Das 21. Berliner Gespräch des BDA

Glaube, Liebe, Hoffnung

Empathie als Grundlage der Gesellschaft  und ihrer Architektur

Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Der wohl nicht mehr aufzuhaltende Klimawandel, die auch daraus resultierenden Migrationswellen und strukturelle Probleme im eigenen Land wie die Armut im Alter werden sich nur durch große gemeinsame Anstrengungen bewältigen lassen. Technisch-bauliche Lösungen allein werden nicht ausreichen, um unsere Kommunen und ländlichen Strukturen in erforderlichem Maße umzubauen. Erfahrungen mit komplexen Katastrophenereignissen zeigen, welch große Bedeutung funktionierende soziale Gemeinschaften haben, wenn technische und infrastrukturelle Systeme versagen.

Letztlich entscheidet der Faktor der Empathie darüber, ob eine Gesellschaft auch in großer Not den Zusammenhalt bewahrt oder ob sie ihre ethischen Grundlagen aufgibt und zerfällt. Wenn wir in Zukunft nicht nur auf den „Glauben“ oder das Prinzip „Hoffnung“ setzen wollen, müssen wir einen Entwicklungsprozess beginnen, der auf ein grundsätzliches Verständnis von gesellschaftlicher Verantwortung und der Bedeutung von Empathie im Zusammenleben zielt. Diese ethisch-moralische Notwendigkeit steht im Gegensatz zur Tendenz unserer Gesellschaft zur totalen Individualisierung.

Michelangelo Buonarotti, Die Sintflut, Fresko, Vatikan, Sixtinische Kapelle, 1508–1512

Michelangelo Buonarotti, Die Sintflut, Fresko, Vatikan, Sixtinische Kapelle, 1508–1512

Das Berliner Gespräch 2016 – und mit ihm nun diese Dokumentation – wirft einen Blick in die Zukunft: Wir gehen mit architektonischen, stadtplanerischen, soziologischen und philosophischen Fragestellungen auf die Suche nach den Möglichkeiten, wie die Menschen, ihre Städte und Häuser einen Entwicklungsschritt machen können, um in einer Welt zurechtzukommen, deren Lebensbedingungen wir bisher nur ahnen können. Diese Ausgabe unserer Zeitschrift veröffentlicht alle Beiträge des Tages und wird erweitert durch einen Beitrag von Barbara Eifert über die Chitalishta in Bulgarien, die ein prägnantes Beispiel für funktionierende Nachbarschaften sind, sowie durch moderierende Texte, die weitere Teilaspekte des Themas darstellen.

Andreas Denk

21. Berliner Gespräch from BDA Bund Deutscher Architekten on Vimeo.

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