Buch der Woche: Neue Heimat

Zeit für Utopien

„Unsere größte Sorge ist, dass einmal die Baukonjunktur abreißt.“ Gesagt hat das Heinrich Plett, vor genau 60 Jahren. Plett hatte für die ihm unterstellte Wohnungsbaugesellschaft ein Geschäftsmodell entwickelt, das neben Fremdfinanzierung vor allem auf dauerhaftes Wachstum und damit einhergehende stetig hohe Wohnungsnachfrage angewiesen war. „Mit Eigenkapital zu bauen, ist keine Kunst. Das kann jeder Dummkopf. Wir bauen unsere Häuser mit … Mehr lesen

Buch der Woche: Neuperlach ist schön

Platten-Potential

„Neuperlach ist schön“ – wie zur stolzen Bestätigung dieses Titel-Statements wirkt die 700 Seiten starke und gefühlt fünf Kilo schwere Publikation wie eine Papier gewordene Manifestation besagter Münchner Großwohnsiedlung. Doch auch der Inhalt des Buches zeigt: Optimismus gegenüber der Weiterentwicklung von Plattenbauquartieren ist angesichts des Wohnungsmangels nicht nur notwendig, sondern bringt auch enormes entwerferisches Potential mit sich. Der monumentale Band, … Mehr lesen

Christoph Mäckler

Funktion als städtebauliches Leitbild

Bedeutung und Kritik Im städtischen Raum der europäischen Stadt kommt der Funktion des Hauses eine besondere Bedeutung zu, die sich schon im Gebrauch unserer Sprache und der vielfältigen Zusammensetzung des Wortes „Haus“ erkennen lässt. Mit dem Begriff Wohnhaus wird die grundlegende Funktion des Hauses zum Ausdruck gebracht. Die deutsche Sprache differenziert aber noch sehr viel feiner: so lässt sich das … Mehr lesen

Projekt der TU München zu Großsiedlung

Neuperlach ist schön!

Die Großwohnsiedlung Neuperlach im Südosten Münchens ist landläufig nicht unbedingt für ihre Schönheit bekannt, sondern oftmals mit negativen Klischees und Vorurteilen beladen. Viele verbinden Kriminalität und Monotonie mit dem Stadtteil, der zur Entlastung der schwierigen Wohnungssituation in München seit Ende der 1960er Jahre gebaut wurde. Ein Forschungsprojekt der TU München präsentiert nun am 12. Dezember zum 50. Geburtstag der „Entlastungsstadt“ … Mehr lesen

Ausstellung im Architekturmuseum der TU München

Mehr als Märchen

Ludwig II. von Bayern war süchtig nach dem Bauen, dies behauptet zumindest der Psychiater Heinz Häfner, der intensiv zur Persönlichkeit des „Märchenkönigs“ geforscht hat. Tatsächlich häufte der König im Laufe seiner Herrschaft einen gewaltigen Schuldenberg an, insbesondere für seine heute oftmals als Kitsch empfundenen Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Jedoch wurden unter seiner Ägide auch andere Bauaufgaben verfolgt, darunter so … Mehr lesen

Buch der Woche: Sigrid Neubert

Chronistin der Nachkriegsmoderne

„Die Architektur habe ich am liebsten im Licht des Schwarz-Weiß gesehen“ schrieb die Fotografin Sigrid Neubert in einer ihrer Selbstreflexionen. Eine Monographie von Frank Seehausen liefert nun ein Panorama über Neuberts Architekturfotografie und eröffnet damit nebenbei einen Einblick in die bundesrepublikanische Architektur der 1950er bis 1980er Jahre. Sigrid Neubert, geboren 1927 in Tübingen, hatte nach ihrem Studium der Fotografie in … Mehr lesen

Buch der Woche: Fotografien von Klaus Kinold

Grammatik eines reichen Werks

Klaus Kinold, Jahrgang 1939, fotografierte schon während seines Architekturstudiums bei Rudolf Büchner und Egon Eiermann an der damaligen TH Karlsruhe. Als er sein Studium 1968 abschloss, wandte er sich gänzlich der Fotografie zu, fokussierte dabei mit dem Blick eines Architekten vor allem Gebautes. Man kann sich vorstellen, welch immenses Archiv in den letzten fünfzig Jahren angewachsen sein muss. Für den … Mehr lesen

Kolloquium an der TU München

Altes neu denken

Wieso nicht das Bestehende erhalten, um- oder weiternutzen anstatt wie selbstverständlich neu zu bauen? Das Prinzip der Wiederverwertung von Materialien ist inzwischen auch in der Architektur ein bedeutsames Thema. Im Rahmen des Projekts reused.TUM, einer Lehr- und Forschungsinitiative der Fakultäten Architektur und BauGeoUmwelt der Technischen Universität München, findet am 16. November ein interdisziplinäres Kolloquium statt, bei dem aus wissenschaftlicher und … Mehr lesen

Kunstprojekt in München Hasenbergl

Weg vom Stigma

Die Großwohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne leiden oftmals nicht nur unter tatsächlichen sozialen und infrastrukturellen Problemen, sondern auch unter ihrer Stigmatisierung innerhalb der jeweiligen Stadtbevölkerung, die viele Schwierigkeiten fördern und zementieren kann. So erging es beispielsweise dem Münchener Stadtviertel Hasenbergl, das trotz zahlreicher zufriedener Bewohner bis heute mit einem sehr schlechten Ruf zu kämpfen hat. Im Rahmen eines Kunstprojekts von Pia Lanzinger … Mehr lesen

kritischer raum

Schankopfer in der Bierkirche

Das Gasthaus Donisl von Hild und K Architekten in München, 2013 – 2015 „Die Sach’ ist durch“ soll Theres Wildmoser 2012 gesagt haben. Die damals 73-jährige Wirtsfrau, Witwe des schillernden „Mannsbilds“ Karl-Heinz Wildmoser – lange Zeit Präsident der Münchner „Löwen“, Donisl-Wirt und vom Bestechungsgeld-Skandal um die Münchner „Allianz-Arena“ schwer angeschlagener Geschäftsmann –, kommentierte so das Auslaufen ihres Pachtvertrags für den „Donisl“ nach … Mehr lesen