11. BDA-Tag in Berlin

Haltung bitte!

Der jährlich stattfindende BDA-Tag wird dieses Jahr am 4. Juli in der St. Elisabeth-Kirche in Berlin-Mitte begangen. Zum 11. Mal lädt der BDA seine Mitglieder und interessierte Personen ein –  zum  kollegialen Austausch, aber auch zur Diskussion über Wettbewerbskultur. „Haltung bitte! Qualität durch eine faire Wettbewerbskultur” lautet das Motto des Tages. Präsentation ist die neue Disziplin im Architektenwettbewerb: Nur wer schon vorab mit seinen Referenzen punktet, wer die Vielzahl formaler Kriterien erfüllt, darf sich im anschließendem Wettstreit der Ideen messen.

Entsprechend elementar ist die Kritik am derzeitigen Zustand des Wettbewerbs- und Vergabewesens: Zu wenige offene Wettbewerbe, restriktive Zulassungsbeschränkungen und eine zu geringe Berücksichtigung der prämierten Leistung im nachgelagerten Verhandlungsverfahren. Benachteiligt sind Architekturbüros, die nicht auf eine Bauaufgabe spezialisiert sind, sowie junge Büros, die noch nicht über die geforderten Referenzen verfügen.

Der BDA-Tag will nach den Gründen dafür fragen, dass öffentliche Auftraggeber immer seltener dem Qualitätsversprechen des freien geistigen Wettbewerbs vertrauen und mit dem Argument der Alternativlosigkeit auf beschränkte Wettbewerbe und auf reine Verhandlungsverfahren setzen. Wie müssen faire und qualitätsfördernde Verfahren strukturiert sein, damit sie vom öffentlichen Auftraggeber als geeigneter Weg erkannt werden? Wann ist der offene Wettbewerb das beste Verfahren und welche weiteren qualifizierten Verfahren sind im Rahmen der RPW zu definieren, um den spezifischen Anforderungen der öffentlichen Hand zu entsprechen? Welche Prinzipien sind unumstößlich, um faire Teilnahmebedingungen für Architekten zu bestimmen?

Zur Veranstaltung wird das Positionspapier „Prämissen eines fairen und qualitätsorientierten Wettbewerbs- und Vergabewesens“ zur Diskussion gestellt. Die im Laufe des Tages verabschiedeten Forderungen dienen zur politischen Positionsbestimmung des BDA bei der Novelle des Vergaberechts. Abrufbar wird das Positionspapier unter www.bda-bund.de sein.

Der 11. BDA-Tag lädt somit zu einer Debatte über existenzielle Bedingungen für die Berufsausübung von Architektinnen und Architekten ein, wie BDA-Präsident Heiner Farwick formuliert. Er führt aus, dass der Tag „…über Prinzipien eines fairen und qualitätsorientierten Wettbewerbs- und Vergabewesens diskutieren sowie Forderungen zur anstehenden Novelle des Vergaberechts beschließen“ wird.

Das gesamte Programm ist auf der Website des BDA, einzusehen. Am Vorabend des BDA-Tags, am 3. Juli, feiert der Berliner Landesverband des BDA sein 100jähriges Bestehen mit einem Festakt im Konzertsaal der Universität der Künste von Paul Baumgarten. Zum Abschluss des BDA-Tags, am 4. Juli, wird der BDA-Preis für Architekturkritik 2015 verliehen. Die Laudatio hält die Architekturhistorikerin Karin Wilhelm, der BDA legt zu diesem Anlass eine limitierte Festschrift im Rahmen seiner „Quadratischen Reihe“ auf. Den Abschluss der Tage bilden am Sonntag, den 5. Juli, im Zeitraum von 10.45 bis 14.00 vier Architekturführungen: eine „Tour Ostmoderne“  mit Wolf-Rüdiger Eisentraut (Architekt BDA, Berlin), eine „Tour Westmoderne“  mit Ursulina Schüler-Witte (Architektin, Berlin), sowie zwei „Überraschungstouren“ „Büro“ und „Wohnen“ zu ausgezeichneten Bauten des BDA Preises Berlin 2015. Da die Teilnehmerzahlen bei den Touren begrenzt  ist, wird hier ebenso um Anmeldung gebeten wie bei der Teilnahme am eigentlichen BDA-Tag.

Red.

Haltung bitte! Qualität durch eine faire Wettbewerbskultur
11. BDA-Tag

St. Elisabeth-Kirche
Invalidenstraße 3
10115 Berlin

Fotos: Martin Könning, Christian Lammerskötter

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