BDA-Partner: 10 Jahre Jung-Architekturgespräche

Im Gespräch

Der Hersteller für Elektrotechnik und BDA-Partner Jung richtet seit nunmehr zehn Jahren die JUNG-Architekturgespräche aus. Grund genug für uns, die verantwortlichen Köpfe hinter der Serie zu befragen. Deniz Turgut, Leiter Marketing und Außendienst, und Michael Schuster, Key-Account-Manager der Abteilung Objektmanagement bei der Albrecht Jung GmbH & Co. KG, sprachen mit David Kasparek. 

David Kasparek: Herr Schuster, Herr Turgut, seit zehn Jahren gibt es die Jung-Architekturgespräche. Wie fällt ihre Zwischenbilanz nach einer Dekade aus?
Michael Schuster: Der Ursprung der Architekturgespräche ist mehr einem Zufall als einer langfristig geplanten  Reihe geschuldet. Die erste Veranstaltung fand im Jahr 2006 in Hamburg mit dem Titel  „Hamburger Hochhausgespräche“ statt. Als Referenten konnten wir damals Jan Kleihues und Michael Schumacher gewinnen. Beides Architekten, mit denen wir  seit vielen Jahren zusammen arbeiten. Der Erfolg der ersten Veranstaltung war der Impuls für alle weiteren.
Deniz Turgut:
Jung bietet als Marke mit den Architekturgesprächen ein Forum für aktuelle Architekturthemen und dem Fachpublikum eine Plattform zum fachlichen Austausch auf Augenhöhe. Wir hören als Hersteller ganz genau zu. Denn auch wir gewinnen dadurch ein deutlich höheres Verständnis für die uns wichtige Zielgruppe der Architekten. Uns ist durchaus bewusst, dass sich die Gestaltung der Gebäude nicht am Lichtschalter orientiert. Dennoch sind Schalter nicht nur haptisch ein in permanenter Nutzung sich befindliches Bauteil, sondern auch gestalterisch ein relevantes Mittel, welches sich auf Jahrzehnte mit dem Gebäude verbindet. Diese Botschaft der Verbindlichkeit drückt sich nicht nur in der Qualität unserer Produkte aus, sondern auch in unseren Veranstaltungen. Dennoch sind die Architekturgespräche – frei  von Werbung – viel mehr geprägt durch den offenen Dialog mit unseren Gästen.

David Kasparek: Die Stadt der Zukunft soll inklusiv, sozial, ökonomisch, nachhaltig, identitätsstiftend und dergleichen mehr sein – darüber hinaus auch noch schön. Bei dieser Vielzahl von architektonischen Themen zum Komplex Stadt droht Unübersichtlichkeit. Wie hoffen Sie, dem entgegensteuern zu können?
Michael Schuster: Bekanntlich liegt die Schönheit immer im Auge des Betrachters und bei den Themen der Architekturgespräche ist unser Anspruch, dass wir immer für die jeweilige Stadt und den jeweiligen Zeitpunkt das Thema treffen, das dann auch tatsächlich aktuell ist. Manche Themen, wie zum Beispiel „Wettbewerbe“, sind immer aktuell. Oder auch das Thema „Zukunft braucht Herkunft“. Die Kunst liegt darin, bereits einige Monate vorher zu wissen, was in dem Moment der Veranstaltung tatsächlich den Nerv trifft.
Deniz Turgut: Auch wenn die Schönheit der Stadt natürlich nicht das Kernthema eines mittelständischen Herstellers von Schaltern und Gebäudetechnik mit einer über 100 jährigen Firmengeschichte ist, gehört  das Verständnis für Form und Materialität zu unseren Kernkompetenzen. Dazu gehört selbstverständlich auch die gebaute Architektur, denn auch wir schätzen die Schönheit der Stadt.

