Tallinner Architektur Biennale 2015

Digital ist besser?

Noch erzeugt die Vorstellung von Straßen mit selbstfahrenden Autos ohne Fahrer und Lenkrad bei den meisten Menschen zwiespältige Gefühle, erinnert es doch mehr an Fiktionen als an Realitäten. Dennoch ist es recht wahrscheinlich, dass diese vermeintliche Sci-Fi-Welt in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden kann – bereits um 2020 erwarten Experten selbstfahrende Autos im Verkehr. Die dritte Tallinner Architekturbiennale unter der Kuration des estnischen Architekten und Stadtplaners Marten Kaevats und des Estonian Centre of Architecture fokussiert genau diese Zukunft: Sie fragt unter dem Titel „Self-driven City“, wie Technologien die Art der Wahrnehmung, der Gestaltung und schließlich des Lebens in den Städten verändern.

In seiner Hauptausstellung „Body Building“ im Estnischen Architekturmuseum zeigt das Festival hybride Konstruktionen zwischen Architektur und Wissenschaft, die darstellen sollen, wie automatisierte intelligente Systeme das Stadtbild zukünftig verändern werden und den Balanceakt zwischen Freiheit und Kontrolle, Geplantem und Informellem untersuchen. Eine Ausstellung, „Epicentre of Tallin“, zeigt in einem Wettbewerb ermittelte Vorschläge für öffentliche Räume, die durch selbstfahrende Autos verändert werden. Schließlich wird ein zweitägiges Symposium, unter anderem mit Carlo Ratti, in den Themenpanels „Third Industrial Revolution“, „Data“, Mobility“ und „Fabrication“ Stadtplaner, Architekten, Designer und Wissenschaftler zusammenbringen. Zentrale Fragen sind: Wie werden wir uns in Zukunft bewegen? Wo wird die Energie herkommen? Wo finden wir Ressourcen, um unsere Städte und Kommunen nachhaltig zu organisieren? Und schließlich: Ist alles sinnvoll und gut, was digital ist?

Das Festivalprogramm ergänzen Führungen, Talks, Seminare, Filmvorführungen und Partys.

Red.

Tallinner Architektur Biennale (TAB)
9. September bis 18. Oktober 2015
verschiedene Orte in Tallinn
Programm
Tickets: Early Bird Tickets für 59, – Euro (29,- Euro ermäßigt) bis 31. August 2015, danach 79,- Euro (49,- Euro ermäßigt).

 

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