Film der Woche: Peter Zumthor

Zu sensibel

Peter Zumthor gehört zu jenen Architekten, die als Person und in ihrem Auftreten besonders große mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zumthors klare und prägnant formulierte Positionen, die er mit großem Selbstbewusstsein und zugleich betonter Bescheidenheit vorträgt, eine gewisse Ruhe, die durch den bedächtigen Schweizer Dialekt untermalt wird – all dies bestärkt das Bild des charismatischen und scharfsinnigen Zeitgenossen. Es scheint … Mehr lesen

Ausstellung in Berlin

SZSM

Die Diskussion, wie Architektinnen und Architekten entwerfen, ist wohl so alt, wie die Disziplin selbst. Spätestens aber seit dem Zeitpunkt, als praktizierende Gestalter bestimmte Methoden der Form- und Raumfindung zum dezidierten Ausgangspunkt ihrer gebauten (oder „nur“ erdachten) Werke gemacht haben, wird lebhaft darüber gestritten, ob es einen Königsweg der Entwurfsfindung gibt und wenn ja, wie dieser aussehe. Welche Rolle spielt … Mehr lesen

Buch der Woche: SOS Brutalismus

Verehrungswürdige Lebenszeichen

Schon vor etwa sechs Jahren hatte sich ein international besetztes Symposium in Berlin zum Ziel gesetzt, „Kriterien und Maßstäbe für die Bewertung der brutalistischen Architektur zu begründen und zu erproben.“ Dabei galt es auch, „rechtzeitig für diese bedrohte Baukultur eine sensible Wahrnehmung zu kultivieren.“ Versuchte man sich im Jahr 2012 einem „unübersichtlichen Phänomen anzunähern“, wie Ursula Baus in einer in … Mehr lesen

Buch der Woche: Vom Leben in Großwohnsiedlungen

Tatsachen aus Beton

Die Großwohnsiedlung Grünau in Leipzig, die in den 1970er und 1980er Jahren errichtet wurde, gehört zu den größten Plattenbaukomplexen der ehemaligen DDR und kämpfte, wie viele ihrer Art, seit den 1990er Jahren mit stetig sinkenden Einwohnerzahlen und steigendem Altersdurchschnitt. Erst seit dem vor wenigen Jahren beginnenden Leipzig-Boom kann der Stadtteil wieder leichten Zuwachs verzeichnen. Nach dem Abriss einiger Bauten des … Mehr lesen

Die Architektur der 1970er

Mega, meta und brutal

Die Freude von künstlerisch arbeitenden Fotografen an der Architektur der 1960er und 1970er Jahre, an Megastrukturen und an Bauten des Brutalismus und Metabolismus steht in einem eklatanten Gegensatz zu ihrer öffentlichen Wertschätzung. Insofern sollte es nicht wundern, wenn in wenigen Jahrzehnten statt der wahrscheinlich verwahrlosten, entstellten oder abgerissenen Originalbauten lediglich wunderbare Fotobände über eine Phase der Architekturgeschichte orientieren, die sich, … Mehr lesen

Buch der Woche: Welche Denkmale welcher Moderne?

Heterogenität als roter Faden

Zur Frage, wie wir mit dem Gebäudebestand der Nachkriegsmoderne umgehen, sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Publikationen erschienen. Die Tatsache, dass eine rein zeitstrahltechnische Erfassung eine Vielzahl von Bauten unter Denkmalschutz stellen würde, hat zur Diskussion geführt, dass eine qualitative Einordnung des umfangreichen Gebäudebestands dringlich ist. Um welche Bauten geht es also? Und wie lassen sie sich architekturhistorisch einordnen? Das … Mehr lesen

Buch der Woche: Frau Architekt

Endlich

Das Deutsche Architekturmuseum DAM wurde 1984 gegründet. Seitdem hat das Haus nach eigenen Angaben etwa 370 Ausstellungen gezeigt, von denen sich rund hundert einzelnen Architekten widmeten. Aber nur vier Ausstellungen zeigten das monografische Werk von Architektinnen –  vier Ausstellungen in 33 Jahren. Das ist, gelinde gesagt, nicht viel. Zumal inzwischen 53 Prozent der Architekturstudierenden in Deutschland Frauen sind. Unter den … Mehr lesen

Buch der Woche: Bezahlbar gut wohnen

Eine bestechende Zusammenschau

In den Wachstumsregionen der Städte, Kommunen und Metropolregionen dieses Landes registrieren die verantwortlich Handelnden seit einiger Zeit akuten Wohnungsbedarf. Scheinbar verwundert wird festgestellt, dass Menschen, die als Arbeitsmigranten vom Land in die Städte, von den wirtschaftsschwachen Regionen in die prosperierenden Teile dieses Landes ziehen, dort zwar oft Arbeit finden, am Ende des Tages aber auch irgendwo leben müssen. Da es … Mehr lesen

Buch der Woche: Soviet Bus Stops Volume II

Warten im Sozialismus

Wer schon einmal in Moskau mit der Metro gefahren ist, hat eine Vorstellung davon, welch enorme Bedeutung den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Sowjetunion eingeräumt wurde. Die gewaltigen Dimensionen des U-Bahnsystems offenbaren den Anspruch, Mobilität zu einem Allgemeingut der klassenlosen Gesellschaft zu machen. In der palastähnlichen Prachtentfaltung zeigt sich indes, wie man im Sozialismus die Herrschaftsverhältnisse auch architektonisch im öffentlichen Raum … Mehr lesen

Buch der Woche: Offenbach ist anders

Chabos wissen, wer der Babo ist

Seit dem deutschen Beitrag zur Architekturbiennale in Venedig 2016 wissen wir, „Offenbach is almost alright“. Offenbach ist ganz in Ordnung also. Ausgangspunkt dieser zur These gemachten Aussage waren die Untersuchungen des Kuratorenteams Anna Scheuermann, Oliver Elser und Peter Cachola Schmal, die unter dem Eindruck der steigenden Flüchtlingszahlen das Potential Deutschlands als „Arrival Country“ zur Aufnahme all jener Vertriebenen ebenso beleuchteten … Mehr lesen