Offener Brief des BDA Berlin

Mittelpunkt Berlins

Zum Wettbewerb Museum des 20. Jahrhunderts

Mit der Forderung nach maßgeblichen Änderungen an der Ausschreibung zum Realisierungswettbewerb für das Museum des 20. Jahrhunderts wendet sich der BDA Berlin an die Beteiligten des Verfahrens Staatsministerin Monika Grütters (für die Bundesrepublik Deutschland als Bauherrin), Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt), Salomon Schindler und Marc Steinmetz (ARGE WBW-M20/Wettbewerbssteuerung), den Vorstand der ÖPP Deutschland (Projektsteuerung) und an das Preisgericht.

„Mit diesem offenen Brief fordert der BDA Berlin folgende grundlegende Änderungen in der Ausschreibung für den Realisierungswettbewerb des Museums des
20. Jahrhunderts: Die Ausschreibung sollte nach unserer Auffassung die Möglichkeit der Entwicklung eines übergeordneten städtebaulichen Konzepts einschließen. Zudem sollte der Wettbewerb nicht an ein ÖPP-Verfahren gekoppelt werden.

Leider bestätigen die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs M20 in voller Gänze die bereits im Vorfeld des Wettbewerbs formulierten Befürchtungen des BDA Berlin. Sowohl in Bezug auf die preisgekrönten Entwürfe als auch allgemein lässt sich feststellen, dass die vielfältigen, an das Grundstück unmittelbar angrenzenden städtebaulichen Schwierigkeiten wie die Potsdamer Straße, die Piazetta, die Einbindung der Matthäikirche etc. mit der vorliegenden Festlegung des Grundstücks nicht überwunden werden konnten.

Der geniale Entwurf, der mit einem Streich alle Probleme löst, blieb − wie zu erwarten − aus. Da ein vorgeschalteter städtebaulicher Wettbewerb als neuer Rahmenplan für das gesamte Kulturforum politisch nicht akzeptiert wird, möchten wir auf die Möglichkeit verweisen, im zweiten Verfahren ein Gesamtkonzept für das gesamte Gebiet von den Wettbewerbsteilnehmern zu fordern, das den Blick in die Zukunft öffnet.

Aus Sicht des BDA Berlin ist es ein unumgänglicher Schritt, die angrenzenden notwendigen Veränderungen von vornherein mitzudenken, auch wenn weder die Mittel noch die Zeit vorhanden sind, diese kurzfristig umzusetzen. Es würde den Wettbewerbs-teilnehmern die Möglichkeit bieten, das Kulturforum als Ganzes in das 21. Jahrhundert und somit in eine neue Ära hinübergleiten zu lassen. Es geht hier nicht nur um ein Museum, nicht nur um den Dialog mit den Ikonen der Moderne, es geht um einen neuen Mittelpunkt der Stadt Berlin.

Ein ÖPP-Verfahren in diesem Kontext lehnt der BDA Berlin grundlegend ab. Die Finanzierung des Projekts ist durch den Bund gesichert. Daher sieht der BDA Berlin keinen Anlass, warum die Qualität der Architektur durch ein solches Verfahren riskiert und in Mitleidenschaft gezogen werden sollte.“

Im Namen des Vorstandes des BDA Berlin
Dipl. Ing. M.Arch. Andreas R. Becher
Vorsitzender

Weitere Informationen
Petra Vellinga
BDA Berlin
Tel.: 01573. 20 89 49 61
E-Mail: vellinga@bda-berlin.de

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