Moderne am Main

Reform der Großstadt

„Neues Frankfurt“ – die meisten Menschen denken da an das von Ernst May initiierte soziale Wohnungsbauprogramm in den 1920er Jahren. Doch die besagte Formel umspannte eine ganze Reihe von gestalterischen Neuerungen, die mit utopischen Ideen um die Großstadt Frankfurt verknüpft waren und sowohl Mode- als auch Interieur-, Industrie-, Produkt- und Kommunikationsdesign umfassten. So wurde beispielsweise die noch bis heute genutzte … Mehr lesen

Buch der Woche: Eine politische Designtheorie

Gegen die Unterwerfung

Im Mai 1963 kamen die ersten zwanzig Bände der edition suhrkamp auf den Markt. Eine Buchreihe mit einem strikten Konzept: 48 Publikationen pro Jahr, jeder Buchumschlag in einer der 48 Farben des Sonnenspektrums gehalten, die Cover ohne Abbildung zeigen einzig Autoren- und Verlagsnamen sowie den jeweiligen Titel der Bandes, getrennt nur von Linien, gesetzt aus der immer gleichen Schrift. Veröffentlicht … Mehr lesen

Buch der Woche: Erfahrungstheorie des ökologischen Designs

Umfassende Analyse

Bio ist in. Seit geraumer Zeit macht sich ökologisches Bewusstsein in nahezu allen Lebensbereichen bemerkbar – und das in einem Maße, von dem die grünbewegten Ökopioniere seinerzeit nur hätten träumen können. Wer hätte sich in den Zeiten der 1980er Jahre etwa vorstellen können, dass es ein Elektro-Auto wie der Tesla Modell S zu einem Prestige-Objekt des Establishments bringt? Doch wer … Mehr lesen

Bruno Sacco entwirft Armatur für BDA-Partner Hansa

Sacco-Brett

„Gutes Design erkennt man am Fehlen von Schnick-Schnack und an klaren Aussagen.“ Ein Satz, so einfach wie nachvollziehbar. Gesagt hat ihn Bruno Sacco, Designer bei Mercedes Benz von 1958 bis 1999. Für den Stuttgarter Autobauer verantwortete der 1933 im italienischen Udine geborene Konstrukteur und Designer diverse, bis heute stilbildende Klassiker. Darunter als Erstling die S-Klasse, intern W126 genannt, von 1979, … Mehr lesen

Symposium und Ausstellung

Gesellschaftsgestalter

„Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“ Mit diesem Jahresthema hat sich das „projekt bauhaus“, eine 2015 gegründeten Initiative, der Forscher, Gestalter und Kuratoren angehören, eines alten Topos angenommen. Die gesellschaftsverändernde Wirkung von Kunst im weiteren Sinne und Gestaltung im engeren wird schon seit den Anfängen des Bauhauses – und nicht nur dort – diskutiert. Aber das sei kein Grund, die Frage heute, … Mehr lesen

Kolloquium und Buchpräsentation in Hamburg

Peter Behrens schriftlich

Peter Behrens ist bekannt als Architekt und Gestalter von Schriften, Möbeln und Gebrauchsgütern. Er erfand das, was man später als Corporate Design bezeichnen sollte: Für die AEG entwarf er von Firmenschrift, Logo und Briefpapier über die Werkshallen bis hin zum Teekessel und Aschenbecher alles, was das visuelle Erscheinungsbild des Unternehmens prägte. Der studierte Maler trat erst in seinen Dreißigern als … Mehr lesen

der schöne gebrauch

Money, Money, Money

Zur Gestaltung von Geldscheinen Die Norwegische Staatsbank hat Ende letzten Jahres die neuen Geldscheine präsentiert, die ab 2017 in Norwegen in Umlauf gebracht werden sollen. Hervorgegangen sind die Entwürfe aus einem im Frühjahr 2014 gestarteten Grafikdesign-Wettbewerb zwischen acht eingeladenen Büros zum Thema „Das Meer“. In den nächsten zwei Jahren werden die Entwürfe unter sicherheitstechnischen Aspekten verfeinert. Was an anderer Stelle … Mehr lesen

der schöne gebrauch

Storytelling: BMW und der Versuch, das Auto der Zukunft zu bauen

Produkte sind nicht immer gleich gut. Es gibt legendäre Serien, die sich trotz ihrer überlegenen Qualität nicht gegen ihre Konkurrenz durchsetzen konnten. Aus fast jedem Produktsegment gibt es solche Anekdoten. Ein Grund für so ein Scheitern ist oft das Fehlen einer guten Geschichte, die durch das Ding an sich transportiert wird. Stimmt die Geschichte, verkauft sich das Produkt – und … Mehr lesen

der schöne gebrauch

Vom Mittelpunkt des Hauses zum Riesen-iPad: Was ist nur aus dem Herd geworden?

Man kann es drehen und wenden wie man will: Die Küche als rein auf funktionale Abläufe ausgerichteter Raum ist passé. Die von Planern und Planerinnen wie der großen Margarete Schütte-Lihotzky erdachten und auf ein Minimum an Raum und Grundfläche reduzierten, maximal optimierten „dienenden“ Arbeitskabinette haben ausgedient. Ob man nun die Party vom letzten Wochenende oder doch noch einmal Gottfried Semper … Mehr lesen

Jakob Timpe

Weniger oder mehr

Über Sparsamkeit im Design Nach allgemeineren Betrachtungen zum ökonomischen Verhältnis zwischen Hersteller, Kunde, Produkt und Designer geht der Berliner Architekt und Designer Jakob Timpe der Frage nach, in wie unterschiedlicher Weise Sparsamkeit in die Eigenschaften einzelner Design-Produkte eingehen kann. Fragte man Architekten nach einem Beispiel für Sparsamkeit im Design, so würden sie vielleicht den Ulmer Hocker nennen: diese Ikone korrekter … Mehr lesen