Max Beckmann in der Berlinischen Galerie

Der Künstler und die Stadt

„Max Beckmann ist das neue Berlin“, schreibt 1924 der Kunstkritiker und Vorkämpfer für den deutschen Impressionismus, Julius Meier-Graefe. Welches Bild zeichnet der Künstler von der Stadt und wie wirkt die vielfältige Berliner Kunstszene des frühen 20. Jahrhunderts in Beckmanns Bilder hinein und er auf diese zurück? Die Ausstellung „Max Beckmann und Berlin“ in der Berlinischen Galerie, die noch bis Februar 2016 zu sehen ist, geht dem nach.

Max Beckmann lebte nur ein paar Jahre in Berlin, war der Stadt jedoch lange Zeit verbunden: 1904 bezog der Zwanzigjährige nach seinem Kunststudium hier sein Atelier und stellte ab 1906 in der Berliner Secession aus, wo er Kontakte zu anderen Künstlern und zum einflussreichen Galeristen und Kunsthändler Paul Cassirer knüpfte.  Auch nach seinem Wegzug nach Frankfurt am Main 1915 beschäftigte er sich weiterhin mit der Stadt, etwa in seiner Lithografienfolge „Berliner Reise“. Ab den 1920er Jahren gelangten durch seine einflussreichen Berliner Freunde mehr und mehr Werke in die Sammlungen der Hauptstadt, etwa die „Fastnacht Paris“ von 1930. Ein Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn war die Einrichtung eines eigenen Beckmann-Saales in der „Neuen Abteilung“ der Nationalgalerie im Kronprinzenpalais im Februar 1933 – der allerdings bereits ein halbes Jahr später von den Nationalsozialisten wieder geschlossen wurde. 1933 war auch das Jahr, in dem er wieder nach Berlin zurückzog, allerdings zunehmend isoliert arbeitete und nicht mehr ausstellen durfte. Schließlich galt er für die Nationalsozialisten als einer der „entarteten Künstler“ schlechthin und war mit seinen Bildern in der gleichnamigen Ausstellung prominent vertreten. 1937 emigrierte er nach Amsterdam. Er kehrte seither nicht mehr nach Deutschland zurück und äußerte sich zeitlebens fast ausschließlich mit Verbitterung über sein ursprüngliches Heimatland. Heute sind seine Kunstwerke mit das teuerste, was auf dem Kunstmarkt angeboten wird.

Die Ausstellung in der Berlinischen Galerie zeigt Werke, „die inhaltlich mit der Stadt verknüpft sind oder die in großen Ausstellungen in Berlin vertreten waren und die Kunstszene Berlins mitgeformt haben“, heißt es im Pressetext. Dazu kommen Arbeiten von Zeitgenossen Beckmanns aus dem Umfeld der Berliner Secession, der neuen Secession und der neuen Sachlichkeit.

Red.

Max Beckmann und Berlin
bis 15. Februar 2015
Mittwoch – Montag 10.00 – 18.00 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: Tageskarte 10,- Euro, ermäßigt 7,- Euro (gilt auch für Gruppen ab 10 Personen), jeden ersten Montag im Monat 6,- Euro, freier Eintritt bis 18 Jahre

Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Stiftung Öffentlichen Rechts
Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin

Alle Abbildungen: © VG Bild-Kunst Bonn

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