Buch der Woche: Neue Heimat

Zeit für Utopien

„Unsere größte Sorge ist, dass einmal die Baukonjunktur abreißt.“ Gesagt hat das Heinrich Plett, vor genau 60 Jahren. Plett hatte für die ihm unterstellte Wohnungsbaugesellschaft ein Geschäftsmodell entwickelt, das neben Fremdfinanzierung vor allem auf dauerhaftes Wachstum und damit einhergehende stetig hohe Wohnungsnachfrage angewiesen war. „Mit Eigenkapital zu bauen, ist keine Kunst. Das kann jeder Dummkopf. Wir bauen unsere Häuser mit … Mehr lesen

Buch der Woche

Alte Fragen – Neue Heimat

Das gemeinnützige Wohnbauunternehmen „Neue Heimat“ hat wie kein anderes den Wohn- und Städtebau der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre hinein beeinflusst. Wenngleich man die städtebaulichen und architektonischen Ideale, die der wegweisende Immobilienkonzern verfolgte, heute mitunter kritisch betrachtet und auch der Untergang der Neuen Heimat 1987 ein Scheitern auf vielen Ebenen darstellte, möchte Michael Mönninger in seiner Publikation „Neue Heime … Mehr lesen

Buch der Woche: Neuperlach ist schön

Platten-Potential

„Neuperlach ist schön“ – wie zur stolzen Bestätigung dieses Titel-Statements wirkt die 700 Seiten starke und gefühlt fünf Kilo schwere Publikation wie eine Papier gewordene Manifestation besagter Münchner Großwohnsiedlung. Doch auch der Inhalt des Buches zeigt: Optimismus gegenüber der Weiterentwicklung von Plattenbauquartieren ist angesichts des Wohnungsmangels nicht nur notwendig, sondern bringt auch enormes entwerferisches Potential mit sich. Der monumentale Band, … Mehr lesen

Filmvorführung zum Pruitt-Igoe im ZfBK Sachsen

Verfallsmythos

Das Zentrum für Baukultur Sachsen zeigt am 14. November den Dokumentarfilm „The Pruitt-Igoe Myth: An Urban History“ von Chad Freidrichs, der sich mit dem sozialen Wohnungsbau der Nachkriegszeit in den USA beschäftigt. Ausgangspunkt ist dabei die Siedlung Pruitt-Igoe in St. Louis, Missouri, die durch ihre Sprengung zu einem Sinnbild für das vermeintliche Scheitern der architektonischen Moderne erklärt wurde. Nachdem der … Mehr lesen

Finissage Wanderausstellung „Neue Standards“

Zehn Thesen in Mainz

Schon elf Stationen in Deutschland und Österreich hat die Ausstellung „Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen“ in den letzten zwei Jahren durchlaufen, darunter München, Köln, Dresden, Nürnberg, Linz und Stuttgart. Die vom Bund Deutscher Architekten BDA erstmals in Berlin gezeigte Ausstellung läuft zurzeit in Mainz, an ihrem letzten Standort und ist noch bis zur Finissage am 26. Oktober zu sehen. … Mehr lesen

Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin

Grund zu Wohnen

Wer sich mit Wohnbau beschäftigt, muss sich zwangsläufig auch mit den Grundrissen auseinandersetzen, innerhalb derer sich das Leben der Bewohner abspielen soll. Die Ansprüche können hier durchaus auseinanderdriften: Soll das Raumgefüge die größtmögliche Entfaltung bieten? Sollte es möglichst kompakt sein, um so viele Wohnungen wie möglich zu schaffen? Oder muss der Wohnraum möglichst flexibel sein, um unterschiedlichen Lebensphasen und Wohnkonzepten … Mehr lesen

Ausstellung im Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne

Wohnen in Bayern

In den letzten hundert Jahren war steigender Wohnungsbedarf immer wieder Thema, meist nur zeitversetzt konnte die Baupolitik darauf reagieren. Eine Ausstellung im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne zeigt nun, wie sich Fragen um das Wohnen in den Jahren von 1918 bis 2018 im Freistaat Bayern entwickelt haben und welche architektonischen Antworten daraus hervorgegangen sind. Dabei sollen … Mehr lesen

Buch der Woche: Vom Leben in Großwohnsiedlungen

Tatsachen aus Beton

Die Großwohnsiedlung Grünau in Leipzig, die in den 1970er und 1980er Jahren errichtet wurde, gehört zu den größten Plattenbaukomplexen der ehemaligen DDR und kämpfte, wie viele ihrer Art, seit den 1990er Jahren mit stetig sinkenden Einwohnerzahlen und steigendem Altersdurchschnitt. Erst seit dem vor wenigen Jahren beginnenden Leipzig-Boom kann der Stadtteil wieder leichten Zuwachs verzeichnen. Nach dem Abriss einiger Bauten des … Mehr lesen

Spaziergänge mit Heiner Farwick

Am Schwanenspiegel

Regen in Düsseldorf: Heiner Farwick, alter und neuer Präsident des BDA, und Andreas Denk, Chefredakteur dieser Zeitschrift, hatten die Hoffnung auf ein Gespräch im Freien schon aufgegeben, als der Himmel doch etwas aufklarte. Der Weg ist schnell ausgemacht: Kaiserteich und Schwanenspiegel, die beiden Gewässer, die der Fluss Düssel hier am ehemaligen Ständehaus bildet, sollen umrundet werden. Natürlich geht es im … Mehr lesen

kern und these

Wohnen umfassend denken

Als sich im Herbst 2015 die Situation in Deutschland aufgrund der hohen Zahl Geflüchteter zugespitzt hatte, wurde auch der Blick auf den Wohnungsmarkt geschärft. Doch die Lage dort war schon vorher aus der Balance geraten, es wurde nur intensiver wahrgenommen, was lange absehbar war. So finden wir uns im Herbst 2017, nachdem sich die Zahl der Geflüchteten, die bei uns … Mehr lesen