Akademie der Künste eröffnet Gustav-Peichl-Archiv

Sprache der Architekten

Mit einer Buchvorstellung eröffnet die Akademie der Künste am 28. Mai das Archiv des Wiener Architekten Gustav Peichl. Es enthält Dokumente zu seinen für Deutschland entwickelten Bauprojekten, darunter die Bundeskunsthalle in Bonn sowie der Erweiterungsbau für das Städel in Frankfurt am Main. Das Archiv umfasst rund 3.100 Pläne, Zeichnungen, Skizzen und fünf Modelle zu 23 deutschen Bauprojekten. Schriftliche Dokumente sind zwar recht rar, dafür überzeugt Peichls Œuvre mit beschreibenden Detailzeichnungen und Skizzen. Anlässlich der Schenkung erscheint die reich bebilderte Publikation „Gustav Peichl. Die Zeichnung ist die Sprache der Architekten“.

Gustav Peichl wurde am 18. März 1928 in Wien geboren, wo er bis heute lebt. Bereits 1943/44 begann er sein Architekturstudium, von 1952 bis 1954 arbeitete er im Atelier Roland Rainer in Wien und begann 1954 unter dem Pseudonym ‚Ironimus’ für „Die Presse“ und den „Bildtelegraph“, ab 1960 auch für die „Süddeutsche Zeitung“ Karikaturen zu zeichnen. Seit 1955 führt er ein eigenes Architekturbüro in Wien. Von 1973 bis 1996 war er Professor und Leiter der Meisterschule für Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Die deutschen Bauprojekte Gustav Peichls entstanden zwischen 1978 und 1999. Ein frühes war die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung zur Trinkwasserverbesserung des Tegeler Sees in Berlin errichtete Phosphateliminationsanlage (1980–1985). Der Durchbruch gelang Peichl mit dem Gewinn des Wettbewerbs um den Neubau der Bundeskunsthalle in Bonn 1986. Einen weiteren Bau konnte Peichl mit der Erweiterung des Städelschen Kunstinstituts (1987–1990) in Frankfurt am Main realisieren. Das jüngste Werk ist die Kindertagesstätte des Deutschen Bundestags (1997–1999).

Die Akademie der Künste gibt sich stolz: „Gustav Peichl gehört zu den bedeutenden Architekten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sein feines Gespür für Form und Funktion ist neben großer künstlerischer Präsenz in allen Bauten und Bauentwürfen lebendig. Seine Schenkung bereichert das Baukunstarchiv der Akademie, das wie keine zweite Architektursammlung die Berliner Moderne seit 1900 bis in die Wirtschaftswunderzeit der alten Bundesrepublik dokumentiert.“
Red.

Archiveröffnung und Buchvorstellung
Dienstag, 28. Mai, 19.00 Uhr
Eintritt 5,– / 3,– Euro
Akademie der Künste
Pariser Platz 4
10117 Berlin
Mit Gustav Peichl, Wolfgang Trautwein, Eva-Maria Barkhofen und Karla Kowalski

Publikation
Gustav Peichl. Die Zeichnung ist die Sprache der Architekten, Herausgegeben im Auftrag der Akademie der Künste von Eva-Maria Barkhofen, 104 S., zahlr. farb. und s/w.-Abbildungen, ISBN 978-3-88331-200-2, 20,– Euro

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