Buch der Woche: Das Garagenmanifest

Erlebte Räume

Während in der Mitte der deutschen Hauptstadt eine Schlosshülle mit zweifelhaften Inschriften und in Teilen mindestens zweifelhaften Finanziers als museales Forum dienen soll, wird immer mehr klar, welch unfassbare Verschwendung von Ressourcen hier vonstatten gingen: gedankliche, materielle und geschichtliche. Schmerzlich wird deutlich, wie gut die inzwischen zwanzig Jahre zurückliegende Zwischennutzung des Palasts der Republik war, der hier einst stand. Der … Mehr lesen

Buch der Woche: Flämische Architektur

Feier der Teilhabe

Der Sänger Stromae ist ein gutes Beispiel für Vielschichtigkeit und Missverständnisse, die sich durch Brüche ausdrücken: Seine heiteren, zwischen Hip Hop, modernem Chanson und Electro changierenden Melodien täuschen, gerade wenn man des Französischen nicht mächtig ist, über die Ernsthaftigkeit der Themen hinweg, die er in seinen Texten behandelt. Soziale und ökonomische Zwänge, die wir im Tanzen verdrängen, das Aufwachsen ohne … Mehr lesen

Buch der Woche: Wohnbauten von Oskar Pixis in München

Ins Licht!

Architektur ist nie das Werk Einzelner. Je größer die Bauaufgaben, desto umfänglicher die Teams, die sie bewältigen, desto mehr Mitarbeitende in den Büros. In der Rezeption aber wird all das immer wieder verkürzt. Die Gründerinnen und Gründer der Büros stehen dabei im Fokus, ihr Team rückt in den Hintergrund. Was heute gilt, war auch früher schon so. Eine von Rainer … Mehr lesen

Buch der Woche: Eine Stadt wird bunt

Radikal demokratisierte Kultur

Was sich international präzise mit dem 11. August 1973 datieren und räumlich in der New Yorker Bronx verorten lässt, ist in Deutschland weniger genau zu taxieren: die Geburtsstunde von Hip Hop, der heute weltweit dominierenden Jugendkultur. Rap und von Rap geprägte andere Formen der Popmusik sind allgegenwärtig, Breakdance hat seine Spuren in den Choreografien der größten internationalen Musikstars ebenso hinterlassen … Mehr lesen

Buch der Woche: Spolien

Fremde Federn

Der Tag, an dem 1989 die Mauer fiel und sich das Ende der DDR ankündigte, war ironischerweise der gleiche, der von eben diesem Regime als eine Art Gründungsmythos zelebriert wurde: Am 9. November 1918, nach der Novemberrevolution, die den Kaiser seine Krone kostete, rief Karl Liebknecht die Republik aus. Er stand dabei, so will es die Legende, vis-à-vis dem Lustgarten … Mehr lesen

Buch der Woche: Die Sanierung der Neuen Nationalgalerie

Erlebte Geschichte

Der Ort, so ist immer wieder zu hören, spielt eine zentrale Rolle in der Architektur. Ohne den Ort und den ihn umwehenden Geist ist Architektur vielleicht denkbar, aber nicht recht realisierbar. Die Neue Nationalgalerie ist ein vortreffliches Beispiel, diese These gleichermaßen zu be- wie widerlegen. Der Architekt des ikonisch verehrten Museumsbaus unweit des Berliner Landwehrkanals, Ludwig Mies van der Rohe, … Mehr lesen

Buch der Woche: Mit dem Boden verbunden

Diggin’ in the Crates

Für die Entstehung von Hip-Hop war „Digging“ ein zentrales Motiv. Bis in die 1990er-Jahre stand Musik vor allem auf Tonträgern wie Schallplatten zur Verfügung. Die zumeist aus ökonomisch prekären Verhältnissen stammenden Musikerinnen und Musiker des Hip-Hop konnten sich weder neue Schallplatten leisten, noch für ihre Produktionen mit Live-Bands im Studio arbeiten – Musikstreaming und music– oder loop-libraries waren noch nicht … Mehr lesen

Buch der Woche: Lederer Ragnarsdóttir Oei 2

Gegen den Bullshit

2013 veröffentlichte der US-amerikanische Ethnologe und Anthropologe David Graeber im französischen Magazin „Strike!“ den Artikel „On the Phenomenon of Bullshit Jobs: A Work Rant“ – auf deutsch „Über das Phänomen der Bullshit-Jobs“. Der im letzten Jahr verstorbene Graeber war Wirtschaftsprofessor an der London School of Economics and Political Science, den Essay baute er nach zahlreichen Diskussionen und Zuschriften bis 2018 … Mehr lesen

Buch der Woche: Im Schatten von Design

Zur dunklen Seite der Gestaltung

Marc Newson ist einer der einflussreichsten Designer unserer Tage. Von der Apple Watch über Stifte für Hermes, Küchengeräte für Smeg oder Sunbeam, Schuhe für Nike und Kameras für Leica bis hin zum Markenauftritt der Airline Qantas gibt es kaum etwas, das der 1963 geborene Newson nicht gestaltet hätte. Marc Newson ist auch aus anderen Gründen eine Ausnahmeerscheinung. Als einer der … Mehr lesen

Buch der Woche: Architektur und Faschismus

Architektur, mit der man Nashörner vertreiben könnte

Schon der Anfang ist toll. Die ersten 15 Seiten von Frederike Lauschs Buch „Faschismus und Architektur“ sind nichts anderes als das Faksimile der handschriftlichen Notizen eines der wirkmächtigsten Architekten der bundesdeutschen Nachkriegsjahre, der seine Eindrücke eines Besuchs beim Baumeister des NS-Staats festhält. Max Bächer hat Albert Speer 1973 bei ihm Zuhause in Heidelberg besucht und seine Impressionen danach festgehalten. Nicht … Mehr lesen