persönliches

Wilhelm Kücker (1933–2014)

Der BDA trauert um seinen ehemaligen Präsidenten Wilhelm Kücker, der im Alter von 81 Jahren in München verstorben ist.

Wilhelm Kücker wurde 1933 in Celle/Niedersachsen geboren. Er studierte Architektur in München, Wien und Zürich. Er war am Lehrstuhl von Gustav Hassenpflug an der TU München tätig und schrieb seine Dissertation über „Das alte Franziskanerkloster in München – Baugeschichte und Rekonstruktion“. 1975 wurde er zum Honorarprofessor der Technischen Universität München berufen. 1983–1987 war er Präsident des Bundes Deutscher Architekten BDA und 1987–1990 Vizepräsident der Union Internationale des Architectes UIA, Paris.

Wilhelm Kücker arbeitete als freier Architekt in München. Unter anderem zeichnete er für ein Bankgebäude in Essen, das Museum für Sepulkralkultur in Kassel, die Tierklinik Geitzmühle in Bad Wildungen, die Bayerische Landesbank am Kirchberg in der Stadt Luxemburg, die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Ingolstadt, das Haus des Gastes in Mörnsheim im Altmühltal und den Umbau der ehemaligen Pfarrscheune sowie verschiedene Schulgebäude in Bayern verantwortlich.

Mit einem weitreichenden Wissen ausgestattet entstanden mehrere Bücher: unter anderen „Architektur zwischen Kunst und Konsum – Auf der Suche nach einem neuen Selbstverständnis“ erschienen im Suhrkamp Verlag 1976, „Die Bayerische Landesbank Luxembourg“ (Ernst & Sohn; 1994), „Die Deutsche Bank Essen“ mit I. Flagge (Wasmuth Verlag 1999). „Idee, Programm, Projekt – Zum Entwurf eines neuen Eichstätt“ mit A. Galfetti, B. Reichlin, I. Flagge und L. Szozzi (Vieweg-Verlag) 1985 „In den Ministergärten“ (Verlagshaus Braun 2001).

Wilhelm Kücker war von 1986 bis Anfang 2000 Redaktionsbeirat von der architekt, unter seiner Mitarbeit erschienen die Hefte: „Das Lächeln in der Architektur“, „Wohnen in der Stadt“ (mit Andreas Brandt) „Metropole und Provinz in Deutschland“, „Umdenken im Städtebau?“ oder  „Architektur als autonome Kunst?“  Viele kennen seine spitze Feder nicht zuletzt aus zahlreichen Beiträgen in den BDA-Informationen Bayern, denen er als Mitglied der Redaktion mehr als zehn Jahre angehörte.

Sein letztes Buch „Ach, die Architekten“ zeigte Kritisches wie auch Amüsantes aus seiner Berufserfahrung. Kritische Betrachtungen waren ihm zweifelsohne immer von Nöten, und wenn er sich nicht nur in diesem Buch den aktuellen Veränderungen des Berufsstands im Spannungsfeld von technoidem Pragmatismus und exzessiver Gestaltungshybris widmete, führte er mit subtiler Schärfe, aber nie ohne wachem Geist und feinem Humor, manches fragwürdige Verhalten vor Augen.

Wilhelm Kücker hat sich um die Architektur, die Ziele des BDA verdient gemacht. Wir verlieren einen liebenswerten und der hohen Aufgabe der Architektur unermüdlich verpflichteten Kollegen. Er verstarb völlig unerwartet in seiner Münchner Wohnung.

Erwien Wachter

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