nbundm* gewinnen Wettbewerb in Balingen

Gedächtnis der Stadt

nbundm* Architekten und Stadtplaner BDA (München/Ingolstadt) haben beim nichtoffenen Wettbewerb um die Bebauung am Mühltorplatz in Balingen den ersten Preis gewonnen. Zusammen mit OK Landschaft (München) entwickeln die Entwurfsverfasser um Jan Bohnert, Chris Neuburger und Andreas Kicherer ein Ensemble aus vier Baukörpern, von denen sich die beiden am Ufer der Eyach gelegenen jeweils in zwei giebelständige Volumen gliedern. An historisch prägnanter Stelle inmitten der Stadt gelingt es den Architekten, durch die städtebauliche Anordnung der Gebäudekubaturen eine Raumfolge zu entwickeln, die in einer deutlichen Tradition des Ortes steht. Wie schon bei anderen Projekten des Büros (siehe der architekt 5/13, S. 86-89) gelingt es den Architekten auch hier, eine Formensprache zu finden, die sich sowohl ästhetisch als auch räumlich aus der Geschichte des Ortes entwickelt und doch ein eindeutiger Beitrag aktueller Architektur ist. So entsteht nicht nur ein öffentlicher Anger, sondern auch eine schlüssige Erschließung durch Gassen und Wege. Diese Freiflächen werden durch  gefärbtes Natursteinpflaster zu einem Ganzen zusammengefasst. Der einst für die Stadtstruktur und das örtliche Gerbergewerbe prägende Kanallauf wird „…im Freiraum als Wegezeichnung selbstverständlich erlebbar“, wie Bohnert und Neuburger erläutern.

Für den Wettbewerb wurden 21 Wohnungen und ebenso viele Stellplätze in einer Tiefgarage planerisch nachgewiesen, zwei der vier Häuser erlauben dank ihrer einläufigen Erschließung prinzipiell aber auch eine Organisation als 3- oder 4-Spänner – so könnten eine größeren Anzahl von kleineren Wohnungen auf gleicher Grundfläche ermöglicht werden. Drei der vier Gebäude stehen auf einem gemeinsamen Tiefgaragen- und Kellergeschoss aus Stahlbeton, auf das mit massiven Dämmziegeln aufgemauert werden soll. Allein das „Haus 3“ titulierte Gebäude, das an den Bestand in der Straße „Am Mühltor“ anschließt, verzichtet auf ein unterirdisches Kellergeschoss, was kostenintensive Gründungsarbeiten und Abfangungen vermeiden soll. nbundm* schlagen alle Gebäude verputzt vor: die Wandflächen mit strukturiertem Rauputz, in denen sich Sockelbereich und Fensterfaschen mit einem feinen Glattputz absetzen. Und so konstatiert auch die Wettbewerbs-Jury: „Die Arbeit beschäftigt sich in beeindruckender Weise mit der Stadtgeschichte bis zurück ins 13. Jahrhundert und vollzieht die verschiedenen Epochen der Stadtentwicklung (nach)“.

David Kasparek

Modellfoto: Steffen Maier, Schwarzwälder Bote

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