Andreas Hild

Der Primat des Sichtbaren

Ein ideeller Widerspruch zwischen Schein und Sein Häuser erhalten – im Unterschied zu gewollten Denkmälern wie Skulpturen oder Gedenktafeln – ihren Schutzstatus erst im Laufe der Zeit und durch besondere Deklaration. Dafür kommen unterschiedliche Gründe in Frage. Die rechtlichen Normen, wie beispielsweise das Bayerische Denkmalgesetz, berufen sich auf eine Anzahl verschiedener Kriterien wie die geschichtliche, künstlerische, städtebauliche, wissenschaftliche oder volkskundliche … Mehr lesen

Dinge sammeln und Werte vermitteln

Erhalt als Sinnfrage

Wolfgang Obereisenbuchner im Gespräch mit David Kasparek Ein sonniger Tag in Berlin-Wilmersdorf. Wolfgang Obereisenbuchner kommt mir in seinem Ladenlokal mit zwei Thermosflaschen entgegen. Der Laden ist voll von alten Dingen. Auf Tischen und Regalen, auf dem Boden liegen und stehen, an Wandhaken hängen die unterschiedlichsten Dinge. Alte Heizkörper, Wasserhähne, Absperrventile, Glühbirnen, Kabel und Spülbecken. Nichts, was es hier nicht gibt. … Mehr lesen

Architektur-Exkursionen in Hamburg

Weiterbauen

Die Exkursionsreihe „Weiterbauen“, die gemeinsam vom BDA Hamburg, dem Hamburger Denkmalschutzamt, der Freien Akademie der Künste in Hamburg und der Hamburgischen Architektenkammer veranstaltet wird, widmet sich ab dem 2. Mai sieben Baumaßnahmen, die sich durch interessante, zum Teil auch überraschende Umnutzungskonzepte auszeichnen. Den Auftakt bildet das älteste Bauwerk in der sich heute im Umbruch befindlichen City Nord, das einen Weg … Mehr lesen

Buch der Woche: Welche Denkmale welcher Moderne?

Heterogenität als roter Faden

Zur Frage, wie wir mit dem Gebäudebestand der Nachkriegsmoderne umgehen, sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Publikationen erschienen. Die Tatsache, dass eine rein zeitstrahltechnische Erfassung eine Vielzahl von Bauten unter Denkmalschutz stellen würde, hat zur Diskussion geführt, dass eine qualitative Einordnung des umfangreichen Gebäudebestands dringlich ist. Um welche Bauten geht es also? Und wie lassen sie sich architekturhistorisch einordnen? Das … Mehr lesen

Kolloquium an der TU München

Altes neu denken

Wieso nicht das Bestehende erhalten, um- oder weiternutzen anstatt wie selbstverständlich neu zu bauen? Das Prinzip der Wiederverwertung von Materialien ist inzwischen auch in der Architektur ein bedeutsames Thema. Im Rahmen des Projekts reused.TUM, einer Lehr- und Forschungsinitiative der Fakultäten Architektur und BauGeoUmwelt der Technischen Universität München, findet am 16. November ein interdisziplinäres Kolloquium statt, bei dem aus wissenschaftlicher und … Mehr lesen

Eigenschaft oder Zuschreibung?

Authentizität

„Denkmaleigenschaft und Authentizität sind wie alle historischen Erscheinungen dem Wandel unterworfen, sie sind Kulturprozesse, im gesellschaftlichen Diskurs verliehene Bedeutungen, die jedenfalls nicht einer Substanz innewohnen oder irgendwie aus dieser fließen, sondern die einem Objekt – oder auch einem Subjekt – zugesprochen werden.“ Wolfgang Seidenspinner „Authentizität“ ist ein Schlüsselwort der praktischen Denkmalpflege. Kaum eine Leitlinie, kaum eine Projektbesprechung kommt ohne den … Mehr lesen

Andreas Hild und Andreas Denk im Gespräch

Original und Fälschung

Zur Neubegründung des Authentischen in der Architektur Andreas Hild: Denkmalpfleger und Architekten verwenden den Begriff „Authentizität“ immer so, als sei völlig klar, was damit gemeint ist: Sie assoziieren „Authentizität“ im denkmalpflegerischen und architektonischen Raum mit „Echtheit“ und „Dauerhaftigkeit“. Dabei ist es auffällig, dass der aktuelle Diskurs, der den Begriff weiter klären könnte, an anderer Stelle stattfindet und eine komplexere Vorstellung … Mehr lesen

Buch der Woche: Gebaute Geschichte

Authentizität im Stadtraum

Der Begriff „authentisch“ steht in Diskursen um die Stadt hoch im Kurs – etwa in Hinblick auf Altstädte, Orte historischer Ereignisse oder auch lokale Bautraditionen. Ähnlich wie in anderen Verwendungszusammenhängen verbindet man auch in der Architektur mit Authentizität vor allem Positives. Was aber genau ein Gebäude authentisch macht, ist dabei nicht einfach zu beantworten. Der Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität, der sich … Mehr lesen

Diskussionsveranstaltung im Haus der Architektur Köln

Brutalismus am Rhein

Der sogenannte Brutalismus ist seit einigen Jahren ein heißes Thema in der Architektur- und Denkmalpflege-Debatte. Vorträge, Konferenzen und Ausstellungen zum Thema zeugen von zunehmender Faszination und Wertschätzung in Fachkreisen für den Baustil. Diverse brutalistische Bauten sind von Verfall oder Abriss bedroht. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche Bauwerke dieser Epoche. Für ihren Erhalt setzt sich nun die neu gegründete „Initiative … Mehr lesen

Jahrestagung der städtebaulichen Denkmalpflege in Dortmund

Jenseits des Gebauten

Das Thema „Öffentlicher Raum“ wird zurzeit mehr denn je diskutiert. Öffentliche Räume sind zwar seit jeher ein zentrales Element der Stadtgestaltung, dabei in ihrer konkreten Ausprägung jedoch auch zeitgebunden – die damit verknüpften gesellschaftlichen Anforderungen und ästhetischen Erwartungen verändern sich mitunter schnell. Viele Plätze, Parks und Fußgängerzonen entsprechen bereits nach einigen Jahren nicht mehr den aktuellen Anforderungen und Vorstellungen. Die … Mehr lesen