Die Architekt 6/22

Form

Grundlagen der Architektur VI Begrifflich beschreibt „Form“ den stofflichen Teil des architektonischen Körpers. Formen lassen Räume erscheinen, aber bringen sie nicht zuerst die Materialien, oder vielleicht wesentlicher noch, ihre Konstruktionen zum Ausdruck? Offensichtlich erscheinen architektonische Formen auch als Formen von Anderem und Anderen, konkret, repräsentativ und symbolisch – oder sind sie schlussendlich doch nur als ein autonomer Ausdruck ihrer selbst … Mehr lesen

Kritischer Raum:  Willkommenskirche in Overath, Springer  Architekten

Form und Geschichten

Schrumpfung ist ein Problem vieler deutscher Kirchengemeinden. Immer weniger Menschen besuchen die Gotteshäuser – und das gilt für evangelische und katholische Gläubige gleichermaßen. Kirchen sind zu groß und es gibt zu viele. Mit dem Strukturwandel einher gehen Fragen zu einer nachhaltigen Zukunftsfähigkeit der Häuser wie der Selbstfindung der Gemeinden in der aktuellen Situation. In Overath lässt sich anhand des Neubaus … Mehr lesen

Buch der Woche: Architekturführer Frankfurt 1990–1999

Mach nommo de Jaguar!

Im Oktober 2020 hatte ich an dieser Stelle meine Spannung bekundet, wie Wilhelm Opatz und die Freunde Frankfurts als Herausgeber ihrer furiosen Architekturführerreihe über Frankfurt wohl die 1990er-Jahre in Szene setzen würden. Nun liegt der aktuelle Band vor, der grafisch konsequent die in den vorherigen Publikationen gesetzten Leitlinien fortschreibt. Die 1990er Jahre, so scheint es auf den ersten Blick, waren … Mehr lesen

Neu im Club: CATALANOQUIEL Architekten BDA, Köln

Paradigmenwechsel

Möglicherweise sind Sebastian Quiel und Eugenio Catalano Teil einer Generation, die vieles anders macht als ihre Vorgänger in den letzten 150 Jahren. Sehr vieles sogar. Ich treffe Eugenio Catalano in einer Pizzeria in der Kölner Südstadt. Draußen regnet es Bindfäden, die Margherita ist hervorragend, das Lemon Soda eiskalt und die Musik laut. Es ist ein glücklicher Zufall, dass der junge … Mehr lesen

Buch der Woche: Duplex Architekten

Wilde Reise des Wohnens

2007 gründeten Anne Kaestle und Dan Schürch in Zürich das Büro Duplex Architekten. Seit 2011 gibt es Standorte in Hamburg und Düsseldorf, die von Sarah Escher und Christof Weber geleitet werden, sowie seit 2020 ein Büro in Paris, das Henrik Siebenpfeiffer verantwortet. Mit „Duplex Architekten. Wohnungsbau neu denken“ legen Nele Dechmann und Ludovic Balland nun eine „Zeitreise durch die ersten … Mehr lesen

Buch der Woche: Erich Mendelsohn

Zurück ans Tageslicht

Erich Mendelsohn ist Vielen bekannt als der Architekt einer „dynamischen Moderne“. Mit dem Einstein-Turm in Potsdam (1918–1924) oder den Kaufhäusern der Schocken-Kette und den dazugehörigen prägnanten Skizzen und Zeichnungen ist der 1887 im heutigen Olsztyn, dem damals ostpreußischen Allenstein, geborene Mendelsohn in die Architekturgeschichte eingegangen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte er bei Theodor Fischer in München Architektur. Gemeinsam mit Walter … Mehr lesen

Buch der Woche: Die Mechanik des Entwerfens

Anleitung zum Zettelkasten

In dem an schönen Bildern reichen Film „Ratatouille“ von Brad Bird und Jan Pinkava lernt Rémy das Kochen auf dem Niveau international renommierter Sterne-Köche. Als steter Antrieb gilt ihm dabei das Credo des fiktiven Meisterkochs Auguste Gusteau: „Jeder kann kochen“. Das Besondere dabei: Rémy ist eine Ratte. Mit Hingabe und dem Blick in den eigenen Referenzkatalog gelingt es dem ungewöhnlichen … Mehr lesen

Buch der Woche: Das Garagenmanifest

Erlebte Räume

Während in der Mitte der deutschen Hauptstadt eine Schlosshülle mit zweifelhaften Inschriften und in Teilen mindestens zweifelhaften Finanziers als museales Forum dienen soll, wird immer mehr klar, welch unfassbare Verschwendung von Ressourcen hier vonstatten gingen: gedankliche, materielle und geschichtliche. Schmerzlich wird deutlich, wie gut die inzwischen zwanzig Jahre zurückliegende Zwischennutzung des Palasts der Republik war, der hier einst stand. Der … Mehr lesen

Buch der Woche: Flämische Architektur

Feier der Teilhabe

Der Sänger Stromae ist ein gutes Beispiel für Vielschichtigkeit und Missverständnisse, die sich durch Brüche ausdrücken: Seine heiteren, zwischen Hip Hop, modernem Chanson und Electro changierenden Melodien täuschen, gerade wenn man des Französischen nicht mächtig ist, über die Ernsthaftigkeit der Themen hinweg, die er in seinen Texten behandelt. Soziale und ökonomische Zwänge, die wir im Tanzen verdrängen, das Aufwachsen ohne … Mehr lesen

Buch der Woche: Wohnbauten von Oskar Pixis in München

Ins Licht!

Architektur ist nie das Werk Einzelner. Je größer die Bauaufgaben, desto umfänglicher die Teams, die sie bewältigen, desto mehr Mitarbeitende in den Büros. In der Rezeption aber wird all das immer wieder verkürzt. Die Gründerinnen und Gründer der Büros stehen dabei im Fokus, ihr Team rückt in den Hintergrund. Was heute gilt, war auch früher schon so. Eine von Rainer … Mehr lesen