COBE Berlin und Ortner & Ortner Baukunst gewinnen Wettbewerb

Bauen am Gleisdreieck

Der städtebaulich-architektonische Wettbewerb „Urbane Mitte“ für das Areal am Berliner Gleisdreieck ist entschieden. Dabei setzten sich die Entwürfe der beiden Büros COBE Berlin und Ortner & Ortner Baukunst einstimmig gegen fünf weitere vorgestellte Konzepte der zweiten Wettbewerbsphase durch. Mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurden die Entwürfe der Büros Ingenhoven Architects und Sauerbruch + Hutton. „Entscheidend für die Auswahl der beiden Siegerkonzepte war die Vorgabe zur Entstehung eines lebendigen Stadtquartiers“, sagte Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die Mitglied der Wettbewerbsjury war. Miriam Carlow erklärte, der Entwurfsansatz ihres Büros COBE Berlin sei „hyper-urban, super metropolitan, von internationaler Ausstrahlung und mit hohem lokalen Wiedererkennungswert“. Markus Penell, Gesellschafter von Ortner & Ortner ergänzte: „Aus Logik und Restriktion der Bahn, aus den urbanen Bezügen und Verbindungen entsteht in einem dichten Ensemble vielfältiger Baukörper und öffentlicher Räume ein Stadtviertel eigener Prägung: markant und gemischt, aber auch durchlässig und luftig zum Park.“

COBE Berlin gruppiert fünf Hochhaustürme rund um den denkmalgeschützten U-Bahnhof Gleisdreieck, auf dem südlichsten Bauplatz jenseits der Hochbahn-Viadukte wird ein klassisch anmutender Block vorgesehen. Ortner & Ortner gehen noch einen Schritt weiter und platzieren sieben Hochhäuser mit einer maximalen Höhe von 90 Metern auf dem Areal. Das höchste auf dem südlichsten Baufeld, im Schnittpunkt des Geländes mit der Ost-West-Achse zwischen Gneisenaustraße in Kreuzberg und Kurfürstenstraße in Schöneberg. Städtebaulich ein nachvollziehbarer Schachzug. Im Vorfeld des vom Berliner Büro C4C organisierten Wettbewerbs gab es seit 2014 intensive Dialoge zwischen Politikern, Bürgern und Experten. Im laufenden Entwicklungsverfahren wurde mit dem städtebaulichen Planungswettbewerb die Grundlage für das weitere Bebauungsplanverfahren gewonnen. Die Ergebnisse von drei Werkstattgesprächen wurden in einem Interessenplan niedergelegt und nach dem dritten Werkstattgespräch der Konsensplan final überarbeitet. Dieser bildete die Grundlage für den darauf folgenden zweiphasigen städtebaulichen Wettbewerb gemäß RPW 2013.

Auch die angrenzenden und teils historischen Bauwerke wie das Technikmuseum mit seinem Wasserturm, das alte Stellwerk und der Wohnungsneubau im Debis-Parkhaus sind in der Planung berücksichtigt, ein neuer und öffentlicher Platz als Entrée zum Bahnhof soll ebenso entstehen wie der Fernradweg Berlin–Leipzig integriert werden. Auf dem Areal werden vorwiegend Büro- und Gewerberäume entstehen. Wohnraum lässt sich aus Lärmschutzgründen nur an den wenigsten Stellen umsetzen, wird das Gelände doch von zwei U-Bahn-Linien sowie der Nord-Süd-Trasse von Fernbahn, Regionalzügen und S-Bahn durchschnitten. Außerdem sollen Einrichtungen für Kunst und Kultur einziehen und Raum für sogenannte „alternative Sportangebote“ geschaffen werden. Der Baubeginn ist für 2018 vorgesehen, die Wettbewerbsplanungen werden in einer öffentlichen Ausstellung vom 3. bis 5. Dezember im Deutschen Technikmuseum gezeigt.

Dka

Fotos: COPRO/COBE Berlin/Ortner&Ortner Baukunst

 

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