Moderne am Main

Reform der Großstadt

Grete Leistikow, Galerie Berinson Berlin

„Neues Frankfurt“ – die meisten Menschen denken da an das von Ernst May initiierte soziale Wohnungsbauprogramm in den 1920er Jahren. Doch die besagte Formel umspannte eine ganze Reihe von gestalterischen Neuerungen, die mit utopischen Ideen um die Großstadt Frankfurt verknüpft waren und sowohl Mode- als auch Interieur-, Industrie-, Produkt- und Kommunikationsdesign umfassten. So wurde beispielsweise die noch bis heute genutzte Schriftart Futura entwickelt, die aus geometrischen Formen abgeleitet ist. Anlässlich des Bauhausjubiläums zeigt eine Ausstellung im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main die kulturellen Entwicklungen in der hessischen Metropole, die neben dem Bauhausstandort Dessau zu einem Zentrum der Avantgarde wurde.

Frühjahrsmesse 1927, Foto: Archiv Messe Frankfurt

Neben der Messe und dem Städtischen Hochbauamt war am kulturellen Wandel insbesondere auch die Kunstschule Frankfurt beteiligt, die durch Fritz Wichert neu ausgerichtet wurde. Ähnlich wie beim Bauhaus wurde sie in einen ganzheitlichen Vorkurs sowie Fachklassen und Werkstätten gegliedert. Darüber hinaus waren auch viele private Unternehmen an der ästhetischen und gesellschaftlichen Neugestaltung beteiligt – so etwa das Telekommunikationsunternehmen Fuld und Co. und der Lampenproduzent Bünte & Remmler. Die Ausstellung zeigt mehr als 500 Objekte und Entwürfe, Fotografien und Reproduktionen, Zeichnungen, Gemälde, Filme und Tonaufnahmen, die verdeutlichen, wie in Frankfurt die Ideen des Bauhaus zu praktischen Experimenten der städtischen Gestaltung wurden.

Elp

Moderne am Main 1919–1933
bis 14. April 2019
Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di, Do-So 10.00-18.00 Uhr, Mi 10.00-20.00 Uhr
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 6 Euro
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt

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