Buch der Woche: Die Industriearchitektur Albert Kahns

Architektonischer Fordismus

Geschichte wird gemacht. Darauf haben in der Vergangenheit viele hingewiesen. Dinge passieren zwar mehr oder minder einfach so, ob und wie sie rezipiert werden, darüber entscheiden jedoch Einzelpersonen oder schlicht der Zufall. Der Architekt Albert Kahn ist in diesem Kontext eine Art Paradebeispiel für die Wirkmächtigkeit Einzelner. In den 1920er-Jahren wird seine Industriearchitektur von den Apologeten des Neuen Bauens in … Mehr lesen

Buch der Woche: Leipzig. Architektur und Städtebau 1945 – 1976

Visionen aus der Schublade

Neben Berlin gehörte Leipzig vor dem Zweiten Weltkrieg mit rund 700.000 Einwohnern nicht nur zu den größten Städten des Deutschen Reiches, sondern nahm als Standort von Messe, Industrie und einer Universität eine bedeutende Stellung im Land ein. Während es unmittelbar nach dem Krieg vornehmlich galt, die stark zerstörten Teile Leipzigs wiederaufzubauen, ging es danach auch zunehmend darum, baulich und stadträumlich … Mehr lesen

Buch der Woche: Critical Care

Anschlussfähig

Der Klimawandel ist lange bekannt. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es von John Tyndall erste Berechnungen zu Treibhauseffekten, in den 1960er- und 1970er-Jahren verdichten sich die Warnungen, etwa von Michail Iwanowitsch Budyko und Wallace Broecker, der Mensch trage einen gewichtigen Teil zu diesen Effekten bei. Fanden Forscher in dem 1990 veröffentlichten ersten Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschuss über den Klimawandel … Mehr lesen

Buch der Woche: Farbe räumlich denken

Bunter bauen

Farbe ist nicht unbedingt ein Hauptthema in der Architektur und wird oft eher als oberflächliche Maßnahme begriffen. So kommt sie doch meistens erst durch einen finalen Anstrich an ein Bauwerk und Anstriche müssen bekanntermaßen regelmäßig erneuert werden. Hinzu kommt, dass sich die Wahrnehmung von Farben verändern kann, da sie besonders stark Moden unterworfen sind. So galten die orange-braunen Musterorgien der … Mehr lesen

Buch der Woche: Wohnungsbau in Mexiko

Zwischen Traum und Albtraum

Bauhaus überall. So auch in der Stuttgarter ifa-Galerie, die seit dem 11. April die Ausstellung „Häuser für alle. Wohnungsbau in Mexiko“ präsentiert. Der Zusammenhang zwischen dem lateinamerikanischen Land und dem 100. Geburtstag der 1919 in Weimar gegründeten Architekturschule wirkt auf den ersten Blick etwas konstruiert: Hannes Meyer, von 1928 bis 1930 Direktor des Bauhauses, wurde 1939 zum Leiter des neugegründeten … Mehr lesen

Buch der Woche: Downtown Denise Scott Brown

Ping-Pong Partnerschaft

Sehr lange hat Denise Scott Brown auf ihre erste Solo-Ausstellung warten müssen. Erst im letzten November öffnete das Architekturzentrum Wien schließlich seine Pforten für eine große Schau ihres umfangreichen Schaffens in Architektur, Architekturtheorie und Stadtplanung, die bis vor wenigen Wochen zu sehen war. Was davon bleibt, ist der Katalog der Ausstellung, der unterhaltsam und bildreich in das Leben und Werk … Mehr lesen

Buch der Woche: Eventisierung der Stadt

Konfetti und Kommerz

Die Stadt ist immer mehr ein Schauplatz von Ökonomisierung – das konstatieren Soziologen bereits seit Jahrzehnten. Neben der zunehmenden Privatisierung und Kommerzialisierung wird dabei auch auf die Eventisierung der Stadt hingewiesen: Gemeint ist die Entwicklung einer Eventkultur, im Rahmen derer Ereignisse und Erlebnisse eine immer größere Rolle spielen und auch als Teil eines unternehmerisch denkenden Stadtmarketings geschaffen, gelenkt und gefördert … Mehr lesen

Buch der Woche: Der Himmel unter West-Berlin

Underground Pop

Wie schön muss es gewesen sein, als man beim Bau der ersten U-Bahnsysteme realisierte, dass damit nun eine bisher unbekannte Gattung des öffentlichen Raums gestalterisch bespielt werden konnte. Durch die mit dem unterirdischen Verkehrsmittel verbundenen, neuen räumlichen Situationen – Eingänge, Treppen, Verteilerebenen und Bahnsteige – tat sich hier eine völlig neuartige Typologie auf, die fast ausschließlich aus einem abgekapselten „Innen“ … Mehr lesen

Stadtentwicklung für das 21. Jahrhundert

Der Frankfurter Riedberg

Seit etwa zehn Jahren ist zu beobachten, dass sich internationale sowie interregionale Zuwanderung auf wenige Schwarmstädte und Metropolen konzentriert. Der Wohnungsmarkt ist dort stark angespannt, die Nachfrage oft viel höher als das Angebot. Mit Wohnungsneubau in Form von Nachverdichtung oder Stadterweiterungen wird versucht, das Wohnungsangebot zu erweitern und die Situation zu entspannen. Eines dieser Stadterweiterungsprojekte liegt im Frankfurter Stadtteil Riedberg, … Mehr lesen

Buch der Woche: Zukunftsbilder für die Neue Vahr

Potenzial Großsiedlung

Die Neue Vahr ist in den 1960er Jahren als typische Großwohnsiedlung in Bremen entstanden. Das Wohngebiet ist gut an die Stadt angebunden, die Versorgungssituation angemessen, der Wohnungsleerstand gering und der überwiegende Teil der Bewohner lebt gerne dort. Gegenüber anderen Siedlungen besteht also kein akuter Handlungs- oder Steuerungsbedarf. Dennoch sahen Vertreter der Wohnungswirtschaft und Verwaltung die Notwendigkeit, sich mit anstehenden Herausforderungen … Mehr lesen