Mamoun Fansa, Lena Wimmer und Carola Simon im Gespräch

Rebuilding Aleppo

Mamoun Fansa, Lena Wimmer und Carola Simon gründeten 2015 die Arbeitsgruppe „Aleppo – Strategies to Rebuild Aleppo“ zu dem seit mehr als 20 Jahren in Stuttgart bestehenden Verein „Freunde der Altstadt von Aleppo“. Mit der Vorsitzenden Anette Gangler, Architektin und Stadtplanerin, besitzt und pflegt der Verein das digitale Archiv der Altstadt von Aleppo, das seit der Zerstörung des Aleppiner Stadtarchivs einen unschätzbaren Wert hat. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, zusammen mit vorigen Bewohnern und Experten Strategien für einen Wiederaufbau der Altstadt Aleppos im Dialog mit der neuen Stadt zu entwickeln und Aufmerksamkeit für den Wert ihres kulturellen Erbes zu schaffen. Mamoun Fansa ist Archäologe, geboren in Aleppo. Er lebt seit 1967 in Deutschland, war Mitarbeiter des Instituts für Denkmalpflege in Hannover und Leiter des Museums Natur und Mensch in Oldenburg. Seine Bücher „Aleppo. Ein Krieg zerstört Weltkulturerbe“ sowie „Syrien: Sechs Weltkulturerbe-Stätten in den Wirren des Bürgerkriegs“ hat Andreas Denk im aktuellen „architekt“ rezensiert. Carola Simon ist Architektin und setzt sich seit langem mit der kriegerischen Zerstörung von Städten und deren Auswirkungen auf Mensch und Raum auseinander. Lena Wimmer ist Architektin und Researcher. Nach dem Studium an der Berliner Universität der Künste gründete sie 2014 das Büro Lena Wimmer Architects in Berlin. Mit Mamoun Fansa, Lena Wimmer und Carola Simon sprach Juliane Richter.

Juliane Richter: In der aktuellen medialen Berichterstattung wird der Zerstörung bedeutender kultureller Monumente, wie des Baal-Tempels in Palmyra, die größte Aufmerksamkeit zuteil. Aber vielerorts, so auch in Aleppo, wird Alltagsarchitektur, die Wohnstatt der Menschen, zerstört. Was bedeutet das für die dort lebenden Menschen?
Mamoun Fansa: Ich möchte den Begriff Heimat nennen: Das ist der Ort, das Haus, wo man geboren wurde oder gelebt hat – das ist sehr prägend in Bezug auf Lebensperspektiven und Lebensgewohnheiten, und das will niemand aufgeben.
Carola Simon: Menschen verorten sich in ihren Gebäuden und historisch gewachsenen Strukturen in Zeit und Raum. Mit der Zerstörung von Wohnstätten verlieren die Menschen nicht nur Schutz und Geborgenheit, sondern auch ihre Identität, das bedeutet ihre gemeinsame Geschichte, gemeinsame Traditionen, Werte und Symbole.

Die Architektur selbst aber ist oft gar nicht mehr vorhanden – vielleicht sind auch die Freunde nicht mehr da, die Nachbarn und das ganze Netzwerk – warum hält man trotzdem daran fest?
Mamoun Fansa: Wenn wir alles aufgeben, haben wir die gesamte Identität aufgegeben. Ich will aber sehen, dass die Leute zurückkehren, sich an den Krieg und seine Folgen erinnern, und trotzdem nach vorne schauen und sagen: Das Haus will ich wieder aufbauen, da steckt meine Familiengeschichte drin. Es wird sicher nicht identisch mit dem vorherigen Haus aus dem 17. Jahrhundert sein – einem Gebäude, wo gelebt wurde und Geschichte entstand. Man kann das natürlich nicht hundertprozentig wieder genauso aufbauen. Das gilt auch für Palmyra. Aber eine Altstadt aufzubauen, wo Menschen wieder leben und arbeiten können, das ist möglich.

