Buch der Woche: Übersetzte Architekturen

Loos im Bild

Eine schwarz-weiße Fotografie, aufgenommen um 1928: Drei Männer und eine Frau stehen Arm in Arm auf einer sonnigen Terrasse und blicken gut gelaunt in die Kamera, die Kleidung der vier lässt sich leicht auf die 1920er Jahre datieren. Der Bau hinter der Gruppe dagegen könnte durchaus aktuell sein, weiße ornamentlose Fassade und schlichte, schnurgerade Geländer. Im Hintergrund sind noch Bauarbeiter … Mehr lesen

Buch der Woche: Makeover

Verwandlungen

Viele Bauten, die wir heute als architektonische Ikonen verehren, wie etwa das Schloss Versailles oder den Kölner Dom, sind das Ergebnis Jahrhunderte währender Umbau-, Ausbau-, Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen. Der vermeintlich homogene Bau ist dabei eigentlich eine Zusammensetzung von komplexen Schichten, die ohne Expertenblick kaum voneinander zu trennen sind. Bei vielen jüngeren Beispielen des Umbaus stehen Ergänzungen und Ausbauten dem Bestand … Mehr lesen

Buch der Woche

Brandolinis Design Poker

Lackierte Metallrohre, schrille Farben, geometrische Grundformen in extravaganten Zusammenstellungen und kontrastierende Materialkombinationen – das alles gehört zum Repertoire des postmodernen Produktdesigns. Auch Andreas Brandolini begann seine Karriere in dieser gestalterischen Atmosphäre des Antifunktionalismus, in der man den sauberen und emotionslosen Erzeugnissen der Moderne ungebremste Kreativität und Humor entgegensetzen wollte. Eine Publikation zu dem 1951 in Leipzig geborenen Gestalter zeigt seine … Mehr lesen

Buch der Woche: Sigrid Neubert

Chronistin der Nachkriegsmoderne

„Die Architektur habe ich am liebsten im Licht des Schwarz-Weiß gesehen“ schrieb die Fotografin Sigrid Neubert in einer ihrer Selbstreflexionen. Eine Monographie von Frank Seehausen liefert nun ein Panorama über Neuberts Architekturfotografie und eröffnet damit nebenbei einen Einblick in die bundesrepublikanische Architektur der 1950er bis 1980er Jahre. Sigrid Neubert, geboren 1927 in Tübingen, hatte nach ihrem Studium der Fotografie in … Mehr lesen

der architekt 3/18

verdrängte substanz

zum denkmalwert häuslicher infrastrukturen Die reine Lehre der Denkmalpflege weicht erheblich ab von den Methoden der sogenannten praktischen Denkmalpflege. Einige der Diskrepanzen ergeben sich aus unüberwindbaren physischen Widerständen, einem stillen Pragmatismus oder auch aus Gründen der Weltanschauung. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Theorie der Praxis vorausgeht oder doch zumindest die Grundlagen für die Praxis legt. Als Untersuchungsfeld … Mehr lesen

Elina Potratz

Bauhaus Archäologie

Das Bauforschungsarchiv in Dessau Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die teilzerstörte ikonische Stahl-Glas-Vorhangfassade des Bauhausgebäudes in Dessau durch eine kasernenartige Lochfassade ersetzt. Erst in den 1960er und 1970er Jahren wurde der Bau saniert und damit stückweise in das ursprüngliche transparente Erscheinungsbild zurückversetzt. Bei diesen, auf das äußere Bild fixierten Umbauten wurde jedoch auch ein beachtlicher Teil der noch erhaltenen Original-Substanz … Mehr lesen

Von den Pyramiden bis heute

Der Glaube an Größe

Die neu erschienene Publikation „Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne“ widmet sich den Megabauten der sechziger und siebziger Jahre und zeigt dabei die unterschiedlichen Denkansätze, nach denen man die gewaltigen Bauwerke konzipierte und gestaltete. Die Autorin Sonja Hnilica macht damit deutlich: Die schiere Größe in der Nachkriegsarchitektur wurde bislang zu Unrecht vernachlässigt. Für Verächter der großmaßstäblich … Mehr lesen

Van Bo Le-Mentzel im Gespräch mit David Kasparek

Klein statt Groß

Von der Wichtigkeit des Hinterfragens Van Bo Le-Mentzel (*1977), geboren in Laos, wuchs in Berlin auf, wo er an der Beuth Hochschule für Technik Architektur studierte. Bekannt wurde er unter dem Motto „Konstruieren statt Konsumieren“ mit der Entwicklung der Hartz-IV-Möbel zum Selbstbau mit geringem Kostenaufwand. 2015 initiiert Van Bo Le-Mentzel die Tiny House University als ein Berliner Kollektiv aus Gestaltern, … Mehr lesen

Film der Woche: Peter Zumthor

Zu sensibel

Peter Zumthor gehört zu jenen Architekten, die als Person und in ihrem Auftreten besonders große mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zumthors klare und prägnant formulierte Positionen, die er mit großem Selbstbewusstsein und zugleich betonter Bescheidenheit vorträgt, eine gewisse Ruhe, die durch den bedächtigen Schweizer Dialekt untermalt wird – all dies bestärkt das Bild des charismatischen und scharfsinnigen Zeitgenossen. Es scheint … Mehr lesen

Buch der Woche: Vom Leben in Großwohnsiedlungen

Tatsachen aus Beton

Die Großwohnsiedlung Grünau in Leipzig, die in den 1970er und 1980er Jahren errichtet wurde, gehört zu den größten Plattenbaukomplexen der ehemaligen DDR und kämpfte, wie viele ihrer Art, seit den 1990er Jahren mit stetig sinkenden Einwohnerzahlen und steigendem Altersdurchschnitt. Erst seit dem vor wenigen Jahren beginnenden Leipzig-Boom kann der Stadtteil wieder leichten Zuwachs verzeichnen. Nach dem Abriss einiger Bauten des … Mehr lesen