Der BDA auf der Architekturbiennale in Venedig

Wo ist die Demokratie?

Den geplanten, gebauten und symbolischen Orten der Demokratie widmet sich die zentrale Veranstaltung des BDA auf der 14. Architekturbiennale in Venedig. Als Ausgangspunkt der Diskussionsrunde dient das nie vollendete „Forum der Demokratie“ – das Herzstück des von Axel Schultes und Charlotte Frank geplanten „Band des Bundes“. Hier sollte sich das Volk in direkter Nachbarschaft zum Kanzleramt auf einem arenaartigen Platz nach antiken Vorbildern versammeln, diskutieren und ihrem politischen Willen Ausdruck verleihen. Bis heute ist die Baufläche vor dem Reichstag jedoch eine Brache.

In der Diskussionsrunde mit Architekten, Politikwissenschaftlern und Journalisten geht der BDA der Frage nach der Relevanz eines zentralen, architektonisch gefassten Ortes zur Formulierung des Volkswillens nach. Braucht es so etwas heutzutage überhaupt noch? Wie kann sich das Verhältnis des Volkes zur Regierung in einem Ort manifestieren? Welche Rolle spielt die Architektur in diesem Geflecht, spielt sie überhaupt noch eine? Kurz: Ist das Volk in seiner Demokratie ortlos geworden?

Das Podium gliedert sich in den politischen Kontext, den die Kuratoren des Deutschen Pavillons, Savvas Ciriacidis und Alex Lehnerer, schaffen, indem sie zwei hochsymbolische Architekturen der deutschen Architekturgeschichte zueinander in Beziehung setzen: Sie installieren einen Teilnachbau des Kanzlerbungalows in Bonn und verschneiden ihn mit der Architektur des 1912 konzipierten und 1938 sowie 1964 umgebauten Deutschen Pavillons in den venezianischen Giardini. Der Kommissar der Architektur-Biennale, der niederländische Architekt Rem Koolhaas, hatte die Länderpavillons gebeten, sich auf ihre nationalen Wurzeln zurück zu besinnen: Unter dem Motto „Absorbing Modernity: 1914 – 2014“ wird thematisiert, wie und ob eine zunehmend internationale Architektur das Typische ihrer Entstehungsnation reflektieren kann.

Red.

Der Ort des Volkes
BDA-Veranstaltung auf der 14. Internationalen Architekturausstellung La Biennale di Venezia
Samstag, 7. Juni 2014, 15 Uhr
Eintritt frei
Deutscher Pavillon, Giardini, Venedig

Begrüßung und Einführung
Savvas Ciriacidis und Alex Lehnerer, Generalkommissare des Deutschen Pavillons, Zürich
Heiner Farwick, Präsident des BDA, Berlin

Diskussion
Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Berlin
Peter Kulka, Architekt BDA, Dresden / Köln
Claus Leggewie, Politologe, Essen
Stefan Rettich, Architekt BDA, Leipzig / Hamburg

Moderation
Heinrich Wefing, stellvertretender Ressortleiter Politik, DIE ZEIT, Hamburg
Andreas Denk, Chefredakteur der architekt, Bonn / Berlin 

Abbildung: Antonia Weiße

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