Der Typus in der Architektur

Ein Bedürfnis nach Ordnung

Bautypen stellen ein äußerst komplexes, jedoch fast paradoxes kulturelles Phänomen dar. Zum einen lassen sie sich kaum eindeutig bestimmen, zum anderen schreiben sie sich dennoch tief in das kollektive Gedächtnis jeder Kultur ein. Ihre Ausprägungen werden beständig verwendet und verstanden und bilden daher eine unverzichtbare Kategorie der Architekturgeschichte, so der Kunsthistoriker Ernst Seidl.(1)

Der Schriftsteller Italo Calvino brachte dies zu Beginn des dritten Kapitels „Die Städte und die Zeichen“ in seinen „Unsichtbaren Städten“ literarisch zum Ausdruck: „Der Reisende, der die Stadt noch nicht kennt, die ihn an seinem Weg erwartet, fragt sich, wie wohl das Königsschloss sein wird, die Kaserne, die Mühle, das Theater, der Basar. In jeder Stadt des Imperiums ist jedes Gebäude anders und in anderer Weise angelegt; doch kaum erreicht der Fremdling die fremde Stadt und blickt mitten auf diesen Wald von Pagoden und Mansarden und Heuböden, folgt dem Gewirr von Kanälen, Gärten, Müllplätzen, dann merkt er sofort, was die Paläste der Fürsten sind, was die Tempel der Hohepriester, das Gasthaus, das Gefängnis, das Ganovenviertel.“(2)

Der Bautypus teilt uns also – anders als es der Baustil oder Epochenkategorien auch nur annähernd vermögen würden – etwas über die Funktion von Architektur mit. Er sagt etwas aus über die soziale Relevanz, die technische Nutzung oder kulturelle Bedeutung von Bauten. Besonders verwundert daher, dass diese kulturgeschichtlich so reiche Kategorie eher am Rande denn im Zentrum architekturtheoretischer Überlegungen stand und steht. Und dies trotz ihrer langen Geschichte.

Im antiken Griechenland bezeichnete typos nicht nur das „Gepräge“, das „Abbild“ oder „Vorbild“,(3) sondern im engeren Sinn zunächst einmal lediglich den Prägestempel für Münzen, wie er seit der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland und Kleinasien Verwendung fand. Schon in der Differenz zwischen spezifischem technischen Zusammenhang und den daraus entstehenden Wortfeldern klingt die schwer auslotbare Relevanz des heutigen Typusbegriffs für nahezu alle Wissenschaften ebenso wie seine methodische Komplexität an. In der ursprünglichen Bedeutung des Terminus liegen im Kern die Vor- und Nachteile seiner Verwendung in den Geistes- und Sozialwissenschaften verborgen – nicht nur in der Architekturgeschichte und -theorie: Während der Prägestock zwar das immer gleiche Vorbild für die Münze abgibt, gehört er selbst nicht zu dieser Gruppe der durch ihn erst typisierten Geldstücke. Den „Idealtypus“ als schwer wiederhol- und kopierbare „Urmünze“ gibt es in diesem Zusammenhang also gar nicht. Nun verfügt zwar jedes der durch den typos geprägten Geldstücke über den gleichen Abdruck und damit die gesamte Palette von mehr oder weniger exakt zu benennenden Eigenschaften dieses Stempels. Jedoch zeigt jede Münze auch individuelle Unterschiede in der Tiefe des Abdrucks, das heißt in der Genauigkeit seiner Ausführung, in der Zentrierung des Stempels im Metall, in der unterschiedlichen Beschaffenheit und Stärke, in unregelmäßiger Form und Qualität des Materials, in den Rissen oder in späteren Abnutzungsspuren der Münzränder. Diese Differenz zwischen immer gleicher Vorlage und serieller Typisierung einerseits und den dennoch stets abweichenden Merkmalen der individuellen Werkstücke andererseits ist es, die den Typus-Begriff zu einer ambivalenten, wegen seiner Dehnbarkeit aber auch sinnvoll handhabbaren systematischen Kategorie werden lässt.