Die zerstörte Umayyaden-Moschee, nach April 2013, aus: Mamoun Fansa (Hrsg.): Aleppo, Mainz 2013, S. 104

Die zerstörte Umayyaden-Moschee, nach April 2013, aus: Mamoun Fansa (Hrsg.): Aleppo, Mainz 2013, S. 104

Mit welchem Ziel und nach welchen Methoden soll denn der Wiederaufbau vonstatten gehen?
Lena Wimmer: Man muss nicht jeden Stein wieder genauso aufbauen, wie er zuvor war. Es geht vielmehr um wichtige Typologien in der Stadt: Zum Beispiel die Stadthäuser (Khans) in Aleppo mit ihren introvertierten Höfen, kleine Paradiese, die alle miteinander vernetzt sind. Diese Typologie in einem Umfeld, das starker Hitze ausgesetzt ist, beeinflusste das Leben. Es sind Häuser, die sich über Jahrtausende bewährt haben und wichtig sind für das Klima in der Stadt. Unser Ansatz hat nichts mit Nostalgie zu tun, sondern mit nach vorne gerichteten Konzepten, wenn wir an Nachhaltigkeit und Städte für die Zukunft denken. Wenn jetzt bewährte Typologien durch Glasfassaden-Architektur ersetzt werden, verlieren wir ein architektonisches Merkmal Aleppos, das sich über Jahrtausende bewährt hat und eben nachhaltig ist.
Carola Simon: Grundlegend ist es, die ursprüngliche Morphologie wieder aufzugreifen und zu spüren, was diese Stadt ausgemacht hat und wie man dies wieder zum Leben erwecken kann. Außerdem ist es sehr wichtig, mit der Bevölkerung zusammenzuarbeiten.
Mamoun Fansa: Wir haben die Idee, den Menschen in der Nähe der Altstadt temporäre Bauten anzubieten, um ihnen eine Mitwirkung beim Wiederaufbau zu ermöglichen…
Lena Wimmer: …und durch die Rückkehrer gleich wichtige Orte für die spätere Stadt mit temporären humanitären Strukturen wie Schulen oder Krankenhäuser zu okkupieren, die eigentlich für potentielle Investoren interessant wären. Insgesamt geht es uns nicht um den musealen Aspekt. In Aleppo gibt es einzigartige Strukturen, die sehr wichtig und im Vergleich zu anderen arabischen Städten auch nachhaltig sind. Das hat man mittlerweile auch andernorts erkannt: In Dubai und Abu Dhabi zum Beispiel beginnt man bereits,
Alt und Neu zu rekombinieren.

Dennoch gibt es bestimmte Monumente, die wieder aufgebaut werden sollen?
Mamoun Fansa: Ja, die Zitadelle beispielsweise ist nicht so stark zerstört, nur die Außenmauer einer Seite ist sehr beschädigt. Die Zitadelle wurde in den letzten Jahren durch die Aga-Khan-Stiftung umfassend saniert und für Touristen zugänglich gemacht, auch das Umfeld wurde neu gestaltet – jetzt ist alles weg. In der Innenstadt waren insgesamt über 400 Häuser in der Denkmalliste, heute sind viele zerstört. Allein 110 Moscheen gab es, davon sind 40 Prozent überhaupt nicht mehr zu gebrauchen.
Lena Wimmer: Man muss abwägen, was Monumente und identitätsstiftende Momente in der Stadt sind – das sind die Typologie des Hofhauses, die Zitadelle, die Moscheen, der Souk. Diese sollen auch wieder aufgebaut werden. Der Souk kann moderner gestaltet werden, aber mit der gleichen Funktion. Die Zitadelle ist identitätsstiftend, die Bewohner sind damit verbunden, wie Köln mit seinem Dom. Es geht aber auch um die vielfältige Funktion der Moschee: Es ist ein Innenhof in der Stadt, der gleichzeitig wie ein Stadtplatz funktioniert. Männer und Frauen unterhalten sich, Kinder spielen – es ist ein öffentlicher Platz, eine Plattform.
Mamoun Fansa: Und zwar schon immer. In der Römerzeit waren dort Tempel, in der byzantinischen Zeit wurden sie umgebaut, Muslime haben dort im 7. und 8. Jahrhundert die Moschee errichtet. Da sind noch Mauersteine aus der byzantinischen Zeit verbaut.

