Buch der Woche: Die Industriearchitektur Albert Kahns

Architektonischer Fordismus

Geschichte wird gemacht. Darauf haben in der Vergangenheit viele hingewiesen. Dinge passieren zwar mehr oder minder einfach so, ob und wie sie rezipiert werden, darüber entscheiden jedoch Einzelpersonen oder schlicht der Zufall. Der Architekt Albert Kahn ist in diesem Kontext eine Art Paradebeispiel für die Wirkmächtigkeit Einzelner. In den 1920er-Jahren wird seine Industriearchitektur von den Apologeten des Neuen Bauens in … Mehr lesen

Buch der Woche: Wohnungsbau in Mexiko

Zwischen Traum und Albtraum

Bauhaus überall. So auch in der Stuttgarter ifa-Galerie, die seit dem 11. April die Ausstellung „Häuser für alle. Wohnungsbau in Mexiko“ präsentiert. Der Zusammenhang zwischen dem lateinamerikanischen Land und dem 100. Geburtstag der 1919 in Weimar gegründeten Architekturschule wirkt auf den ersten Blick etwas konstruiert: Hannes Meyer, von 1928 bis 1930 Direktor des Bauhauses, wurde 1939 zum Leiter des neugegründeten … Mehr lesen

Heiner Farwick

Typ und Serie

Traditionen, Möglichkeiten, Grenzen In der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts war auf politischer Ebene in Deutschland die Wohnungsfrage weitgehend für erledigt erklärt worden. Kommunale Wohnungsunternehmen wurden veräußert, die öffentliche Förderung des Wohnungsbaus heruntergefahren und neue Wohnbauflächen wurden nur noch vereinzelt ausgewiesen. Die Förderungsprogramme bezogen sich vermehrt auf den Abbruch oder Teilrückbau meist großer (in der Regel seriell errichteter) Wohnanlagen, die … Mehr lesen

Buch der Woche: Moholy-Nagys „Von Material zu Architektur“

Bauhausbücher revisited

Der Berliner Gebrüder Mann Verlag hat im Bauhausjahr drei der bekanntesten Bauhausbücher neu gedruckt. Wir werfen einen Blick auf László Moholy-Nagys Buch „Von Material zu Architektur“ aus dem Jahr 1929 – eine Art Lehrbuch, in dem der berühmte Bauhauslehrer seine Methodik und Denkweise erläutert. Als Leiter des Vorkurses, einer breit aufgestellten Grundausbildung, die alle Schüler durchlaufen mussten, entwickelte er einen … Mehr lesen

Buch der Woche: Bauhaus 1919 – 1933

Einstiegsdroge

Am Ende waren es nur 14 Jahre, die diese Schule existierte und doch kann man sich ihr anno 2019, einhundert Jahre nach ihrer Gründung, kaum entziehen. 1919 wurde das Bauhaus als eine Schule in Weimar gegründet, deren erklärtes Ziel die „Sammlung alles künstlerischen Schaffens zur Einheit, die Wiedervereinigung aller werkkünstlerischen Disziplinen – Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk – zu einer … Mehr lesen

Buch der Woche: Neuperlach ist schön

Platten-Potential

„Neuperlach ist schön“ – wie zur stolzen Bestätigung dieses Titel-Statements wirkt die 700 Seiten starke und gefühlt fünf Kilo schwere Publikation wie eine Papier gewordene Manifestation besagter Münchner Großwohnsiedlung. Doch auch der Inhalt des Buches zeigt: Optimismus gegenüber der Weiterentwicklung von Plattenbauquartieren ist angesichts des Wohnungsmangels nicht nur notwendig, sondern bringt auch enormes entwerferisches Potential mit sich. Der monumentale Band, … Mehr lesen

Elina Potratz

Bauhaus Archäologie

Das Bauforschungsarchiv in Dessau Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die teilzerstörte ikonische Stahl-Glas-Vorhangfassade des Bauhausgebäudes in Dessau durch eine kasernenartige Lochfassade ersetzt. Erst in den 1960er und 1970er Jahren wurde der Bau saniert und damit stückweise in das ursprüngliche transparente Erscheinungsbild zurückversetzt. Bei diesen, auf das äußere Bild fixierten Umbauten wurde jedoch auch ein beachtlicher Teil der noch erhaltenen Original-Substanz … Mehr lesen

Kolloquium zum 150. Geburtstag von Peter Behrens

Ziehvater der Moderne

Peter Behrens (1868 – 1940) gilt als einer der Wegbereiter der Moderne, der noch bis in die zwanziger Jahre hinein einflussreich blieb. Neben seinem Engagement für den Deutschen Werkbund und seiner Tätigkeit an der Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe trat er 1903 als Direktor der Kunstgewerbeschule Düsseldorf an. Sowohl Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier begannen kurz vor … Mehr lesen

Van Bo Le-Mentzel im Gespräch mit David Kasparek

Klein statt Groß

Von der Wichtigkeit des Hinterfragens Van Bo Le-Mentzel (*1977), geboren in Laos, wuchs in Berlin auf, wo er an der Beuth Hochschule für Technik Architektur studierte. Bekannt wurde er unter dem Motto „Konstruieren statt Konsumieren“ mit der Entwicklung der Hartz-IV-Möbel zum Selbstbau mit geringem Kostenaufwand. 2015 initiiert Van Bo Le-Mentzel die Tiny House University als ein Berliner Kollektiv aus Gestaltern, … Mehr lesen

Ausstellung am Bauhaus Dessau

Damals wie heute

Im Jahr 2019 feiert das Bauhaus sein 100-jähriges Bestehen. Und wie das so ist bei großen Ereignissen: sie werfen ihre Schatten voraus. So bildet die gerade am Bauhaus Dessau eröffnete Ausstellung „Handwerk wird modern“ den Auftakt zu den umfänglichen Aktivitäten des Bauhauses im Rahmen des in zwei Jahren anstehenden Jubiläums. Die von Regina Bittner und Renée Padt kuratierte Schau widmet … Mehr lesen