UNStudio baut U-Bahn in Katar

Parametrisches Design

Qatar Rail hat das niederländische Architekturbüro UNStudio als leitende Architekten für den Ausbau des Schienennahverkehrs in Katar (Qatar Integrated Railway Project, QIRP) berufen. Ben van Berkel und sein Team von UNStudio sollen für das QIRP mehr als 30 Bahnhöfe in der ersten Phase der Entwicklung des lokalen U-Bahnnetzes realisieren. Das Netz selbst soll aus vier Strecken bestehen und den Großraum Doha mit den Gemeinden Al Khor und Al Wakrah-Mesaieed im Norden und Süden von Doha verbinden.

Die geplante U-Bahn soll die Hauptkomponente des QIRP bilden: In einer ersten Phasen werden rund 35 Bahnhöfe entstehen, weitere 60 in Phase 2, womit das Verkehrsnetz die Grundlage für den öffentlichen Nahverkehr im Großraum Doha werden soll. Mit dem Projekt setzen sich das Büro wie die Auftraggeber gleichermaßen das hohe Ziel „…das U-Bahn-Netz von Katar zu einem weltweiten Vorbild in Sachen öffentlichem Nahverkehr [zu] machen“. Das ist auch deshalb ambitioniert, weil öffentlicher Nahverkehr im Emirat derzeit kaum eine Rolle spielt, die Bewohner stattdessen den Großteil aller Strecken im eigenen Auto zurücklegen.

Mit den Entwürfen will UNStudio eine Brücke zwischen Katars Vergangenheit und Zukunft schlagen, indem die jeweiligen Projekte „…sich vom umfangreichen regionalen Kulturschatz an Architektur inspirieren lassen, aber zugleich eine Vision der Modernisierung und Erhaltung darstellen“. Für das umfangreiche Unterfangen haben die Architekten ein Handbuch zusammengestellt, das eine Reihe von Entwurfsparametern, architektonische Details und Materialskizzen versammelt. So sollen die räumliche Qualität der Bahnhöfe und die Übersichtlichkeit des Streckennetzes gewährleistet werden.

Entsprechend optimistisch gibt sich van Berkel im Vorfeld des Riesenprojekts: „Durch die Ausfertigung eines Design-Handbuchs und den Einsatz eines adaptiven parametrischen Designs können wir einen Entwurf mit vielen Variationen erschaffen, was dennoch in allen Bahnhöfen eine einheitliche Identität vermittelt. Auf diese Weise verbinden wir die unterschiedlichen Rahmenbedingungen vor Ort mit einer umfassenden Identität und können physische Faktoren wie Leitsystem, Tageslichteinfall, Fahrgastströme und Konstruktionselemente innerhalb eines komplexen, aber hochgradig durchgeplanten Systems parametrisch angleichen.“

Dka

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