Das Konzept des Idealtypus oder aber des Ur- und Archetyps, wie es sich in den verschiedensten Wissensbereichen – etwa bei Johann Wolfgang von Goethe, Max Weber oder Carl Gustav Jung – zeigt, führt mit Blick auf den Bautypus jedoch nicht weiter. Grundsätzlich umschreibt der Begriff die einer Gruppe gemeinsame, aber eben nur theoretische oder ideelle Urform. In der Folge wird mit dem „Typischen“ eine Gruppe von Eigenschaften bezeichnet, die im Einzelfall allerdings immer nur annäherungsweise auftreten. Deshalb unterscheidet sich der Typus vom Modell,(4) das exakt zu wiederholen, ja zu kopieren ist. Goethe verwendet den Typus stets in Verbindung mit dem „Urbild“ im Sinne von „Modell“, so in der „Anschauenden Urteilskraft“, der „Morphologie“ und „Zoologie“. Geprägt waren seine Studien dabei von der Suche nach dem Konstrukt eines Idealtyps, ja, von einem „Typus-Bedürfnis“. Dagegen zeigte sich etwa bereits beim kurzen Blick auf die begriffliche Genese bei der Entstehung der Münze, dass die ideale Urform dieser Münze einerseits nicht existierte, andererseits der typos über einen ganzen Fächer von gemeinsamen Eigenschaften Auskunft gibt.

Diese Eigenschaften, auch wenn sie oft nur annähernd zu beobachten und kaum letztgültig zu fixieren sind, helfen zu erklären, weshalb ein Bautypus als solcher wahrgenommen werden kann oder sich zumindest als Begriff ausprägt. Die Eigenschaften ergeben in der Summe jedoch keinen „Idealtypus“ per se, fehlt es dem theoretischen Konstrukt doch an objektiver, individueller und realer Existenz. Das „Urtyp“-Konzept der naturwissenschaftlichen Klassifikationsversuche Goethes findet sich später in der Psychologie – etwa in C. G. Jungs „Archetypus“ als Grundelement des kollektiven Unterbewussten – oder in der Soziologie Max Webers.(5)

Systematik der Bautypen, Abb. aus: Nicolaus Goldmann: Vollständige Anweisung zu der Civil-Bau-Kunst…, hrsgg. v. Leonhard Christoph Sturm, Inhaltssystematik des vierten Buches, 2. Aufl., Braunschweig 1699

Für die Architektur kann das „Urbild“ Goethes, das dem Konzept des Modells nahekommt, also kaum als methodische Grundlage dienen. Hier entspricht der Typus vielmehr der Gemeinsamkeit oder der Schnittmenge erst zu analysierender Eigenschaften, die zudem nicht immer alle zutreffen müssen und oft nur mit Mühe zu bestimmen sind. Das Verwendungsproblem dieses Typus-Konzeptes liegt in der Diskrepanz zwischen der Gemeinsamkeit der Eigenschaften eines bestimmten Typus einerseits und den Nuancen, den Unterschieden individueller Objekte, die ja gerade Werken der Kunst zu eigen sind, wie es Nietzsche erkannte: „Der Sinn und die Lust an der Nuance (…), an dem, was nicht generell ist, läuft dem Triebe entgegen, welcher seine Lust und Kraft im Erfassen des Typischen hat: gleich dem griechischen Geschmack der besten Zeit.“(6)

In der Geschichte der Architekturtheorie wird von Beginn an, wenn auch nicht expressis verbis und eher deskriptiv, die Kategorie des funktionalen Typs zugrunde gelegt. Vitruv kommt in seinen Zehn Büchern über Architektur(7) mehrfach auf die funktionale Begründung von idealtypisch konzipierten Bauwerken zu sprechen und ordnet sie auch nach ihrer Nutzung. Im „Ersten Buch“ beschreibt er die beste Anlage von Türmen und Mauern oder die optimale Ausrichtung von Straßen und Plätzen. Im „Vierten Buch“ verhandelt er neben den stilistischen Vorgaben die beste Platzierung von Tempeln oder die Anlage von Altären.

