Buch der Woche: Adrian Streich Architekten

Zeitzeugnis

Für die aus einer imaginierten Zukunft getätigte Reflexion heutigen Handelns wird gerne die Frage herangezogen, was wohl unsere Kinder oder Enkel dereinst zu all dem sagen werden. Weniger moralinsauer kommt da die gedankliche Konstruktion des Futur zwei her, die unter anderen Harald Welzer in den Diskurs eingeführt hat und danach fragt, wie wir gelebt haben wollen. Wir denken uns also … Mehr lesen

Gespräche mit Susanne Wartzeck

im frankfurter hof

Architektonische Räume prägen den Fluss der Gedanken und den Ton der Rede. Susanne Wartzeck, Präsidentin des BDA, und Andreas Denk, Chefredakteur dieser Zeitschrift, treffen sich diesmal an einem besonderen Ort: Es ist der Court d’Honneur des Hotels „Frankfurter Hof“, das der Semper-Schüler Alfred Bluntschli und Karl Mylius 1873 / 74 entworfen haben. In diesem Haus, das damals für die Idee einer Reformarchitektur … Mehr lesen

neu im club

Eismeer und Betonruine

Tanja Lincke, Architektin BDA, Tanja Lincke Architekten, Berlin Wer Tanja Lincke in ihrem Büro im Berliner Stadtteil Treptow-Köpenick besucht, begibt sich zunächst in ein etwas abgeschieden anmutendes Gebiet am südlichen Zipfel des Plänterwalds. Vom pulsierenden Leben Ber­lins ist hier wenig zu spüren, stattdessen liegt der Geruch von Waldboden und der nahgelegenen Spree in der Luft. Hinter einem großen Stahltor eröffnet … Mehr lesen

Buch der Woche: Upcycling

Eine Strategie für die „nächste Architektur“

Schon im Vorwort dieses Buches, das vom Liechtensteiner Architekturlehrer Daniel Stockhammer herausgegeben wurde, kündigt sich etwas an: Die ökologisch orientierte Architektur kann nicht länger nur ein pragmatisch-technisches Vehikel des sich wandelnden Verhältnisses zwischen Mensch und Welt sein. Der Münchner Architekt Andreas Hild, der an der TU München Denkmalpflege und Umbau lehrt, fordert hier (wie auch in der kommenden Ausgabe 4/20 … Mehr lesen

Alexander Stumm

Die Stadt der Dokumente

Venedig zwischen Zerstörung und Erneuerung Seit der Renaissance betrachteten Architekten antike Bauten als vorbildlich. Es war nicht so, dass den Ruinen des untergegangenen römischen Reichs in den Jahrhunderten zuvor keine Beachtung geschenkt worden wäre, aber man sprach ihnen keinen Dokumentcharakter zu. Erst im 19. Jahrhundert begann unter Architekten und historischen Gelehrten eine Auseinandersetzung darüber, wie mit relevanten historischen Baudokumenten in … Mehr lesen

neu im club

Architektur als gelebter Raum

Simon Jüttner und Sebastian Kofink, Buero Kofink Schels BDA, München Wie die meisten Treffen in Zeiten der Corona-Beschränkungen findet auch das Gespräch mit Buero Kofink Schels über Videokonferenz statt: die Redaktion im Berliner Wohnzimmer, Sebastian Kofink im Münchner Büroraum und Simon Jüttner in seiner Küche im Allgäu. Doch während die fehlende persönliche Begegnung zunächst noch als Nachteil erscheint, zeigt sich … Mehr lesen

Landbaukultur-Preis 2020

Architektur in der Landwirtschaft

Ein attraktiver ländlicher Raum braucht angemessene Architektur. Die Stiftung Landwirtschaftsverlag Münster schreibt daher zum vierten Mal den Landbaukultur-Preis aus. Ausgezeichnet werden vorbildliche Bauten im ländlichen Raum und Außenanlagen auf landwirtschaftlichen Betrieben, die architektonisch besonders positiv in Erscheinung treten. Sie sollen eine zeitgemäße Nutzung ermöglichen, sich in die umgebende Kulturlandschaft integrieren und den Umwelt- und Klimaschutz bei Baumaterialien und Bauausführung berücksichtigen. … Mehr lesen

kritischer raum

Drei Stücke für Auge, Leib und Geist

Max Dudler, Restaurierung und Ergänzung des Hambacher Schlosses, Neustadt an der Weinstraße, 2005 – 2018 Das Hambacher Schloss ist wie die Frankfurter Paulskirche einer jener wenigen Traditionsorte, in der die deutsche Demokratie ihrer Wurzeln in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gedenkt. 1832 war die Kästenburg bei Neustadt an der Weinstraße, später auch Maxburg oder Hambacher Schloss genannt, Ort des „Hambacher Festes“. … Mehr lesen

Haus Böhm, Köln-Weiß, 1954 – 1955

Ein großes Vorbild

von Martin Bredenbeck Eigenes Wohnhaus Erweiterung: Gottfried Böhm, 1962 – 1965 In den ersten Jahren seiner Selbständigkeit orientierte sich Böhm, insbesondere beim Bau von Wohnhäusern, an den Formen der zeitgenössischen internationalen Moderne. Ein weiteres Beispiel ist Haus Kendler in Köln-Junkersdorf. Bauhaus und Böhm – das denkt man im ersten Moment nicht unbedingt zusammen. Die virtuosen Betonskulpturen und fröhlichen Postmodernismen, die das Hauptwerk … Mehr lesen

Buch der Woche: Einfamilienhäuser in Deutschland

Little Boxes

Das Einfamilienhaus polarisiert: Für die einen ist es Lebenstraum, für andere Inbegriff von Spießigkeit. Hinzu kommt in den letzten Jahren immer vehementere ökologische Kritik an dieser Wohnform, die Flächen versiegelt und kostspielige Infrastruktur sowie Pendelverkehr mit sich bringt. Dennoch steigt die Anzahl der Neubauten jährlich. Und das, obwohl vielerorts Einfamilienhäuser aus den 1950er bis 1980er Jahren leer stehen. Die Publikation … Mehr lesen