An der Hamburger Elbphilharmonie wird wieder gebaut

Es geht weiter

Gut eineinhalb Jahre ist nichts passiert auf der Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg. Nun geht es endlich weiter: der Rohbau soll bis Ende November diesen Jahres fertig und das Gebäude schließlich bis Oktober 2016 vollendet sein. „Mit der Erleichterung, dass man den ganzen juristischen Kram hinter sich lassen und endlich wieder das tun kann, für das man eigentlich stand, nämlich planen und bauen“, fasste die parteilose Kultursenatorin Barbara Kisseler den aktuellen Sachstand bei einer gemeinsamen Baustellenbesichtigung mit dem Bauunternehmen Hochtief und den Architekten des Büros Herzog & de Meuron zusammen. „Alle Schnittstellenprobleme aus der Vergangenheit“ seien behoben, ergänzte auch Thomas Perkowski von Hochtief. Die nun wieder aufgenommenen Bauarbeiten konzentrieren sich auf das Saaldach und die Technikzentrale unmittelbar darüber. Derweil müssen andere Teile des Gebäudes bereits jetzt zunächst zurückgebaut und dann erneuert werden – etwa im Bereich der lang aufsteigenden Eingangsrolltreppe. Um diese Aufgaben schneller und zielführender als in der Vergangenheit umzusetzen, wurde zwischen den Architekten und der Bauleitung von Hochtief eine Arbeitsgemeinschaft gegründet.

Seit Ende des Jahres 2011 hatte sich auf der Baustelle kaum etwas getan – unklar waren die Rechtsgrundlagen. Seit Anfang diesen Jahres wurden nun neue Verträge ausgehandelt, denen die Hamburger Bürgerschaft vor kurzem zustimmte. Sie sehen unter anderem vor, dass das Bauunternehmen alle Risiken übernimmt und das Mammutprojekt bis Oktober 2016 zum „Globalpauschalfestpreis“ von 575 Millionen Euro fertigstellt wird. Diese Haftungs- und Garantieübernahme durch Hochtief sei etwas, das „kein anderer öffentlicher Bauherr in künftigen Verträgen jemals bekommen wird“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Schon jetzt belaufen sich die Gesamtkosten für den Steuerzahler laut Hamburger Senat auf 789 Millionen Euro – rund zehnmal so viel wie die rund 77 Millionen Euro, die für den projektierten Bau 2005 unter dem damaligen Bürgermeister Ole von Beust (CDU) veranschlagt wurden. Dass jetzt diese immens höheren Baukosten zu Buche schlagen, wirft nun mit der CDU ausgerechnet jene Partei der aktuellen Stadtspitze vor, die das Projekte vor acht Jahren stark machte – trotz der schon damals bekannten Bedenken ob der, in Relation zur Aufgabe, zu niedrig angesetzten Bausumme.

David Kasparek

Eine frühere Version dieses Artikels war mit einem weiteren Foto der Elbphilharmonie aus der wikipedia bebildert (Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de; CC BY-SA 3.0 DE).

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