Ausstellung im Architekturmuseum der TU München

Mehr als Märchen

Ludwig II. von Bayern war süchtig nach dem Bauen, dies behauptet zumindest der Psychiater Heinz Häfner, der intensiv zur Persönlichkeit des „Märchenkönigs“ geforscht hat. Tatsächlich häufte der König im Laufe seiner Herrschaft einen gewaltigen Schuldenberg an, insbesondere für seine heute oftmals als Kitsch empfundenen Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Jedoch wurden unter seiner Ägide auch andere Bauaufgaben verfolgt, darunter so prominente Gebäude wie das Münchner Rathaus von Georg von Hauberrisser, die Münchner Akademie der Bildenden Künste von Gottfried Neureuther und das Bayreuther Festspielhaus von Otto Brückwald. Eine Ausstellung im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne widmet sich ab dem 26. September den öffentlichen und privaten Bauvorhaben unter Ludwig II. und will damit das Klischee des von der Welt und Gesellschaft entrückten Herrschers kritisch hinterfragen.

Schloss Linderhof, 1870-1886, Georg Dollmann, Julius Hofmann und andere, Foto: Ulrike Myrzik, © Architekturmuseum der TU München

Die Schau mit dem Titel „Königsschlösser und Fabriken – Ludwig II. und die Architektur“ präsentiert zudem weniger bekannte, zugleich architektur- und kulturgeschichtlich bedeutende Bauten wie die Fabriken des Augsburger Textilviertels, die Synagogen in München und Nürnberg oder die ephemeren Architekturen für die bayerischen Industrieausstellungen, die unter Ludwig II. eine erste Blüte erfuhren. Zu dem von Ludwig II. eingeführten fortschrittlichen Kanalisationssystem nach englischem Vorbild werden außerdem Führungen angeboten.

Elp

Königsschlösser und Fabriken – Ludwig II. und die Architektur
Eröffnung: 25. September 2018, 19.00 Uhr
Ausstellung: 26. September 2018 – 13. Januar 2019
Öffnungszeiten: Di bis So 10.00 bis 18.00 Uhr, Do 10.00 bis 20.00 Uhr, Mo geschlossen
Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Abbildung: Georg Dollmann, Königshaus auf dem Schachen, 1869-1872, Foto: Ulrike Myrzik

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