Neuer Gestaltungspreis

Gut gemacht

Die Berliner Gestalterin Juli Gudehus startet mit dem „Ehrenpreis für Gestaltung“ eine Bürger-Initiative und möchte in den kommenden Jahren damit einen Beitrag zur Förderung des Ansehens von Gestaltern in Deutschland leisten.

Nun herrscht an Design-Preisen wahrlich kein Mangel – weder national noch international. Üblicherweise bejubelt und belohnt sich die Branche dort aber nur gegenseitig. Der „Ehrenpreis für Gestaltung“ will jedoch anders sein und versteht sich „ausdrücklich als Gegenentwurf zu den landläufigen Preisen“ und soll dabei „viel mehr sein als eine bloße Auszeichnung“.

Das zeigt sich auch darin, dass sich die Gestalter bei diesem „zivilen Preis“ dem Forum der Nutzer ihrer Arbeiten stellen müssen: Jeder Bürger kann Gelungenes vorschlagen, alle können darüber diskutieren und durch ihre Bewertungen zur Auszeichnung der besten Arbeiten beitragen. „Dieser Dialog von Gestaltern und Nutzern ist mindestens so wichtig wie die Auszeichnung selbst“, so Gudehus. Der Ehrenpreis versteht sich als Bürger-Initiative, die das Ansehen und die Qualität von Gestaltung fördern möchte.

Zudem ist der Preis die erste Auszeichnung, die sämtliche gestalterischen Disziplinen umfasst: nicht nur um Design, Architektur und Kommunikationsoberflächen geht es, sondern ganz allgemein um Gestaltung als großes und facettenreiches Feld des Kulturschaffens. Juli Gudehus  führt aus: „Willkommen sind beim Ehrenpreis entsprechend nicht nur Mode-, Produkt- und Kommunikationsdesign, sondern auch Architektur, Bühnenbild, Illustration und vieles mehr.“

Dabei hat die Berlinerin durchaus ambitionierte Ziele und entsprechend hohe Vorbilder: „Das Bundesverdienstkreuz ist unser Vorbild. Alle Bürger können sich gegenseitig kostenlos und mit schriftlicher Begründung dafür vorschlagen. Dieser Staatspreis will nichts weiter, als öffentlich und mit kräftigem Applaus Menschen zu ehren, die Gutes schaffen. Unser Ehrenpreis würdigt gelungene Gestaltung und möchte gute Gestalter zu weiteren Beiträgen zur Weltverbesserung anspornen.“

Als Non-Profit-Organisation lebt der Preis, neben dem ehrenamtlichen Einsatz aller Beteiligten, von Fördermitteln, Spenden und Sponsoren. Einige Unterstützer haben dem Preis bisher geholfen, das Licht der Welt zu erblicken. Noch ist unklar, ob den Preisträgern eines Tages auch Preisgelder gezahlt werden können, dieses Ziel aber besteht .
David Kasparek

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