David Kasparek: Das Architekturgespräch am 7. Mai in Hamburg widmet sich dem Motto „housing“, dem Wohnbau also – und damit einem der virulenten Themen derzeit. Warum ist es wichtig, sich aus Ihrer Sicht mit den Fragestellungen rund um das Wohnen zu beschäftigen?
Michael Schuster: Das Thema „housing“ hat für eine Stadt wie Hamburg natürlich eine besondere Bedeutung. Hier gilt es, Möglichkeiten und Beispiele aufzuzeigen, wie nicht nur Premium-Wohnen, sondern auch bezahlbarer Wohnraum in der Stadt realisiert werden kann. Die Bandbreite unserer Referenten bei dieser Veranstaltung reicht vom Premium-Wohnen bis hin zu Wohnungsbauprojekten mit dem chinesischen Aktionskünstler Ai Weiwei.
Deniz Turgut: Was kann uns als Schalterhersteller näher liegen als der Wohnungsbau? Ein Gebäude ohne Steckdosen und Lichtschalter ist nicht denkbar. Häuser mit einer intelligenten Steuerung und einer intelligenten einfachen Bedienung werden häufiger nachgefragt. Wie sich die Gebäude entwickeln und auf welche Anforderungen wir uns einstellen müssen ist wesentlich für die Zukunft. Wo wäre dies besser möglich, als bei den Architekten, die Häuser planen und bauen.

David Kasparek: Was treibt die Firma Jung an, eine solch langfristige Reihe auszurichten, die thematisch wohl überlegt scheint und deren Einzeltermine in der Regel mit prominenten Vortragenden bestückt sind? Welchen Mehrwert erhoffen Sie sich als Hersteller?
Deniz Turgut: Für uns ist der Architekt der wesentliche Berater des Bauherrn, er plant Gebäude mit einem zeitlosen Ansatz. Wer möchte schon, dass sein Haus nach wenigen Jahren nicht mehr da ist. Wir bieten die Schalterserie LS 990 seit 1969 in ihrer Form unverändert an. Und dennoch ist es der modernste Schalter am Markt. Nicht nur in seiner Form und Materialität, sondern auch durch die Funktionsvielfalt von Bussystemen. Diese Botschaft wird jedoch in den seltensten Fällen über eine werbliche Anzeige wahrgenommen. Hier ist der persönliche Kontakt mit ehrlichen Veranstaltungen über einen längeren Zeitraum viel verbindlicher. Für die Architekturgespräche am 23. April in Stuttgart hatten wir in kürzester Zeit 412 Anmeldungen von namhaften Architekten. Dies ist sicher zum großen Teil den Referenten Max Dudler und Christoph Mäckler geschuldet. Doch diejenigen, die sich angemeldet haben wissen, was sie bei unserer Veranstaltung erwartet. Ein interessanter und sehr kommunikativer Abend.
Michael Schuster:
Natürlich achten wir auch darauf, jungen Büros bei unseren Veranstaltungen ein Podium zu geben. Das betrifft Mitglieder aus dem AKJAA und viele andere Büros. Eine Reihe trägt sogar den vielversprechenden Namen „JUNG – DYNAMISCH – ERFOLGREICH“. Damit erreichen wir nicht nur die etablierten Büros, sondern den Nachwuchs und die „jungen Wilden“. Da wir an der Zukunft von Jung arbeiten und davon ausgehen, dass Gebäude in Zukunft immer noch von Architekten gebaut werden, fühlen wir uns dem Thema gleichbleibend konstant verbunden.

David Kasparek: Sie suchen den direkten Austausch mit Architekten, Jung ist beispielsweise BDA-Partner. Wie wichtig ist diese unmittelbare Ankopplung für Ihr Unternehmen?
Deniz Turgut: Unsere BDA-Partnerschaft beruht auf langjährigen vertrauensvollen Beziehungen mit den BDA Mitgliedern. Die Zusammenarbeit mit dem BDA ermöglicht es uns auch, schwierige Fragen – in unserer manchmal doch komplexen Produktwelt – intensiv zu diskutieren und so wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Nebenbei bemerkt mögen wir es auch sehr, aus dem Sauerland gelegentlich nach Berlin zu kommen.

www.jung.de

Fotos: Jung

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