Positionspapier des BDA

Das Haus der Erde

Anlässlich des 15. BDA-Tags „Kulisse und Substanz. Plädoyer für eine ökologisch-gesellschaftliches Umdenken“ am 25. Mai in Halle an der Saale hat der BDA ein Positionspapier veröffentlicht, das für mehr Aktivität der Architektenschaft in Hinblick auf ein klimagerechtes Bauen plädiert. Bereits vor zehn Jahren formulierte der BDA, zusammen mit anderen Verbänden von Stadtplanern und Ingenieuren, das Klimamanifest „Vernunft für die Welt“ und damit eine Selbstverpflichtung zu ökologisch bewusstem Handeln. Die nun herausgegebenen Positionen unter dem Titel „Das Haus der Erde“ weisen auf die Rolle von Architekten und Stadtplaner als wichtige Impulsgeber hin und „definieren in einem ganzheitlichen Verständnis relevante Handlungsfelder“.

Die benannten Handlungsfeldern beziehen sich nicht nur ganz konkret auf die Tätigkeitsfelder von Architektinnen und Architekten, sondern decken auch Bereiche ab, in denen es darüber hinaus eines gesamtgesellschaftlichen und politischen Umdenkens bedarf. Der BDA weist darauf hin, dass die Umsetzung der Selbstverpflichtung nur gemeinsam mit privaten und öffentlichen Bauherren, Bauindustrie und Wohnungswirtschaft getragen werden kann. Die Forderungen reichen dabei von politischer Beteiligung, der Achtung des Bestands und Nutzung klimafreundlicher Materialien, über neue Mobilitätsformen bis hin zu Versuchsräumen für experimentelle Ansätze. Dabei soll „gute Gestaltung (…) zu einem sinnlich wahrnehmbaren Ausdruck für das neue Verantwortungsgefühl“ werden. Der Entwurf der klimapolitischen Grundpositionen soll auf dem BDA-Tag in Halle diskutiert werden und steht hier als pdf zum Download bereit.

Kulisse und Substanz. Plädoyer für ein ökologisch-gesellschaftliches Umdenken
15. BDA-Tag 2019 mit Preisverleihung „Nike”

Samstag, 25. Mai 2019, ab 10.00 Uhr
Leopoldina
Jägerberg 2
06108 Halle an der Saale

Abb.: Globale Erwärmung, Foto: NASA

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4 Gedanken zu „Das Haus der Erde

  1. Ein interessantes Positionspapier. In weiten Teilen kann ich den Positionen folgen und die Aussagen unterstützen.
    Der Aussage: „Die technische Aufrüstung zu „intelligenten Gebäuden“ und das Übermaß an Dämmmaterialien haben nicht zu langlebigen und energetisch nachhaltigen Bauten geführt. Beide Konzepte sind in eine Sackgasse geraten.“ muss ich widersprechen und bitten, diese Formulierung zu ändern.
    Ein sinnvolles Maß ist sicherlich immer richtig. Von einem Übermaß an Dämmmaterialien zu sprechen, ohne die differenziert zu beleuchten ist eine Suggestivaussage. Damit eine Position zu beschreiben ist nicht hilfreich. Es kommt immer auf den Gesamtzusammenhang an. Wenn hohe Dämmstoffstärken in der Lage sind, aufwendige Technik zu ersetzen, bedeuten hohe Dämmstärken geben gerade die Intelligenz im Einfachen.
    Ich stimme darin überein, dass Gebäude nicht intelligente sein können. Eine gute Regelung kann zwar helfen Energie zu sparen, aber darum geht es hier nicht.
    Bei der Frage nach „intelligenten Gebäuden“ sind die Gründe und Motivation aber häufig eher Aspekte wie Komfort, Spieltrieb oder der Wunsch Daten zu sammeln. Die Sammelwut von Daten über Smartmeter oder auch Smarthome durch entsprechende Anbieter sind dann eher deren Wunsch nach vermarktbaren Nutzerinformationen geschuldet.
    Intelligenz des Einfachen
    Dieser Slogan hört sich zunächst gut an und könnte glatt eine Erfindung von Marketingexperten sein.
    Aber: Intelligenz ist hoch Komplex. Wir leben in einer hoch komplexen Gesellschaft. Der Verzicht auf Technik ist daher in der Regel eben nicht intelligent. Ein Hammer ist ein technisches Hilfsmittel mit dem ich einen Nagel in eine Wand einschlagen möchte. Bereits der Nagel und die Wand sind technische Produkte und Hilfsmittel. Wäre es wirklich intelligent, zu versuchen den Nagel mit der bloßen Hand in die Wand zu schlagen? Auch auf ein Smartphone oder PKW, beide extrem hochtechnische Produkte will heute kaum einer verzichten, selbst wenn dies intelligent wäre.
    Der Satz: „Referenz kann dabei die energetische Intelligenz von tradierten regionalen Bauweisen sein.“ hört sich gut an. Leider erschließt mich der Inhalt nicht.
    • Referenz – Wofür?
    • energetische Intelligenz – Was ist das?
    Was wir hingegen brauchen, sind jedoch klare und einfache Schnittstellen.
    Mein Vorschlag für den Absatz wäre:
    IV. Nutzen und Werthaltigkeit
    Nicht alles was machbar ist, ist auch sinnvoll. Aus diesem Grund ist es wichtig sowohl bei der Auswahl der Baustoffe als auch sowie der Technik eine sinnvolle Abwägung hinsichtlich der Qualität und Quantität zu finden. Die Abstimmung der Technik soll dabei nach einer ganzheitlichen Gesamtbetrachtung erfolgen.
    Eine dem Klimawandel gerecht werdende Architektur nutzt und reguliert mit typologischen, konstruktiven und thermischen Strukturen die jeweiligen klimatischen Bedingungen für ein Wohlbefinden der Nutzer.
    Eine dem Klimawandel gerecht werdende Technik setzt zunehmend auf den Einsatz regenerativer Energien. Ziel ist ein behaglicher Wohnkomfort bei größtmöglicher Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.
    Im Vordergrund steht die Werthaltigkeit von Gebäuden und der Nutzen für Mensch und Natur.
    Die Handhabung von Gebäuden soll durch einfache und klar definierte Schnittstellen Nutzer dienen. Technik darf nicht unter dem Deckmantel einer sog. „intelligent Gebäudetechnik“ den Menschen zum Benutzerinterface machen und diesen als Lieferant von Nutzerdaten missbrauchen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg Linnig

    Ingenieurbüro EUKON
    Dipl.- Ing. Jörg Linnig
    Moerser Straße 162
    47803 Krefeld
    Telefon: +49 (2151) 317230

  2. Wie kommmt es zu folgender Behauptung: „Die technische Aufrüstung zu „intelligenten Gebäuden“ und
    das Übermaß an Dämmmaterialien haben nicht zu langlebigen
    und energetisch nachhaltigen Bauten geführt. Beide Konzepte
    sind in eine Sackgasse geraten.“?

    Dies ist in keiner Weise nachvollziehbar und anhand zahlreicher Beispiele widerlegbar!

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