Mehr lesen

Buch der Woche: Erich Mendelsohn

Zurück ans Tageslicht

Erich Mendelsohn ist Vielen bekannt als der Architekt einer „dynamischen Moderne“. Mit dem Einstein-Turm in Potsdam (1918–1924) oder den Kaufhäusern der Schocken-Kette und den dazugehörigen prägnanten Skizzen und Zeichnungen ist der 1887 im heutigen Olsztyn, dem damals ostpreußischen Allenstein, geborene Mendelsohn in die Architekturgeschichte eingegangen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte er bei Theodor Fischer in München Architektur. Gemeinsam mit Walter … Mehr lesen

Buch der Woche: Das Garagenmanifest

Erlebte Räume

Während in der Mitte der deutschen Hauptstadt eine Schlosshülle mit zweifelhaften Inschriften und in Teilen mindestens zweifelhaften Finanziers als museales Forum dienen soll, wird immer mehr klar, welch unfassbare Verschwendung von Ressourcen hier vonstatten gingen: gedankliche, materielle und geschichtliche. Schmerzlich wird deutlich, wie gut die inzwischen zwanzig Jahre zurückliegende Zwischennutzung des Palasts der Republik war, der hier einst stand. Der … Mehr lesen

Buch der Woche: Flämische Architektur

Feier der Teilhabe

Der Sänger Stromae ist ein gutes Beispiel für Vielschichtigkeit und Missverständnisse, die sich durch Brüche ausdrücken: Seine heiteren, zwischen Hip Hop, modernem Chanson und Electro changierenden Melodien täuschen, gerade wenn man des Französischen nicht mächtig ist, über die Ernsthaftigkeit der Themen hinweg, die er in seinen Texten behandelt. Soziale und ökonomische Zwänge, die wir im Tanzen verdrängen, das Aufwachsen ohne … Mehr lesen

Buch der Woche: Eine Stadt wird bunt

Radikal demokratisierte Kultur

Was sich international präzise mit dem 11. August 1973 datieren und räumlich in der New Yorker Bronx verorten lässt, ist in Deutschland weniger genau zu taxieren: die Geburtsstunde von Hip Hop, der heute weltweit dominierenden Jugendkultur. Rap und von Rap geprägte andere Formen der Popmusik sind allgegenwärtig, Breakdance hat seine Spuren in den Choreografien der größten internationalen Musikstars ebenso hinterlassen … Mehr lesen

Buch der Woche: Spolien

Fremde Federn

Der Tag, an dem 1989 die Mauer fiel und sich das Ende der DDR ankündigte, war ironischerweise der gleiche, der von eben diesem Regime als eine Art Gründungsmythos zelebriert wurde: Am 9. November 1918, nach der Novemberrevolution, die den Kaiser seine Krone kostete, rief Karl Liebknecht die Republik aus. Er stand dabei, so will es die Legende, vis-à-vis dem Lustgarten … Mehr lesen

Buch der Woche: Die Sanierung der Neuen Nationalgalerie

Erlebte Geschichte

Der Ort, so ist immer wieder zu hören, spielt eine zentrale Rolle in der Architektur. Ohne den Ort und den ihn umwehenden Geist ist Architektur vielleicht denkbar, aber nicht recht realisierbar. Die Neue Nationalgalerie ist ein vortreffliches Beispiel, diese These gleichermaßen zu be- wie widerlegen. Der Architekt des ikonisch verehrten Museumsbaus unweit des Berliner Landwehrkanals, Ludwig Mies van der Rohe, … Mehr lesen

Buch der Woche: Mit dem Boden verbunden

Diggin’ in the Crates

Für die Entstehung von Hip-Hop war „Digging“ ein zentrales Motiv. Bis in die 1990er-Jahre stand Musik vor allem auf Tonträgern wie Schallplatten zur Verfügung. Die zumeist aus ökonomisch prekären Verhältnissen stammenden Musikerinnen und Musiker des Hip-Hop konnten sich weder neue Schallplatten leisten, noch für ihre Produktionen mit Live-Bands im Studio arbeiten – Musikstreaming und music– oder loop-libraries waren noch nicht … Mehr lesen