BDA Niedersachsen

Gropius an der Leine

Wilhelm Stichweh, Färbereiunternehmer aus Hannover, hatte nach dem Zweiten Weltkrieg gegenüber dem Hannoveraner Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht festgestellt: „Schade, dass in Deutschland so gebaut wird, als hätten Mies van der Rohe und Walter Gropius nicht gelebt.“ Daraufhin stellte Hillebrecht den Kontakt zu Walter Gropius her, der in der Folge nach einem Raumprogramm von Stichweh den Entwurf zu einem kleinen Wohnhaus für die Familie des Unternehmers fertigte – bis heute ist der Bau in Familienbesitz.

Der zweigeschossige Flachdachbau mit gelben Klinkern steht als sachlich-schlicht gehaltener Bau in einem großbürgerlichen Villenviertel unweit der Herrenhäuser Gärten in der niedersächsischen Landeshauptstadt. 1974 erweiterten die Architekten Hübotter-Ledeboer-Busch das Haus im Süden um einen eingeschossigen Wohntrakt, der sich gut in das Ensemble auf dem von großen Bäumen umgebenen Grundstück einfügt. Seit 1987 ist das Wohnhaus an den BDA Niedersachsen vermietet, der es zusammen mit dem Verein zur Förderung der Baukunst für Veranstaltungen und als Geschäftsstelle nutzt.

Zum 60-jährigen Bestehen öffnet der BDA Niedersachsen am 28. Juni die Türen des Hauses: Klaus Stichweh, Sohn des Bauherrn, schildert in einem Gespräch mit dem Bauhistoriker Sid Auffahrt seine Erinnerungen aus der frühen Zeit des Gropiushauses. Die öffentliche Veranstaltung findet im Rahmen der niedersächsischen ArchitekturZeit 2013 statt – um Anmeldung per Mail oder Telefon (0511. 70 10 328) bis 21. Juni wird gebeten.
Red.

Foto: Robert Mehl, 2013

Walter Gropius, Haus Stichweh, Hannover 1951-1953; Foto: Robert Mehl, 2013

1953 – 2013. 60 Jahre Gropiushaus Hannover
Freitag, 28. Juni
17.00 Uhr
Gropiushaus
Alleehof 4
30167 Hannover

Artikel teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*