Kulisse und Substanz

Rundum selbständig

Villa F, Titmaringhausen Mit dem Jahresthema „Kulisse und Substanz“ nimmt der BDA sich 2019 den drängenden Fragen rund um die Themen Ökologie und Verantwortung an. Dabei steht die Diskussion im Vordergrund, welche Maßnahmen uns dabei helfen können, die Effekte des Klimawandels zu gestalten, und welche Eingriffe, Postulate oder Moden nur Kulisse bleiben. Im Dezember letzten Jahres hat der architekt gemeinsam … Mehr lesen

Buch der Woche: Farbe räumlich denken

Bunter bauen

Farbe ist nicht unbedingt ein Hauptthema in der Architektur und wird oft eher als oberflächliche Maßnahme begriffen. So kommt sie doch meistens erst durch einen finalen Anstrich an ein Bauwerk und Anstriche müssen bekanntermaßen regelmäßig erneuert werden. Hinzu kommt, dass sich die Wahrnehmung von Farben verändern kann, da sie besonders stark Moden unterworfen sind. So galten die orange-braunen Musterorgien der … Mehr lesen

Eileen Gray-Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin

Schneckenhaus der Moderne

Während in Deutschland 1927 die Stuttgarter Weißenhofsiedlung unter der Leitung von Mies van der Rohe errichtet wurde, baute die irische Designerin Eileen Gray als eine der wenigen Frauen jener Zeit ihr erstes Haus an der französischen Riviera. „E.1027“ lautet der Name des meisterhaften kleinen Ferienhauses. In der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz ist nun eine Rekonstruktion des „Master … Mehr lesen

Buch der Woche: Eventisierung der Stadt

Konfetti und Kommerz

Die Stadt ist immer mehr ein Schauplatz von Ökonomisierung – das konstatieren Soziologen bereits seit Jahrzehnten. Neben der zunehmenden Privatisierung und Kommerzialisierung wird dabei auch auf die Eventisierung der Stadt hingewiesen: Gemeint ist die Entwicklung einer Eventkultur, im Rahmen derer Ereignisse und Erlebnisse eine immer größere Rolle spielen und auch als Teil eines unternehmerisch denkenden Stadtmarketings geschaffen, gelenkt und gefördert … Mehr lesen

Buch der Woche: Der Himmel unter West-Berlin

Underground Pop

Wie schön muss es gewesen sein, als man beim Bau der ersten U-Bahnsysteme realisierte, dass damit nun eine bisher unbekannte Gattung des öffentlichen Raums gestalterisch bespielt werden konnte. Durch die mit dem unterirdischen Verkehrsmittel verbundenen, neuen räumlichen Situationen – Eingänge, Treppen, Verteilerebenen und Bahnsteige – tat sich hier eine völlig neuartige Typologie auf, die fast ausschließlich aus einem abgekapselten „Innen“ … Mehr lesen

Buch der Woche: Moholy-Nagys „Von Material zu Architektur“

Bauhausbücher revisited

Der Berliner Gebrüder Mann Verlag hat im Bauhausjahr drei der bekanntesten Bauhausbücher neu gedruckt. Wir werfen einen Blick auf László Moholy-Nagys Buch „Von Material zu Architektur“ aus dem Jahr 1929 – eine Art Lehrbuch, in dem der berühmte Bauhauslehrer seine Methodik und Denkweise erläutert. Als Leiter des Vorkurses, einer breit aufgestellten Grundausbildung, die alle Schüler durchlaufen mussten, entwickelte er einen … Mehr lesen

Buch der Woche

Alte Fragen – Neue Heimat

Das gemeinnützige Wohnbauunternehmen „Neue Heimat“ hat wie kein anderes den Wohn- und Städtebau der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre hinein beeinflusst. Wenngleich man die städtebaulichen und architektonischen Ideale, die der wegweisende Immobilienkonzern verfolgte, heute mitunter kritisch betrachtet und auch der Untergang der Neuen Heimat 1987 ein Scheitern auf vielen Ebenen darstellte, möchte Michael Mönninger in seiner Publikation „Neue Heime … Mehr lesen

Buch der Woche: Neuperlach ist schön

Platten-Potential

„Neuperlach ist schön“ – wie zur stolzen Bestätigung dieses Titel-Statements wirkt die 700 Seiten starke und gefühlt fünf Kilo schwere Publikation wie eine Papier gewordene Manifestation besagter Münchner Großwohnsiedlung. Doch auch der Inhalt des Buches zeigt: Optimismus gegenüber der Weiterentwicklung von Plattenbauquartieren ist angesichts des Wohnungsmangels nicht nur notwendig, sondern bringt auch enormes entwerferisches Potential mit sich. Der monumentale Band, … Mehr lesen

Buch der Woche: Übersetzte Architekturen

Loos im Bild

Eine schwarz-weiße Fotografie, aufgenommen um 1928: Drei Männer und eine Frau stehen Arm in Arm auf einer sonnigen Terrasse und blicken gut gelaunt in die Kamera, die Kleidung der vier lässt sich leicht auf die 1920er Jahre datieren. Der Bau hinter der Gruppe dagegen könnte durchaus aktuell sein, weiße ornamentlose Fassade und schlichte, schnurgerade Geländer. Im Hintergrund sind noch Bauarbeiter … Mehr lesen

Buch der Woche: Makeover

Verwandlungen

Viele Bauten, die wir heute als architektonische Ikonen verehren, wie etwa das Schloss Versailles oder den Kölner Dom, sind das Ergebnis Jahrhunderte währender Umbau-, Ausbau-, Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen. Der vermeintlich homogene Bau ist dabei eigentlich eine Zusammensetzung von komplexen Schichten, die ohne Expertenblick kaum voneinander zu trennen sind. Bei vielen jüngeren Beispielen des Umbaus stehen Ergänzungen und Ausbauten dem Bestand … Mehr lesen