Ihre Arbeitsgruppe besteht seit letztem Jahr, Sie haben eine Tagung durchgeführt und planen weitere Veranstaltungen und Workshops. Warum beginnen Sie schon mit den Wiederaufbauplanungen, obwohl die Situation in Aleppo aktuell noch sehr unklar ist?
Mamoun Fansa: Das werden wir immer gefragt. Ich entgegne dem immer: Wenn lediglich zehn Prozent von dem umgesetzt werden, was wir jetzt planen, ist es besser, als wenn wir erst nach dem Krieg anfangen, Konzepte zu machen. Wir dürfen keine Zeit verlieren, weil viele Geier schon warten. Es muss bald losgehen, und wenn wir mit vielen Leuten auftreten, ist das umso besser.

Wer sind die Geier?
Mamoun Fansa: Investoren, die bereits jetzt schon Grundstücke in der Altstadt kaufen. Sie wollen die Stadt danach nicht so aufbauen, wie sie historisch vorliegt, sondern haben nur Sinn für Geld, nicht für Kultur. Darauf wollen wir die Weltöffentlichkeit aufmerksam machen.
Lena Wimmer: Die Grundlage unserer Arbeit ist ein Archiv mit digitalisierten Katasterplänen aus Aleppo, das der Verein angelegt hat. Dieses digitale Archiv ist sehr wichtig, da das Katasteramt mit allen Plänen in Aleppo zerstört wurde. Die Pläne beweisen die Besitzansprüche der Bewohner, die derzeit vertrieben sind. Und sie zeugen von den kleinen Parzellierungen in der Altstadt, die Aleppos Identität ausmachen und erhalten bleiben sollen. Denn die Investoren wollen das nicht, sie wollen im Gegenteil so große Flächen wie möglich kaufen, um ihre Spekulations-Projekte zu entwickeln.

Ist es im Interesse vieler Investoren, ganze Viertel nicht wieder aufzubauen und die Bevölkerung quasi auszutauschen?
Mamoun Fansa: Ja, auf jeden Fall. Es ist eine Last für sie, wenn jemand kommt und sagt, wir wollen das so wieder aufbauen wie zu Großvaters Zeiten. Die Altstadt ist zur Zeit nicht bewohnt. Es gibt nur noch sehr wenige alte Leute, die den Ort aus Prinzip nicht verlassen. Früher hatte die Stadt 100.000 Einwohner und noch einmal 100.000, die tagsüber dort waren. Wenn man die Stadt aufbaut, sollte man den Wirtschaftsaspekt ganz vorne mit einplanen. Deshalb muss auch die Struktur des Basars wieder hergestellt werden.
Carola Simon: Der Basar ist ein wirtschaftlicher Faktor, aber auch ein starkes Symbol für die Kommunikation, das Multikulturelle, das Zusammenleben verschiedener ethnischer Gruppen – diese gelebte Stadtkultur wieder zu erwecken, wird für Aleppo, aber auch weltweit bedeutend sein.

Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen syrischen und internationalen Organisationen besteht ja schon seit längerem. Warum engagieren sich so viele Menschen aus anderen Ländern vor Ort?
Carola Simon: Die Wiege unserer Kultur liegt im Orient, viele kulturelle Innovationen stammen von dort – die Entstehung von Viehzucht und Ackerbau, die Entwicklung der Sesshaftigkeit und damit auch die Grundlage der Stadt – zivilisatorische Errungenschaften, die eine Verbindung zu unserer eigenen Kultur bilden.
Lena Wimmer: Als junge Architektin sehe ich mich in der Pflicht, über Städte von morgen nachzudenken – was, wo und wie wir bauen. Wie kann zum Beispiel eine Stadt im Jahr 2085 aussehen? In Aleppo, das weit über 4.000 Jahre alt ist, reicht es nicht, nur temporäre Lösungen zu entwickeln. Aber meine Verbindung zu Aleppo ist auch persönlich. Seit ich 2007 zum ersten Mal dort war, hat mich die Stadt nachhaltig beeinflusst, die Zerstörung um so mehr getroffen. Schließlich geht es mir um eine generelle Verantwortung als Architektin – ich möchte Antworten finden, um das Gestern und Morgen miteinander zu verbinden.
Mamoun Fansa: Ich bin dort geboren, das ist meine Heimat. Hinzu kommt, dass ich seit fast 47 Jahren in Deutschland Kulturarbeit mache, davon 15 Jahre in der Denkmalpflege, das hat mich geprägt. Wenn ich sehe, dass ein Kulturstandort vernichtet wird, muss ich eingreifen und dafür kämpfen, dass er wieder hergestellt wird.
Carola Simon: Durch die räumliche Distanz sehe ich auch eine große Chance: Wir können uns gut auf die Vorbereitung zum Wiederaufbau von Aleppo konzentrieren. Und wir wollen so viel Syrer und Syrerinnen wie möglich integrieren.

