Hauptstadtflughafen wird nicht fertiggestellt

BER endgültig gestoppt

In der Frage um den geplanten neuen Hauptstadtflughafen BER bahnt sich eine überraschende Lösung an. Wie gut unterrichtete und in der Berliner Politik bestens vernetzte Quellen heute gegenüber dem BDA andeuteten, hätten sich Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, und Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit Bundespolitikern aller Lager darauf verständigt, den Bau des Flughafen im Südosten Berlins endgültig abzubrechen. Statt dauerhaft weitere Verzögerungen und Mehrkosten in Kauf nehmen zu müssen, habe man sich mit den Architekten von gmp, die den Entwurf des Flughafens verantworten, auf ein Konzept verständigt, das vorsieht, den fast fertigen Flughafen im Rahmen eines Landschaftsparks kontrolliert verfallen zu lassen.

Mehdorn zeigte sich nach einer Unterredung mit den Architekten begeistert: „Wir werden eine Art Englischen Landschaftsgarten des neuen Jahrtausends schaffen.“ Stück für Stück werde sich die Natur das Areal zurückholen – teils kontrolliert, teilweise aber auch gänzlich freiwuchernd. Auch Klaus Wowereit konnte seine Freude über die Entscheidung  kaum verhehlen, als er davon sprach, ein „…riesiges Naherholungsgebiet würde sich für die Berlin erschließen“, das schon in wenigen Jahren von pittoresken Ruinen der Neuzeit geprägt und für die Nachwelt ein Zeugnis der „großartigen Schaffenskraft unserer Epoche“ sein werde.

Noch sei offen, so Wowereit weiter, wie mit der Frage des Flugbetriebs in der Hauptstadt umgegangen würde. Zwei Szenarien beschrieb er dabei als am wahrscheinlichsten. Zum einen, so der regierenden Bürgermeister, würde geprüft, ob man dem anstehenden Volksbegehren in Berlin zum kompletten Erhalt des Tempelhofer Flugfeldes insofern Rechnung tragen könne, dass man es „…einmal ganz wörtlich“ nähme und den Flughafen Berlin-Tempelhof wieder in Betrieb setze. Zum anderen würde, auch auf Betreiben diverser Bundespolitiker ernsthaft erwogen, die Hauptstadt an ihrer jetzigen Stelle – mitten im märkischen Sand – komplett rückzubauen und stattdessen in unmittelbarer Nähe eines funktionierenden Großflughafens wieder zu errichten. Nach Informationen, die der architekt vorliegen, sollen sich das Rhein-Main-Gebiet und, auf Betreiben von CSU-Chef Horst Seehofer, auch der Großraum München als mögliche neue Standorte der bundesdeutschen Hauptstadt ins Spiel gebracht haben.

Anne Nordsee

Foto: Olaf Tausch / CC BY 3.0 (via wikimedia)

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