Allmann Sattler Wappner gewinnen Wettbewerb in Gersthofen

Seele mit Glashaut

Allmann Sattler Wappner haben den Wettbewerb zur Erweiterung der Firmenzentrale der seele holding GmbH & Co. KG in Gersthofen gewonnen. Aufgabe war, die Bestandsgebäude des Unternehmens, das Fassaden- und Membranarchitektur fertigt, zu erweitern und umzubauen: Fassadenkonzepte für neue und bestehende Fertigungshallen, ein Versuchsgebäude sowie die Erweiterung der Büroflächen der Büroeinheit. Im Sinne einer Corporate Architecture sollte ein Gestaltungskonzept für die Gesamterscheinung des Standortes entwickelt werden. Voraussetzung war, ausschließlich ein Produkt des Unternehmens selbst zu nutzen: iconic skin, eine Glasfassade ohne sichtbare Konstruktion, die homogene Flächen in großen Formaten ermöglichen soll.

Das einheitliche Fassadenkonzept verbindet die vorher heterogen wirkenden Gebäude optisch. Hierfür wurde die Glasoberfläche grafisch veredelt: Die Fassadenelemente der Produktionshalle Süd werden ausgehend von den Toren für den Lieferverkehr in abnehmender Dichte mit schwarzen Punkten bedruckt. Es entsteht ein dreidimensionaler Effekt, der die Erscheinung des Gebäudes je nach Perspektive verändert. Die Architekten stockten das Bestandsgebäude nicht um ein Geschoss auf, wie in der Wettbewerbsauslobung vorgesehen, sondern duplizierten es und stülpten dem nun größeren Baukörper die Glasfassade über. Das Bestandsgebäude bleibt als Rohbau sichtbar. Im Innern entstehen großzügige, offene Büroräume.

Die Jury bestand aus Erasmus Eller (Eller + Eller Architekten Berlin/Düsseldorf), Andreas Theilig (KTP Freie Architekten BDA, Stuttgart), Thomas Willemeit (GRAFT Gesellschaft von Architekten, Berlin) mit den Sachpreisrichtern Gerhard Seele und Siegfried Goßner von der seele Unternehmensgruppe, Gersthofen. Zweiter und dritter Platz im Wettbewerb mit insgesamt sechs geladenen internationalen Büros ging an wingårdh arkitektkontor aus Göteburg und hotz + architekten aus Freiburg. In der Pressemitteilung zum Wettbewerbsergebnis teilte das Unternehmen kritisch mit: „Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Möglichkeiten der Produkte noch gar nicht umfassend ausgeschöpft wurden. Dem Entwurfsgedanken steht der Produktnutzen gegenüber.“ Man wolle in Zukunft daran arbeiten, das System weiterzuentwickeln, „damit sich Entwurfsfreiheit und Produktnutzen weiter annähern.“

Juliane Richter

Wettbewerb für die Erweiterung und Umbau der Firmenzentrale der seele holding, 2016, Gersthofen, Wettbewerbsleitung: Alexandra Wagner, Projektleitung: Patrik Uchal, Janosch Welzien, Team: Tilmann Föhre, Maciej Kuczynski, Hristina Mladenova Nasim Tofighnia, Tragwerksplanung: KNIPPERS HELBIG Advanced Engineering, Stuttgart, Gebäudetechnik: TRANSSOLAR ENERGIETECHNIK GmbH, München

Artikel teilen:

Ein Gedanke zu “Seele mit Glashaut

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*