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Stärkung der Baukultur

BDA Preis Bayern 2019

Am 23. Februar wurde der BDA Preis Bayern im Rahmen eines Festakts in der Münchner Alten Kongresshalle zum 24. Mal verliehen. Je ein Preis und (erstmalig) zwei Auszeichnungen wurden in den einzelnen Kategorien vergeben. Der vom Landesverband ausgelobte Preis ist einer der renommiertesten Architekturpreise Bayerns – nicht nur die hohe Qualität der Architektur, sondern auch das erfolgreiche Zusammenwirken zwischen Bauherr und Architekt wird gewürdigt. Alle Preisträger sind für den BDA-Architekturpreis, Nike 2019, nominiert.

Preisträger in der Kategorie Wohnungsbau: Florian Nagler Architekten, Parkplatzüberbauung am Dantebad, München 2016–2017, Foto: Stefan Müller-Naumann

„Es war eine der bewegendsten Preisverleihungen, die wir je hatten“, resümierte die Landesvorsitzende Lydia Haack, und die gute Stimmung der über 400 anwesenden Teilnehmer und Gäste gaben ihr recht. In ihrer Einführung dankte Haack den Bauherren und Architekten für ihr baukulturelles Engagement: „Der BDA Preis Bayern wurde vor 52 Jahren mit der Intention ins Leben gerufen, den Blick auf das hohe Maß an Verantwortung zu lenken, das Architekten und Bauherren gegenüber der Gemeinschaft übernehmen. Die herausragenden prämierten Projekte, aber auch die vielen qualitativ hochwertigen Einreichungen zeigen uns, dass diese Verantwortung in Bayern wahrgenommen wird.“

Preisträger in der Kategorie Bauen für die Gemeinschaft: Peck.Daam Architekten, Erweiterung der Maria-Ward-Schule, Bamberg 2014 – 2016, Foto: Gerhard Hagen

„Baukultur stiftet Identität. Wer baut, sichert Tradition, stiftet Orte für gemeinschaftliche Werte und schreibt die Zukunft weiter. Wer in Bayern baut, meißelt unsere DNA in Stein. Deshalb ist mir Baukultur so wichtig“, so der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Hans Reichhart, der die Schirmherrschaft 2019 übernommen hatte. Souverän und feinsinnig führte Kurator Amandus Samsøe Sattler durch den Abend und betonte: „Der BDA Preis Bayern ist ein für die Stärkung der Baukultur bedeutender Architekturpreis, der vor allem auch das öffentliche Bewusstsein für qualitätvolle Gestaltung schärfen soll. Deshalb ist es wichtig, dass neben den Preisen weitere Auszeichnungen vergeben werden, um so die Architekturqualität in Bayern noch stärker sichtbar werden zu lassen.“

Preisträger in der Kategorie Gewerbe- und Verwaltungsbau: Knerer und Lang Architekten, Wertstoff- und Straßenreinigungsdepot Nord, Augsburg 2013–2016, Foto: Jens Weber

Zum zweiten Mal wurde im Rahmen des Preises auch ein Nachwuchspreis ausgelobt. Lydia Haack dankte den Hochschulen für die zahlreichen und anspruchsvollen studentischen Beiträge: „Die Weiterentwicklung unserer Baukultur hängt in entscheidendem Maße auch von unseren Investitionen in die Qualität der Ausbildung und der Nachwuchsförderung ab. Angesichts der Zunahme der Aufgabenfelder in unserem Berufsfeld und ihrer wachsenden Komplexität wird Bildung zu einer zentralen Aufgabe für unseren Berufsstand. Deshalb bieten wir zukünftigen Architekten und Stadtplanern mit dem BDA Nachwuchspreis eine Plattform, auf der sie ihre Ideen präsentieren können, und verweisen damit auf die Verantwortung der Architektenausbildung als Grundlage für qualitätvolle Planung.“

Preisträger in der Kategorie Bauen im Bestand / Denkmal: Schlicht Lamprecht Architekten, Einblick und Ausblick – Eine Burg für die Bürger, Röttingen 2014 – 2018, Foto: Stefan Meyer

Für große Überraschung sorgte der Preis der Jury, der dieses Jahr erstmalig einer studentischen Arbeit zuteil wurde. Jurymitglied Uta Gelbke dankte Matthias Richter für seine wegweisende Masterarbeit „Was ist schön?“. „In ihrer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Begriff Schönheit schlussfolgert diese Arbeit, dass das Schöne nicht dem subjektiven Urteil unterliegt, sondern durch Experten – in diesem Fall Architekten – aufgrund ihres geübten Geschmacksvermögens bewertet werden kann. Der Autor fordert: neues Baurecht, neue Baupolitik, neue Werte. Was wie ein idealistischer Rundumschlag klingt, ist der Versuch, den Verlust des Experten zu thematisieren und Baukultur wieder als gesellschaftliche Verantwortung des Berufsstands zu diskutieren“. Dies sieht die Jury als vordergründige Leistung der Arbeit und als Alleinstellungsmerkmal unter allen eingereichten Projekten.

Nachwuchspreis: Julian Kerkhoff, Die Kelterei – Vom Naturprodukt zum Kulturprodukt, Entwurf, Neuseeland 2018, Abb: Julian Kerkhoff

Im Rahmen der Preisverleihung wurden auch die Nominierungen des Landesverbands für den BDA-Architekturpreis „Klassik Nike 2019“ durch Fritz Auer (ehemaliger Nike-Preisträger) vorgestellt. Die „Klassik Nike“ zeichnet ein Bauwerk aus, das nach 1945 entstanden ist, sich über mindestens drei Jahrzehnte bewährt hat und dessen besondere Architektur immer noch als vorbildhaft gelten kann. Für die Klassik Nike 2019 nominiert der BDA Bayern die Architekturschule München von Adolf Peter Seifert, Franz Ruf und Rol ter Haerst (Bauherr: Freistaat Bayern) und das Pellerhaus, Nürnberg, von Fritz und Walter Mayer (Bauherr: Stadt Nürnberg).

Zum BDA Preis Bayern 2019 erscheint eine Publikation, die einen Überblick zum aktuellen Stand des architektonischen Schaffens in Bayern gibt und zudem eine spannende Auseinandersetzung der Jury mit den Werken zeitgenössischer Architektur ermöglicht.

Tina Gießmann

BDA Preis Bayern 2019, Hg BDA Bayern, 160 S., zahlr. Abb., 36,– Euro, Büro Wilhelm Verlag, Amberg 2019, ISBN 978-3-943242-95-9

 

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