2. Hochschultag der Architektur

Spezialist vs. Generalist?

Absolventen des Architekturstudiums sollen entwerfen, konstruieren, organisieren und steuern – und als Generalisten interdisziplinäre Programmziele koordinieren können. Diese Kompetenz unterscheidet Architekten von Fachspezialisten. In den letzten Jahren wurde das Aufgabenspektrum von Architekten zunehmend fragmentiert. Statt den gesamten Bauprozess zu begleiten, werden von Architekten zunehmend Teilleistungen gefordert. Kritiker sehen in der entwurfsorientierten Ausbildung den Grund, dass der Berufsstand einen Teil seiner originären Aufgabenfelder an Projektsteuerer und Fachspezialisten abgeben musste und so immer stärker auf das Design von Oberflächen reduziert wird.

Der vom BDA organisierte 2. Hochschultag der Architektur fragt am 17. April unter dem Titel „Spezialist vs. Generalist“: Was macht den guten Architekten aus?“ Studierende, Hochschullehrer, wissenschaftliche Mitarbeiter und Architekten diskutieren im Deutschen Architektur Zentrum DAZ in einem kritischen Dialog über Inhalte und Formate einer zukunftsorientierten Ausbildung. Dabei sollen auch Antworten auf die drängenden Fragen des heutigen Architekturstudiums gefunden werden. Wie reagiert die Ausbildung auf das veränderte Berufsbild? Ist die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge genutzt worden, um „kluge Köpfe für das Ganze“ auszubilden und deren Rolle neu zu interpretieren? Oder wird die Spezialisierung im Studium als eine Voraussetzung angesehen, um im Zusammenschluss spezialisiert ausgebildeter Architekten die Büros breiter aufstellen zu können und somit reaktionsfähiger zu sein?

Ob vor diesem Hintergrund eine reformierte Architektenausbildung aufgebaut werden muss, welche inhaltliche Rolle der Ausbildung des Bachelors und welche dem Master zukommt soll dabei ebenso debattiert werden wie die Fragen nach erforderlichen Lehrinhalten und geeigneten Methoden, um das Ausbildungsziel des Generalisten oder Spezialisten zu erreichen. Ob das Fach Entwerfen dabei als konzeptioneller Denkansatz alle planerischen Aufgaben – von der ästhetischen und konstruktiven Gestalt über die städtebauliche Einbindung und die Koordination der Fachspezialisten bis hin zur Termin- und Kostenplanung – vereinen kann, wollen die Beteiligten des Hochschultags unter der Moderation von Andreas Emminger (Architekt BDA, Nürnberg) und Andreas Denk (Chefredakteur der Zeitschrift der architekt, Bonn/Berlin) diskutieren.

Um Anmeldung wird gebeten. Das detaillierte Tagesprogramm finden Sie auch hier zum Download.

Red.

Spezialist vs. Generalist?
Hochschultag der Architektur
17. April, 11.00 Uhr
Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin
Zweiter Hinterhof

Als Ergebnis des 1. BDA-Hochschultags der Architektur im Jahr 2013 hat der BDA in seinen Kernthesen zur Architekturausbildung eine Reihe von Fragen und Forderungen formuliert, die die Mängel der praktischen Übersetzung des Bologna-Prozesses aufgreifen und auf eine zeitgemäße umfassende Ausbildung des Architekten abzielen. Diese sind in fünf Thesen zusammengefasst, die sich für einen integralen Generalismus, die Förderung des komplexen Denkens, die Verlangsamung und Intensivierung des Studiums, dem Vermitteln von Haltung und der Forderung, dass nur Masterabschlüsse die Vollausbildung als Architekt erreichen, aussprechen.

Die Kernthesen stehen zum Download bereit oder können in der Bundesgeschäftsstelle telefonisch oder per Mail bestellt werden. Eine Nachlese des 1. BDA Hochschultags zum Thema „Architektur: Ausbildung und Realität“ finden Sie in der architekt 2/13.

Fotos: Till Budde

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