Wurden die baulichen Leistungen vor der Zerstörung denn von der Bevölkerung vor Ort gewürdigt? Hatten die Bewohner von Aleppo traditionell eine starke Verbindung zu ihrer Stadt?
Mamoun Fansa: Eigentlich ist der Stolz auf das Gebaute schon immer vorhanden. Ein zusätzliches Instrument waren aber auch die Hausbesuche, die Architekten, Sozio-logen und Verwaltungsangestellte vom „Altstadtkomitee“ im Rahmen des Altstadt-Rehabilitierungsprogramms Anfang 1998 durchgeführt haben. Sie zeigten den Familien, was in ihren Häusern, die oftmals durch Umbauten über die Jahre stark verändert wurden, für Schichten zu finden sind, und haben den Rückbau finanziert. Danach waren die Familien begeistert, nicht nur, weil sie Geld bekamen, sondern weil sie gemerkt haben, dass sie in einem kulturellen Schatz wohnten.
Carola Simon: Die Menschen waren sehr verbunden mit der Altstadt, denn charakteristisch war ihre Lebendigkeit mit ihrer Vielfalt an kulturellen Monumenten, Handwerksbetrieben, Bazaren, Wohnvierteln, religiösen Stätten sowie ihrem Souk und ihrer Zitadelle.
Lena Wimmer: Die Wertschätzung der Altstadt Aleppos hatte sich in den letzten Jahren viel stärker entwickelt: Während sie in den Siebzigern, als die Menschen lieber in modernen Quartieren in den Außenbezirken wohnen wollten, mehr und mehr verfiel, gewann die Altstadt ihren Wert in den letzten zwanzig Jahren zurück – die Einwohner waren stolz darauf, die jungen Leute sind abends sogar wieder in der Altstadt ausgegangen. Das lag auch am Sanierungsprojekt.

In der Altstadt Aleppos, vor dem Krieg, Foto: Lena Wimmer

In der Altstadt Aleppos, vor dem Krieg, Foto: Lena Wimmer

Was sind die Gründe der Kriegsparteien, die Architektur einer Stadt so stark zu zerstören, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt?
Mamoun Fansa: Anders als in Palmyra waren in Aleppo die Kampfhandlungen der Grund. In der ersten Phase waren es die Regierungssoldaten, in der zweiten Phase haben sich die Rebellen untereinander beschossen. Die Rebellen haben sich in der Altstadt verschanzt, die Regierungstruppen oben in der Zitadelle. Dadurch ist ungeheuer viel Schaden entstanden.
Aber es ging doch nicht nur um reine Kampfhandlungen, die Katasterämter beispielsweise wurden ja gezielt zerstört.
Carola Simon: Der Grund war ganz schlicht Enteignung: Die Regierung wollte die Grundstücke verkaufen und Beweise für die Eigentümerrechte vernichten.
Mamoun Fansa: Sie gingen genauso vor, als der Basar in Brand gesteckt wurde und die Regierungssoldaten bewusst das Wasser abstellten. Die Zerstörung des Minaretts der Umayyaden-Moschee haben nicht die Rebellen auf dem Gewissen. Die sogenannte Freie Syrische Armee hat gar kein Interesse daran, die Altstadt von Aleppo zu zerstören.