Für die Frühe Neuzeit bildet Leon Battista Albertis De Re Aedificatoria(8) die Grundlage jeder weiteren theoretischen Beschäftigung mit Architektur. So stark sich der Humanist hinsichtlich der funktionalen Kategorie des Bautyps an Vitruv anlehnt, so sehr geht er über sein antikes Vorbild hinaus. Er versucht theoretisch zu erörtern, was Vitruv zunächst nur deskriptiv verbindet. Der Nutzwert, die Funktion des Bauwerks und der Bauteile, bleiben auch bei ihm der Orientierungsrahmen innerhalb dessen Fragen der optimierten Konstruktion und angemessenen Gestaltung verhandelt werden. Dennoch verwendet auch Alberti die Kategorie des Bautypus nicht, eine Haltung, die nahezu die gesamte Frühe Neuzeit hindurch zu beobachten ist.

Eine der wenigen Ausnahmen dürfte der Theologe, Philosoph und Enzyklopädist Johann Heinrich Alsted sein, unterschreibt er doch 1613 ein systematisches Diagramm in seinem Methodus admirandorum mathematicorum mit „Typus architectonices“. Diese auf Gattungsspezifik ausgerichtete Begriffsschöpfung findet jedoch zunächst keine Nachahmer, wenn auch die bildhafte Darstellung solcher Systematiken weit verbreitet war. Auch Leonhard Christoph Sturm nutzt den Begriff des Bautypus nicht wörtlich; aber sein Inhaltsverzeichnis des vierten Buches in dem von ihm herausgegebenen Werk von Nicolaus Goldmanns Vollständige Anweisung zu der Civil-Bau-Kunst: in welcher … die fünff Ordnungen … erkläret und … mit 20 Rissen nebst Erfindung der sechsten und Teutschen Ordnung vermehret bildet dennoch ein bezeichnendes Diagramm der systematischen Ordnung von Bautypen aus.(9) Diese um das Jahr 1700 entstandene Systematik orientiert sich interessanterweise nicht nur an technischen, sondern explizit auch an sozialen Funktionen von Architektur. So trennt Sturm hier etwa zunächst Hoch- von Tiefbauten; erstere teilt er dann in öffentliche und private Bauten, die öffentlichen anschließend in sakrale und profane, diese dann jeweils in Repräsentations-, Nutz- und Versammlungsbauten, bis er schließlich zu den einzelnen Bauten – eigentlich Bautypen – vordringt, von den Kirchen bis hinunter zu Grotten und „Lusthölen“. Mit dieser wissenschaftlich-kategorisierenden Herangehensweise entstand eine Systematik, die im Kern auch heutigen Kriterien bautypologischer Wahrnehmung und Ordnung nahekommt.

Dass die Kategorisierung von Bauten nach Funktionstypen eines der frühesten und grundlegenden Muster bildet, Architektur zu ordnen, wird auf Anhieb einsichtig; dass aber der Begriff des „Bautypus“ sich erst Jahrhunderte später, und auch dann nur erschwert etablieren kann, bleibt erstaunlich. Dies, zumal das – auch unbewusste – Bedürfnis nach Ordnung von Wahrgenommenem zum Zweck seines rascheren Verständnisses dem Menschen inhärent sein dürfte.

Jean-Nicolas-Louis Durand, Recueil et parallèle des édifices de tout genre, Paris 1800, Tafel 8 (Gotische und moderne Kirchen)

Einer der herausragenden Vertreter dieser architekturtheoretischen Richtung ist sicherlich Jean-Nicolas-Louis Durand (1760–1834). Der Lehrstuhlinhaber an der Pariser École polytechnique publizierte noch zwei Jahre vor seinem einflussreichen Architekturtraktat Précis des leçons d’architecture(10) einen systematischen Katalog der herausragenden Bautypen, den Recueil et parallèle des édifices de tout genre im Jahr 1800.(11)

Auffällig an der rahmenden Zusammenstellung auf der ersten Doppelseite mit dem Titel ist die Versammlung prototypischer Bauten aller Kontinente. Die zweite Doppelseite zeigt eine systematische Anordnung der Bautypen in alphabetischer Reihenfolge, bevor jeder Bautypus auf einer Doppelseite durch meist mehrere prominente Beispiele jeweils mit Grundriss vorgestellt wird. Durand verdeutlicht hier seinen höchst rational motivierten und vor dem Hintergrund des französischen Neoklassizismus extrem ausgeprägten Ordnungs- und Aufklärungswillen.

