Claudia Perren wird neue Direktorin der Stiftung Bauhaus

Im Osten was Neues

Die 41-jährige Architektin und Kuratorin Claudia Perren wird neue Direktorin der Stiftung Bauhaus. Der Stiftungsrat Bauhaus Dessau hat sich einstimmig darauf verständigt, die derzeit am Fachbereich Architektur, Design und Städtebau der Universität in Sydney lehrende Perren als Nachfolgerin von Philipp Oswalt zu bestellen. 28 Bewerbungen lagen dem Stiftungsrat aus Vertretern des Landes, des Bundes und der Stadt Dessau-Roßlau vor – darunter auch die von Oswalt selbst. Warum der bisherige Direktor der Stiftung keine zweite Amtszeit antreten durfte, ist auch nach der Pressemitteilung zu seiner Nachfolge unklar. Entsprechend weit reichen die Mutmaßungen, die derzeit durch die sozialen Medien gehen. Den politischen und fachlichen Ungereimtheiten um Oswalt zum Trotz ist die Ernennung Perrens eine interessante Entscheidung.

Die gebürtige Ost-Berlinerin studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der New Yorker Cooper Union Architektur, absolvierte in der Folge einen Postgraduierten-Studiengang an der ETH Zürich und wurde 2005 an der Universität Kassel mit einer Arbeit über Dan Graham und Peter Eisenman promoviert. Seitdem lehrt Claudia Perren in Sydney. Sie gilt als international erfahren, in Deutschland gut vernetzt, wenngleich als relativ unbeschriebenes Blatt. Einigen ist sie dennoch seit der 2007 gemeinsam mit der damaligen Direktorin des Deutschen Architektur Zentrums DAZ, Kristien Ring, kuratierten Ausstellung „Wohnraum Moderne_Australische Architektur“ ein Begriff. Während die Gerüchteküche um die Demission Oswalts auch wegen nach wie vor ausbleibender Stellungnahme von Seiten des zuständigen Kultusministeriums heiß läuft, kommen auf die erste Frau an der Spitze des Bauhaus Dessau einige Herausforderungen zu. Philipp Oswalt und Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh hatten sich über den Standort des geplanten Neubaus eines Ausstellungszentrums entzweit. Dessen rechtzeitige Fertigstellung zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum 2019 gilt seitdem als unrealistisch. Wie Claudia Perren diesen organisatorischen Kraftakt meistern und wie das künftige Programm des Bauhaus Dessau aussehen wird, werden nur zwei der spannenden Fragen sein, die den Beginn der Amtszeit von Claudia Perren begleiten werden.

David Kasparek

Fotos: privat / Dr. Volkmar Rudolf/Tilman2007 via wikimedia (CC BY-SA 3.0)

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