Ausstellung über Ludwig Leo in Berlin

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Der im November 2012 verstorbene Ludwig Leo realisierte in der Nachkriegszeit trotz einer insgesamt überschaubaren Werkliste eine Reihe ikonischer Gebäude. Seine sozial geprägte architektonische Haltung folgte dem spätmodernen Funktionalismus der 1960er und -70er Jahre, Dieter Hoffman-Axthelm bezeichnete ihn einst gar als großen „Radikalfunktionalist“. Wohl bekanntestes Bauwerk Leos – und für Nutzer der Berliner Innenstadt-S-Bahn regelmäßiger Blickfang – ist der Umlaufkanal der Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau der TU Berlin.

Im Rahmen der Sanierung dieses Stücks Architekturgeschichte durch die Wüstenrot Stiftung findet im September und Oktober die Ausstellung „Ludwig Leo – Ausschnitt“ in der nur 5,6 Quadratmeter großen Galerie die raum statt. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit von BARarchitekten, die sich der experimentellen Arbeitsweise Leos und seinem ganzheitlichen Denken von Architektur nahe stehend fühlen, und Gregor Harbusch, seinem Biographen. Eine langjährige Auseinandersetzung der Beteiligten mit Leo bildet die Grundlage der Ausstellung, die sich auf vier Projekte konzentriert: die DLRG-Zentrale in Berlin-Spandau, die Laborschule in Bielefeld, die Sporthalle Charlottenburg und das Landschulheim in Holzminden. Neben eigens für die Ausstellung produzierten Fotografien gibt es auch ein spezielles Schnittmodell, einen Animationsfilm sowie bislang nicht publiziertes Material aus dem Nachlass des öffentlichkeitsscheuen Architekten zu entdecken.

Die Ausstellung wird am 12. September um 19 Uhr eröffnet, die Galerie wird ihre Türen aber schon um 18 Uhr öffnen, damit jeder Zeit und Raum findet sich die Exponate in Ruhe anzusehen. Begleitet wird die Ausstellung durch Diskussionsveranstaltungen und Führungen. Zusätzlich erscheint eine Publikation.

Red.

Ludwig Leo – Ausschnitt
13. September – 27. Oktober
täglich 10.00 – 18.00 Uhr
Eröffnung: Do 12. September 19.00 Uhr
Galerie die raum
Oderberger Straße 56
10435 Berlin

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