Alejandro Aravena wird Direktor der 15. Architekturbiennale in Venedig

Kämpfe gewinnen – Grenzen verschieben

Alejandro Aravena ist als Direktor der 15. Architekturbiennale in Venedig bestellt. Das gab der Vorstand der Biennale di Venezia unter Vorsitz von Paolo Baratta am 18. Juli in der Lagunenstadt bekannt. Wie schon im vergangenen Jahr soll auch die kommende Architekturschau in Venedig sechs Monate zu sehen sein: 2016 vom 28. Mai bis zum 27. November. Die Vernissage- und Preview-Tage sind für den 26. und 27. Mai angesetzt.

Aravena, 1967 in Chile geboren, hat sich vor allem durch seine praktische Arbeit mit dem „Urban Do-Tank“ ELEMENTAL weltweit einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die bekanntesten Projekte dürften wohl die Selbstausbauhäuser in Chile und Mexiko sein, die in den letzten Jahren vielfach publiziert wurden. In seinem ersten offiziellen Statement als Biennale-Direktor äußerte sich der Chilene zu seinen Plänen für die europaweit wichtigste Architekturausstellung: „Es gibt etliche Kämpfe, die gewonnen werden müssen, und etliche Grenzen, die verschoben werden müssen, um die Qualität der gebauten Umwelt, wie die Lebensqualität der Menschen, zu verbessern.“ Als Ziel gab Alejandro Aravena für die kommende Architekturbiennale aus, „… Erfolgsgeschichten, die es wert sind, erzählt zu werden, und Fallbeispiele, die es wert sind geteilt zu werden,“ publik zu machen und aufzuzeigen, wo Architektur den Unterschied im Rahmen dieser Kämpfe und Grenzverschiebungen ausmacht und ausmachen wird.

„Die 15. Internationale Architekturausstellung wird davon handeln, von Architektur zu lernen, die durch Intelligenz, Intuition oder beidem zur gleichen Zeit, in der Lage ist, den Status quo zu überwinden. Wir wollen Fallbeispiele präsentieren, die, ungeachtet aller Schwierigkeiten, etwas vorschlagen oder tun, anstatt Resignation oder Bitterkeit an den Tag zu legen. Wir wollen zeigen, dass in der dauerhaften Debatte um die Qualität der gebauten Umwelt nicht nur der Bedarf, sondern auch der Raum für Handlungen ist.“

Auch Paolo Baratta, Präsident der Biennale, zeigt sich optimistisch: „Nach der wichtigen experimentellen, von Rem Koolhaas entwickelten Biennale, die ganz der kuratorischen Forschung gewidmet war, glauben wir nun mit einer Biennale folgen zu müssen, die die Architekten versammelt, und die der Entdeckung einer neuen Grenze gewidmet ist, die die Vitalität von Architektur demonstriert. Ein Grenzland, das sich über diverse Teile der Erde spannt und zeigt, dass Architektur unabkömmlich ist in der Bereitstellung spezifischer Antworten auf spezifische Erfordernisse. Intention dieser Biennale ist es, ein weiteres Mal auf die Lücke zwischen Architektur und Zivilgesellschaft zu reagieren, die Architektur in den  letzten Dekaden zu einem Spektakel auf der einen und schlicht überflüssig auf der anderen Seite gemacht hat. Unter den Architekten einer neuen Generation ist Alejandro Aravena unserer Meinung nach derjenige, der diese Realität am besten beschreiben wie auch ihre Lebendigkeit herausstellen kann.“

Red.

Foto: Christobal Palma/Elemental

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