Vierzig Baumstämme und mehr Licht

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Wegkapelle von John Pawson in Lutzingen-Unterliezheim, Landkreis Dillingen / Schwaben, 2018 Der Weg führt vom ehemaligen Kloster Unterliezheim und dem dazugehörigen Pfarrdorf hügelaufwärts. Durch das vielfältige Grün von Wiesen und Weiden läuft man über ein Sträßchen bis zum Waldsaum: Da wird – im Schatten des dichten Mischwalds fast verborgen – ein hoher Stapel dicker Baumstämme erkennbar. Auf den ersten Blick könnte es … Mehr lesen

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Ressource und Erinnerung

Wohnen an der Werderstraße, Nürnberg, von Hild und K Architekten, München, 2016 – 2019 Die Werderstraße liegt im Nürnberger Stadtteil Rennweg östlich der Innenstadt. Die meisten Straßen hier sind durch eine historistische Blockrandbebauung geprägt. Anstelle eines nicht mehr haltbaren Vorgängerbaus haben Hild und K aus München eine dreiteilige Wohnanlage konzipiert, dessen erste wesentliche Eigenschaft die fast beiläufige Einfügung in den Bestand der … Mehr lesen

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Rauten im Licht

Neubau der Kirche St. Peter und Paul im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn von Bieling Architekten, Kassel, 2017 Das Priesterseminar und die unmittelbar benachbarte katholische Hochschule in der Bischofsstadt Paderborn waren bis vor kurzem Ausbildungsstätten, denen man am baulichen Bestand anmerken konnte, dass eine Reform nottut. Immerhin müssen hier Seelsorger mitunter acht Jahre Ausbildung, darunter ein zehnsemestriges Theologiestudium hinter sich bringen. Mit … Mehr lesen

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Drei Stücke für Auge, Leib und Geist

Max Dudler, Restaurierung und Ergänzung des Hambacher Schlosses, Neustadt an der Weinstraße, 2005 – 2018 Das Hambacher Schloss ist wie die Frankfurter Paulskirche einer jener wenigen Traditionsorte, in der die deutsche Demokratie ihrer Wurzeln in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gedenkt. 1832 war die Kästenburg bei Neustadt an der Weinstraße, später auch Maxburg oder Hambacher Schloss genannt, Ort des „Hambacher Festes“. … Mehr lesen

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Vier Elemente, veredelt

Die James-Simon-Galerie in Berlin von David Chipperfield Architects Berlin, 1994 – 2019 Berliner Projekte dauern lange. Auch die Planungsgeschichte des Eingangsbauwerks des Neuen Museums und des Pergamonmuseums ist ein eigenes Kapitel der hauptstädtischen Architekturgeschichte. David Chipperfield hatte im Wettbewerb um die Erneuerung des Neuen Museums und dem Entwurf einer Verbindung der beiden Museen 1994 den zweiten Rang hinter Giorgio Grassi errungen. Im … Mehr lesen

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Grünende Zuwendung

Der „Altmarktgarten“ in Oberhausen von Kuehn Malvezzi mit Atelier Le Balto und Haas Architekten, Berlin, 2016 – 2019 Die Marktstraße in Oberhausen ist ein Spiegel von Glanz und Elend dieser Stadt im westlichen Ruhrgebiet. Die zum Teil stark veränderten Großbauten aus den 1920er bis 1970er Jahren erinnern an die ehemalige Wirtschaftskraft der einstmals florierenden Industriemetropole, aber auch an den kontinuierlichen Niedergang mit … Mehr lesen

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Wie man Orte macht

Bauten des Projekts „16 Stationen“ im Rahmen der Gartenschau Remstal, in Schwäbisch Gmünd von Florian Nagler, in Lorch von Hild und K, in Plüderhausen von Uwe Schröder und in Kernen im Remstal von Kühn Malvezzi, 2016 bis 2019 Der Weg ins Remstal führt durch die Stuttgarter Peripherie. Er zeigt die Probleme, die aus der Verschmelzung einer Metropole mit ihrem Umland … Mehr lesen

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Weiche Hülle, harter Kern

Das Wohn- und Geschäftshaus „einfach gebaut“ von orange architekten, Tschada Weber, Berlin, 2016–2017 Auch in der zweiten Reihe nördlich der ehemaligen Stalinallee, der heutigen Karl-Marx-Allee in Berlin, ist der Städtebau in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre seinen sozialistischen Gang gegangen. Die folgerichtig Fragment gebliebenen Ansätze Hermann Henselmanns zu einem Wohnhof am Weidenweg finden ihren Ausdruck vornehmlich durch einen großen … Mehr lesen

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Licht am Ende des Tunnels

Das Bauhaus-Museum in Weimar von Heike Hanada, Berlin, 2015 – 2019 Der Weg vom Bahnhof zum neuen Bauhaus-Museum in Weimar ist ein Zeittunnel. Vorbei an sozialistischen Gedenk- und Feierstätten geht der Weg immer geradeaus auf den ersten Museumsbau Thüringens zu, das sogenannte „Neue Museum“, ein vergleichsweise raffinierter Bau der Semper-Schule mit Gliederungs- und Schmuckformen der italienischen Renaissance. Die fast charmante Architektur des … Mehr lesen

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Ensemble im Hinterhof

Die Sammlung Philara in Düsseldorf von Joachim Sieber Architekten, Düsseldorf, 2012–2017 Das Schicksal privater Kunstsammlungen liegt entweder in der tragischen Verborgenheit im Haus eines Sammlers, mit der Konsequenz der postumen Auflösung und des Verkaufs, oder in der Präsentation als Dauerleihgabe, Stiftung oder Schenkung in öffentlichen Museen. Der Düsseldorfer Sammler Gil Bronner ist einen anderen Weg gegangen. Ursprünglich wollte der als … Mehr lesen