Wurde auch unter stadtplanerischen Gesichtspunkten zerstört?
Mamoun Fansa: Ja, ganz sicher. Die Soldaten wissen, was sie tun. Die Offiziere müssen die Vorschriften der UNESCO in ihrer Ausbildung unterrichtet bekommen haben. Ich selbst habe zum Beispiel in deutschen Kasernen Vorträge zu den Fragen gehalten, wo und wie ausgegraben wird und wie man Grabungen schützt. Die syrischen Offiziere und Soldaten wissen das auch.

Aleppo ist fast fünftausend Jahre alt und wurde in diesen Zeiten mehrmals zerstört. Was unterscheidet die heutige Zerstörung von denen der Vergangenheit?
Mamoun Fansa: Aleppo wurde durch mehrere Erdbeben und im 12. und 13. Jahrhundert durch die Mongolen zerstört, aber nie so stark wie jetzt. Und trotz Zerstörung hat die Altstadt ihre Grundstruktur nie verändert: In der Zeit von Alexander dem Großen um 3000 vor Chr. wurde  die Grundlage für die Stadt angelegt, die Römer haben sie erweitert. Die heutige Struktur geht auf das 14. und 16. Jahrhundert und die osmanische Zeit zurück.

Herr Fansa, Sie haben einmal gesagt, ein Volk ohne Kultur sei leicht zu beherrschen…
Mamoun Fansa: Ja. Wenn die Kultur-identität vernichtet wird, haben die Leute keinen Halt mehr. Sie haben nichts mehr zu verteidigen. Wenn sie aber ihre Identität in ihrem Umfeld haben, fühlen sie sich auch gezwungen, diese zu verteidigen. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Es ist ihre Heimat. Das kann ich auch aus persönlicher Erfahrung bestätigen: Bis zum Ausbruch des syrischen Krieges habe ich immer geglaubt, ich hätte nur eine Heimat, und das sei eben Deutschland, weil ich schon viele Jahre hier lebe. Aber diesen Gedanken gab ich schnell auf, als ich sah, wie meine alte Heimat zerstört wurde. Sonst würde ich jetzt nicht hier sitzen.

Ein emotionales Berührtsein spüren wir auch, wenn wir sehr weit weg leben und persönlich keine Beziehung zu diesem zerstörten Ort haben. Warum geht uns das so sehr etwas an?
Carola Simon: Weil man mit der Zerstörung historisch gewachsener Orte und kultureller Bauten den Menschen – auch den nachfolgenden Generationen – ihren inneren Anker, ihren Zusammenhalt und die Zugehörigkeit zu ihrer eigenen Kultur raubt.
Mamoun Fansa: Es gibt eine emotionale, menschliche Identität und eine Objekt-  und Örtlichkeitsidentität. Wir sind in einer globalen Welt: Was woanders geschieht, berührt auch uns, weil wir so erzogen wurden – gerade Architekten und Stadtplaner, die überall zu Hause sind, weil sie ständig mit dieser Problematik, mit Gestaltung, mit Stadt konfrontiert sind. Sie brauchen eine historische Rückkopplung.
Lena Wimmer: Es ist ein Ideengeflecht. Die Welt besteht ja nicht aus einzelnen Teilen, die für sich Kulturen erschaffen. Vernetzungen haben unsere Weltgeschichte aufgebaut. Eine Stadt wie Aleppo hat dazu noch über Jahrtausende hinweg einen wichtigen Beitrag zu unserer aller Weltkulturgeschichte geleistet. Deshalb ist es selbstverständlich, dass sich Menschen weltweit getroffen fühlen.

Wie bestimmen Sie das Verhältnis zwischen Architektur und Kultur?
Mamoun Fansa: Für mich ist Architektur ein Raum, wo man Kultur erlebt.
Carola Simon: Menschen leben in Räumen und es gibt eine starke Wechselbeziehung zwischen Raum und Mensch. Wenn das zerstört wird, ist es ein ganz massiver Eingriff…
Lena Wimmer: …der letztlich weltweit zu spüren ist.

Juliane Richter M.A. studierte Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Journalistik an der Universität Leipzig. Derzeit ist sie Volontärin bei der architekt. In Leipzig arbeitet sie für den D21 Kunstraum und das Festival RASTER : BETON.

Artikel teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*