Ausstellungen zu Paul Schneider-Esleben

Zwei Mal Paul

Die Rochus-Kirche, das Mannesmann-Hochhaus und die Haniel-Garage, der Köln-Bonner Flughafen und das Wuppertaler Sparkassengebäude – das sind nur einige Bauten des Düsseldorfer Architekten Paul Schneider-Esleben, der am 23. August 2015 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Heinrich Klotz sagte zu seiner Architektur, sie spiegele die stilgeschichtlichen Entwicklungen der ersten zwei Jahrzehnte nach dem Krieg wie eine „Architekturgeschichte im Kleinen“. Wie kaum ein anderer steht sein Werk gleichzeitig für Neubeginn und Wiederanknüpfen an die Internationale Moderne. Dabei begriff P.S.E. seine Architektur stets als Gesamtkunstwerk, das auch das Mobiliar bis hin zur Kunst am Bau umfasste.

Im Architekturmuseum der TU München ist seit 2006, ein Jahr nach dem Tod Schneider-Eslebens, sein Nachlass archiviert. Aus dem Fundus speist sich nun eine Ausstellung, die am 15. Juli in der Pinakothek der Moderne eröffnet wird.

Ab August präsentiert Nordrhein Westfalens wanderndes Museum MA:I in Düsseldorf ebenfalls eine Ausstellung zu Paul Schneider-Eslebens Ehren. Sie wird an zwei Orten gezeigt: Im Haus der Architekten geht es um herausragende Bauten und den Umgang mit ihnen – das Spektrum reicht von Sanierung und Weiterbau über Umnutzung bis zum Abriss. So fiel beispielsweise das ARAG-Terrassenhaus in Düsseldorf – wenn auch unter großen Protesten – 1991/92 dem Abrissbagger zum Opfer. Der zweite Ausstellungsteil findet in Schneider-Eslebens 1958 fertiggestelltem Mannesmann-Hochhaus statt, dem ersten Stahlskelettbau mit Vorhangfassade in Deutschland. Hier ist das Gebäude selbst Hauptprotagonist und -exponat der Ausstellung. Diskussions- und Vortragsformate wie auch zeitgenössische künstlerische Positionen von Benjamin Zibner, Alexander Basile und Johannes Post zum Werk von P.S.E. ergänzen die Schau.

Die  Kuratoren beider Ausstellungen werfen einen heutigen Blick auf das Erbe der Nachkriegsmoderne und porträtieren einen Architekten, der sich technisch wie konzeptuell auf das jeweilige Bauprojekt, sei es ein Verkehrskonzept oder ein pädagogisches Reformprojekt, immer völlig neu einließ.

Red.

Paul Schneider-Esleben – Das Erbe der Nachkriegsmoderne
23. August bis 25. September 2015
Öffnungszeiten: Mo – Do 9.00 – 18.00 Uhr, Fr 9.00 – 17.00 Uhr
Eintritt frei

Haus der Architekten und Mannesmann-Hochhaus, Düsseldorf

Paul Schneider-Esleben. Architekt
16. Juli bis 18. Oktober 2015
Öffnungszeiten: Di – So 10.00 – 18.00 Uhr, Do 10.00 – 20.00 Uhr
Eintritt: 10,- Euro, ermäßigt 7,- Euro

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Zur Münchner Ausstellung erscheint ein Katalog:
Andres Lepik, Regine Heß (Hrsg.): Paul Schneider-Esleben Architekt, Fotografien von Margret Hoppe, Gestaltung von Andreas Platzgummer, ca. 192 Seiten, ca. 175 Abb., Halbleinen, Hatje Cantz, Ostfildern 2015, 39,80 Euro, ISBN 978-3-7757-3998-6

Fotos: Architekturmuseum TUM, Markus Luigs, Marek Gehrmann

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