DAZ: The Urburb

Schön und abstoßend

Auf der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig zeigen die Kuratoren Ori Scialom, Roy Brand, Keren Yaela Golan und Edith Kofsky (assoziiert) im israelischen Pavillon die Ausstellung „The Urburb“. Das Kunstwort setzt sich zusammen aus den englischen Worten URBan und SubURB, also dem Städtischen und der Vorstadt, und soll eben diese Schnittstelle zwischen den beiden Siedlungsformen symbolisieren. Dokumentiert werden so 100 Jahre modernistischer Planung in Israel.

In der Ausstellung, die ab dem 4. Dezember im Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin zu sehen ist, zeichnen vier computergesteuerte Fräsen auf den Ebenen „Land“, „Stadt“, „Nachbarschaft“ und „Gebäudeeinheit“ Pläne in den Sand. Doch das Ergebnis ist nicht von Dauer: Kaum sind die Pläne fertig gezeichnet, werden sie wieder verwischt und neue, andere Pläne entstehen an ihrer statt. In einem Interview, das in voller Länge in der architekt 6/14 erscheint, führt Ori Scialom aus: „Dies korrespondiert mit typischen israelischen Planungsprozessen, bei denen ganze Areale detailliert überplant werden, immer wieder aufs Neue, so, als wäre die Landschaft ein leeres Blatt Papier.“ In der Summe, so der Kurator weiter, erzähle man aus israelischer Perspektive „…die Geschichte der Planung, aber gleichzeitig auch die einer Gesellschaft, die schön und abstoßend zugleich ist.“

Die Ausstellung wird am 4. Dezember um 19 Uhr von BDA-Präsident Heiner Farwick und Gunther Adler, Staatssekretär im BMUB, eröffnet. Außerdem sprechen Matthias Böttger, Künstlerischer Leiter des DAZ, und die Kuratoren der Ausstellung.

Red.

The Urburb: Muster Neuen Wohnens
Eröffnung: 4. Dezember 2014, 19.00 Uhr
Ausstellung:  5. Dezember 2014 bis 8. Februar 2015
Deutsches Architekturzentrum DAZ
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin
2. Hinterhof

Fotos: Francesco Allegretto

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