Buch der Woche: Soviet Bus Stops Volume II

Warten im Sozialismus

Wer schon einmal in Moskau mit der Metro gefahren ist, hat eine Vorstellung davon, welch enorme Bedeutung den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Sowjetunion eingeräumt wurde. Die gewaltigen Dimensionen des U-Bahnsystems offenbaren den Anspruch, Mobilität zu einem Allgemeingut der klassenlosen Gesellschaft zu machen. In der palastähnlichen Prachtentfaltung zeigt sich indes, wie man im Sozialismus die Herrschaftsverhältnisse auch architektonisch im öffentlichen Raum … Mehr lesen

Buch der Woche: Finding Brutalism

Durch die schwarz-weiße Brille

Es ist kaum zu leugnen, dass die Architektur des Brutalismus und das Medium der Fotografie, insbesondere schwarz-weiß-Fotografie, unwahrscheinlich gut zusammenpassen. Die ausdrucksstarken, skulptural anmutenden Formgebilde, die komplexen und starke Kontraste erzeugenden Durchdringungen und Überlagerungen von Baukörpern sowie die vielfältigen Oberflächenqualitäten des witterungsanfälligen rohen Betons lassen sich fabelhaft ins Bild bringen. Der Fotograf Simon Phipps lichtet bereits seit vielen Jahren brutalistische … Mehr lesen

DAZ

Parklandschaften

Eine angejahrte Asphaltrampe knickt nach unten ab und stürzt scheinbar direkt auf die bedrohlich nahe Zwerchhausgalerie einer gotischen Hallenkirche zu. Aufzugsaufbauten und Werbeträger rahmen wie zufällig die angeschnittene Doppelturmfassade des Kölner Doms. Renzo Pianos Walfischkaufhaus schiebt sich über die Horizontlinie aus Beton in die Höhe wie ein auftauchendes U-Boot. Die Schriftmarke „KAUFHOF“ in fünfziger-Jahre-Typografie scheint aus goldenen Lettern zu bestehen, … Mehr lesen

Buch der Woche

Baukunst im Archiv

Neben Gebautem gibt es Vieles, was Architekten ihrer Nachwelt an materiellen Hinterlassenschaften vermachen. Hierzu zählen Zeichnungen, Modelle, Fotografien und schriftliche Dokumente. Die Akademie der Künste in Berlin hat in einem Zeitraum von etwa 1770 bis heute zahlreiche Nachlässe und Sammlungen zur Baukunst archiviert, unter den Stiftern tummeln sich dabei viele prominente Figuren der Architekturhistorie. Hierzu zählen etwa Adolf Loos, Ludwig … Mehr lesen

Buch der Woche: Modernism Rediscovered

Drei mal Shulman

Julius Shulman, 1910 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren, gehört unbestritten zu den ganz Großen der Architekturfotografie. Vor allem in den Jahren der Nachkriegszeit und der Kennedy-Ära hatte er sie alle vor der Kamera: Richard Neutra, Frank Lloyd Wright, Frank O. Gehry, John Lautner, Pierre Koenig und viele mehr ließen ihre Bauten von Shulman in Szene setzen. Entstanden sind dabei … Mehr lesen

Buch der Woche: Architekturfotografie von Klaus Kinold

Die Treue zum Gegenstand

Der Münchner Architekturfotograf Klaus Kinold äußerte einst den sowohl verheißungsvollen als auch ambitionierten Satz „Ich will Architektur zeigen, wie sie ist“. Das erinnert besonders an Bernd und Hilla Becher, die mit ihrer „objektiven Fotografie“ sowohl ihren Gegenstandpunkt zu Otto Steinerts Schule der „Subjektiven Fotografie“ als auch ihren Anspruch auf eine möglichst wirklichkeitsgetreue Wiedergabe des Gesehenen deutlich machten. Wie bei den … Mehr lesen

Buch der Woche: „Opus 80“ zu Ungers´ Haus in der Belvederestraße

Katarakt von Formen

Im Laufe der Jahre hat der Verleger Axel Menges mit seiner gleichnamigen Edition ein beachtliches Konvolut an Büchern zusammengestellt. Besonders bemerkenswert dabei sind regelmäßig jene, fast quadratischen, Publikationen der Reihe „Opus“. Opus 80 ist nun Anfang des Jahres erschienen und widmet sich einem der bekanntesten Einfamilienhäuser der deutschen Nachkriegsgeschichte: dem Wohnhaus von Oswald Mathias Ungers in der Kölner Belvederestraße 60, … Mehr lesen

Buch der Woche: Eine Werkschau von Helmut Jahn

Viertlböck, Betsky, Jahn

Über die Qualitäten postmoderner Architektur wurde in letzten Monaten viel geschrieben. Eine Art Wiederentdeckung dieser Epoche mit fast begeisterten Freudenbekundungen vor allem jüngerer Architekten und Architekturinteressierter fand in der jüngsten Vergangenheit statt, die letztes Jahr ihren vorläufigen Höhepunkt in der Ausstellung „MISSION: POSTMODERN – Heinrich Klotz und die Wunderkammer DAM“ im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt fand. Begleitet wird das Phänomen … Mehr lesen

Buch der Woche: Architektur und Du

Ein Kumpeltyp

2005 gründeten Silvia Schellenberg-Thaut und Sebastian Thaut ihr eigenes Architekturbüro „Atelier ST“ in Leipzig. Im Prinzip unmittelbar nach dem Studium, ausgestattet mit nur einem Mindestmaß an Berufserfahrung und dem unbedingten Willen, gute Architektur zu machen und dafür im Notfall die eine oder andere Praxiserfahrung auf eigene Faust und in eigener Verantwortung zu sammeln. Wie so viele selbständige Architekten vor ihnen, … Mehr lesen

Buch der Woche: Fragments of Metropolis Berlin

Expressionismus in und um Berlin

Auf dem Cover dräut uns eine düstere Stadtkrone entgegen, expressiv und etwas unheimlich. Schnell separiert das Auge in dieser Photoshop-Collage bekannte Bauten aus Berlin und Umgebung: Ganz oben das Ullsteinhaus, darunter die Singer-Fabrik in Wittenberge, der Wasserturm in Neuenhagen, Mendelsohns Mossehaus und der Borsig-Turm in Tegel. Es sind dies Bauten, die man landläufig dem Expressionismus zuordnet. So heißt das Buch … Mehr lesen