Ausstellung und Buchpräsentation in der Werkbund Galerie Berlin

Städtebau in der Diktatur

Wenn es um Städtebau in der Diktatur geht, gelten die Planungen für die Berliner Nord-Süd-Achse unter Generalbauinspektor Albert Speer als besonders verstörendes Beispiel. Für die vorgesehene Prachtstraße sollten große Teile gewachsener Stadtstruktur planiert und neben einem das Brandenburger Tor weit überspannenden Triumphbogen die „Große Halle“ geschaffen werden, die sich in ihren angestrebten Dimensionen allen bekannten, geschweige denn menschlichen Proportionen entzog. Die Gigantomanie der nationalsozialistischen Baupolitik wurde hiermit auf die Spitze getrieben. Selbstverständlich nutzten aber auch andere Diktaturen den Städtebau als Mittel zur Machtdemonstration und zur Vermittlung gesellschaftspolitischer Ideologien und standen dabei untereinander im Austausch als auch in konkurrierendem Verhältnis.

Die Werkbund Galerie Berlin widmet sich der Thematik nun in einer Fotografieausstellung von Harald Bodenschatz, des ehemaligen Professors für Planungs- und Architektursoziologie an der TU Berlin. Die Fotos entstanden in den letzten sieben Jahren im Zusammenhang mit der Forschung zum Städtebau in der stalinistischen Sowjetunion, im faschistischen Italien, im franquistischen Spanien, in Salazars Portugal und im nationalsozialistischen Deutschland – dabei offenbarten sich immer wieder internationale Zusammenhänge. Neben der Ausstellung wird Bodenschatz seine aktuelle Publikation „Hauptstadt und Diktatur“ vorstellen, die kürzlich bei DOM publishers erschienen ist.

elp

Hauptstadt und Diktatur – Städtebau in Berlin, Rom, Lissabon, Moskau und Madrid
Eröffnung: 2. September 2016, 19.00 Uhr
Ausstellung: 3. September bis 30. September 2016, Mo – Fr 15.00 bis 18.00 Uhr
Werkbund Galerie
Goethestraße 13
10623 Berlin

Foto: Die Große Halle mit dem Vorplatz, Ansicht von Süden, Gipsmodell aus dem Jahr 1939, Bundesarchiv, Bild 146-1986-029-02

 

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