Kunststoffhaus FUTURO von Matti Suuronen

Zeitkapsel

Die 1960er Jahre waren, angeregt unter anderem durch die bahnbrechenden Errungenschaften der Raumfahrt, in besonderem Maße geprägt von Zukunftsvisionen. Die kaum zu verarbeitenden Fortschritte der Technik trieben die Fantasie von Schriftstellern, Künstlern und Architekten zu kühnen und avantgardistischen Entwürfen an, in denen Ideen von neuen Formen des Lebens und der Gesellschaft verhandelt wurden. In ebenjenem Geist entwickelte der finnische Architekt Matti Suuronen 1965-67 sein Kunststoffhaus FUTURO. Der kapselartige, auf Stahlrohren aufgeständerte Bau zeichnet sich durch eine ellipsoide Form mit ebenso ellipsoiden Fensteröffnungen aus und wurde von der finnischen Firma Polykem Ltd. als eines der ersten serienproduzierten Kunststoffhäuser der Geschichte hergestellt und international vertrieben. Eines der bis heute etwa 60 erhaltenen FUTURO-Exemplare wird nun ab dem 1. Juni im Außenbereich der Pinakothek der Moderne zu sehen und  begehen sein.

Die Konzeption von Suuronens Kunststoffhaus, das uns heute wie eine naive Vision von Zukunfts-Architektur erscheinen mag, gründete dabei auf immer noch gültigen Grundsätzen: effizient, funktional und massenproduzierbar sollte die Behausung sein. Für einen schnellen Aufbau bestand es aus 16 Kreissegmenten, die binnen zwei Tagen zusammengesetzt werden konnten. Das Münchener Exemplar des FUTURO wurde zunächst in den frühen 1970er-Jahren von Stiebel Eltron gekauft und auf dem Firmengelände in Vlotho errichtet. 2012 erwarb es das Charles-Wilp-Museum in Witten, und von dort aus gelangte es nun nach München.

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FUTURO – A Flying Saucer in Town
Eröffnung: 1. Juni, 19.00 Uhr

 

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