Erst mit der Entstehung der universitären Disziplin der Kunstgeschichte wird auch der Terminus des Typus aus den sogenannten „exakten“ Wissenschaften übernommen. Die ersten genuin kunsthistorischen Reflexionen über die Systematisierung von Architektur über die Funktionen forderten dann die Analyse des Objektfeldes „nach Aufgaben“. Jacob Burckhardt begrenzte dies nun nicht allein auf die Bildkünste mit seinem bekannten Diktum der „Kunstgeschichte nach Aufgaben“, sondern er erwähnte in seiner Vorlesung „Zur Einleitung in die Aesthetik der bildenden Kunst“ 1863 auch explizit die „Architectur nach Aufgaben“(12), eine für die Disziplin grundlegende Annäherung. Ihr war jedoch angesichts der methodischen Dominanz stilgeschichtlicher, morphologischer, strukturanalytischer und schließlich ikonografischer Ansätze kein Erfolg beschieden. Und dennoch prägte sich schon im Laufe des gesamten 19. Jahrhunderts in den Architekturgeschichten, insbesondere der deutschsprachigen Forschung, ein Terminologiekanon zu Bautypen aus, der heute noch immer weitgehende Gültigkeit beansprucht. So etwa bei den Arbeiten Karl Schnaases, Franz Kuglers, Wilhelm Lübkes oder Othmar Leixners, die bautypologische Begriffe von „Amphiprostylos“ bis zum „Zentralbau“ verwenden.

Gleichzeitig stand diese Art der Kategorisierung immer im Schatten des methodischen Interesses, im Gegensatz zur chronologischen Ordnung durch die Stilgeschichte etwa. Und selbst Nikolaus Pevsner begründet sogar – im methodischen Widerspruch zum Titel seines Buches – noch die History of Building Types in seiner „Introduction“ erstaunlicherweise mit stilgeschichtlichen Kategorien. So ordnet er beispielsweise die Schlösser Ludwigs II. von Bayern als neoromanisch oder neobarock ein, statt sich vom Stil abzusetzen und auf die „typischen“ Erscheinungsformen, etwa als Burg (Neuschwanstein), absolutistisches Residenzschloss (Herrenchiemsee) oder intimes Jagdschloss (Linderhof) zu verweisen. Im Schluss seines Buches liefert er dann noch die Begründung für die stilistische Vielfalt der Architektur des 19. Jahrhunderts, nicht aber die Klärung der Bedeutung von Bautypen dieser Zeit.(13)

Bernd und Hilla Becher, Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes, Giebelseiten Fachwerk (Haus in Haus), 1960 – 1973, Sammlung Gegenwartskunst MGKSiegen, Copyright: Estate Bernd and Hilla Becher, repräsentiert von Max Becher, Foto: Christian Wickler

Ein Grund für die fragmentarische Ausarbeitung des typologischen Ansatzes der Kunstgeschichte dürfte darin zu suchen sein, dass er kaum weiterführende theoretische Grundlegung erfuhr. Dieses Phänomen wird in der ablehnenden Verortung des Typus-Konzepts etwa durch Erwin Panofsky anschaulich.(14) Für ihn war „Typologie“ Teil der genetischen Methode, in der die Eigenart eines Werkes immer nur anhand von Vergleichsobjekten bestimmt würde, ohne die Bedingungen seiner individuellen Existenz ersichtlich zu machen.(15) Dabei hätte doch das Typus-Konzept die Möglichkeit geboten, nicht nur funktionale, sondern selbst kultur- und sozialhistorische Bedingungen von Architektur früh in die Betrachtung ihrer formalen Eigenheiten einzubeziehen. Gerade durch die Spannung zwischen einmal ausgemachtem und erkanntem Typus und dem individuellen Beispiel sind zudem die nötigen Differenzierungsmöglichkeiten bereitgestellt, der Einzigartigkeit des Objekts vor dem Hintergrund seiner vielschichtigen Bedingungen gerecht zu werden. Verkannt wird auch, dass gerade die ambivalente Disposition des Typus-Begriffs diese Differenzierung erlaubt. Um ein aktuelles Beispiel zu nennen: Die Fachwerkhäuser etwa in den fotografischen „Typologien“ Bernd und Hilla Bechers zeigen das Gemeinsame all der Bauten und gleichzeitig ihre individuellen Unterschiede, ja den eigentümlichen Charakter dieser Gebäude. Dass sie als Subjekte gesehen werden können, wird erst in der Gegenüberstellung mit Anderem und Vergleichbarem möglich. Die Bilder lassen uns gleichzeitig darüber grübeln, worin denn die Gemeinsamkeiten dieses Bautypus liegen und worin sich die individuellen Bauten unterscheiden. Dies ist das Kernproblem des Bautypus: Ähnlichkeiten erkennen und die Objekte in das eigene Verständnissystem einzuordnen, also sie zu verstehen einerseits und andererseits gleichzeitig zu erkennen, dass es kaum eine konkrete Kategorie gibt, die tatsächlich für alle Objekte zutrifft.

Zugegeben: Heute erscheint das Erkennen von Bautypen – und damit unsere Orientierung – immer schwieriger zu werden. Dies zeigen zahllose Beispiele aus der aktuellen, mit hochrechteckigen Schießscharten versehenen uniformierten Klötzchenarchitektur, die uns ohne Beschriftung nicht sagen, was sie sind: ein Ministerium, eine Bank, ein Hotel, ein Einkaufszentrum, ein Geheimdienst oder ein Wohnbau? Hier zeigt sich: Der Typus war immer ein „mehr oder weniger“(16), aber dennoch als architekturtheoretische Vergleichskategorie fruchtbar zu machen, was ihn von Begriffen wie Gattung und Klasse unterscheidet.(17) Allerdings erschwert die aktuelle Uniformisierung der Architektur unser durch die Zeichen des Bautypus gewährleistetes Verständnis der urbanen Welt.

Prof. Dr. Ernst Seidl (*1961) ist seit 2008 Direktor der Zentralen Einrichtung Museum der Universität Tübingen MUT und seit 2016 gleichzeitig Lehrstuhlinhaber am Kunsthistorischen Institut. Er studierte Kunstgeschichte, Volkskunde und Romanistik in Regensburg, Hamburg und Frankfurt am Main. Es folgten 1994 die Promotion, eine Assistenz in Tübingen, 2004 die Habilitation mit Stationen in Rom, Paris, Heidelberg und Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte sind Architektur- und Städtebaugeschichte, das Porträt und Museologie. Seidl ist Mitglied zahlreicher Verbände, Beiräte, Fachausschüsse und Kuratorien.

Fußnoten

1 Dieser Beitrag basiert auf: Ernst Seidl: Der Bautypus als Ordnungsprinzip der Architekturgeschichte, in: Ders. (Hrsg.): Lexikon der Bautypen, Ditzingen 2021, 3. Aufl., S. 11 – 18. Siehe darüber hinaus auch: Ernst Seidl: Politischer Raumtypus. Eine vernachlässigte Kategorie, in: Ders. (Hrsg.): Politische Raumtypen. Zur Wirkungsmacht öffentlicher Bau- und Raumstrukturen im 20. Jahrhundert (Kunst und Politik. Jahrbuch der Guernica-Gesellschaft, Bd. 11), Göttingen 2009, S. 9 – 19.

2 Italo Calvino: Le città invisibili, Turin 1972 (hier dt. Übersetzung v. H. Riedt: Die unsichtbaren Städte, München 1977, S. 40).

3 Griech. typos, lat. typus, urspr. „Schlag, Gepräge“, dann „Gestalt, Urbild, Abdruck, Muster“.

4 Diese Differenzierung schon bei Antoine-Chrysostome Quatremère de Quincy: Type, in: Oppositions 8 (1977), S. 120 und 148f. Vgl. Kari Jormakka, Geschichte der Architekturtheorie, Wien 2003, S. 165f.

5 Siehe zu diesen Beispielen auch Egbert Gerken: Der Typusbegriff in seiner deskriptiven Verwendung, in: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie 50 (1964), S. 367 – 385.

6 Friedrich Nietzsche: Aus dem Nachlass der Acht­zigerjahre (Werke in drei Bänden, hrsgg. v. Karl Schlechta), Darmstadt 1997 (München 1956), Bd. 3, S. 892.

7 Die ins Deutsche übersetzte und zweisprachig herausgegebene Standardausgabe: Vitruvii de architectura libri decem / Vitruv: Zehn Bücher über Architektur, übers. und mit Anm. vers. v. Curt Fensterbusch, Darmstadt 1964, 5. Aufl. (1991).

8 Leon Battista Alberti: Zehn Bücher über die Baukunst, ins Deutsche übertragen, eingeleitet und mit Anmerkungen und Zeichnungen versehen von Max Theuer, Wien / Leipzig 1912 (Nachdr. Darmstadt 1975).

9 Nicolaus Goldmann: Vollständige Anweisung zu der Civil-Bau-Kunst…, hrsgg. v. Leonhard Christoph Sturm, Wolfenbüttel 1696 (zweite Ausgabe Braunschweig 1699, dritte Ausgabe Leipzig 1708). Vgl. dazu auch: Architekt und Ingenieur. Baumeister in Krieg und Frieden, Ausst.-Kat. Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, hrsgg. von Ulrich Schütte, Wolfenbüttel 1984, hier: S. 156ff.

10 Jean-Nicolas-Louis Durand: Précis des leçons d’architecture données à l’École Polytechnique, Paris 1802 – 1805.

11 Jean-Nicolas-Louis Durand: Recueil et parallèle des édifices de tout genre, Paris 1800.

12 Jacob Burckhardt: Aesthetik der bildenden Kunst, komm. u. hrsgg. v. Irmgard Siebert, Darmstadt 1992, hier S. 83ff.

13 Nikolaus Pevsner: A History of Building Types, Princeton, NJ 1976, hier S. 10 und S. 293.

14 Erwin Panofsky: Über das Verhältnis der Kunstgeschichte zur Kunsttheorie. Ein Beitrag zu der Erörterung über die Möglichkeit „kunstwissenschaftlicher Grundbegriffe“, in: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft 18 (1924), S. 129 – 161 (Nachdr. in: Erwin Panofsky, Deutschsprachige Aufsätze, hrsgg. von Karen Michels und Martin Warnke, Berlin 1998, Bd. 2, S. 1035 – 1063).

15 Vgl. Heinrich Lützeler: Kunsterfahrung und Kunstwissenschaft, Freiburg i. Br. / München 1975, Bd. 1, S. 493.

16 Peter McLaughlin / Weyma Lübbe: Typus, in: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie, hrsgg. von Jürgen Mittelstraß, Stuttgart / Weimar, 2. Aufl., 2004, Bd. 4, S. 363f.

17 Neuere, sich auf die Kategorie des Bautypus stützende Publikationen sind etwa: Barbara Berger: Der Gasbehälter als Bautypus. Baukonstruktionsgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, München 2019; Wolfgang Schenkluhn: Die Gestaltung der Höhe. Das Hochhaus als neuer Bautypus, in: Capriccio & Architektur, hrsgg. von Stefan Bürger und Ludwig Kallweit, Berlin / München 2017, S. 219 – 226.; Daniel Burger: Herrensitz, Ansitz und Hofmarksschloss. Ein Vergleich von Bautypen unter besonderer Berücksichtigung der Nürnberger Herrensitze, in: Neuburger Kollektaneenblatt 160 (2012), S. 283 – 302; Eva Hanke: Studien zum Bautypus der Staffelhalle, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 68 (2007), S. 73 – 116; Georges Descoeudres: Die Diakonie – ein bisher unbekannter monastischer Bautypus, in: Acta Congressus Internationalis XIV Archaeologiae Christianae, Wien et al. 2006, S. 337 – 344.

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