der architekt 2/21

mittendrin außen vor

obdachlosigkeit in der stadt Obdach- und Wohnungslosigkeit sind Teil der städtischen Realität – dennoch wird dieser Umstand in Diskursen der Architektur und Stadtplanung wenig verhandelt. Diese Ausgabe möchte daher nicht nur den strukturellen Ursachen auf den Grund gehen, sondern auch einen Perspektivwechsel unternehmen und die Stadt aus dem Blickwinkel obdachloser Menschen betrachten. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, der räumlichen … Mehr lesen

kritischer raum

Edelstein im Lotus

O16, Übernachtungsstätte für Obdachlose, Frankfurt / Main, von Michel Müller, Studio MC, Darmstadt, 2017 Der Frankfurter Ostpark liegt in einem trockengelegten Altarm des Main im Ostend. Der Park erstreckt sich zwischen dem langgezogenen Prallhang des Röderbergs im Westen und dem breiten Gleisbett der Bahnlinie Frankfurt-Hanau im Süden. Neben den Gleisen befand sich schon seit Jahrzehnten, zunächst in Zelten, dann in mehreren Containern, eine … Mehr lesen

Obdachlosigkeit in der Stadt

Mittendrin außen vor

Obdachlosigkeit ist fester Teil der urbanen Realität, die sich Tag für Tag und in den Herzen der Städte abspielt. In Diskursen von Architektur und Stadt ist das Thema jedoch unterrepräsentiert – dass Menschen auf der Straße leben müssen, wird weitgehend als bedauerlicher, jedoch unüberwindbarer Umstand angesehen. Außerdem fehlt es an Wissen über die Lebensrealitäten obdachloser Menschen und ihre spezifischen Bedürfnisse … Mehr lesen

Schauplätze der Obdachlosigkeit: Ein Spaziergang

Der Schlüssel

von Elina Potratz Ich treffe Cäsar bei der Elefantenskulptur hinter dem Bremer Hauptbahnhof. Cäsar – um die sechzig, kurzes graues Haar, freundliche Augen – heißt eigentlich Reinhard Spöring und arbeitet seit zehn Jahren ehrenamtlich bei der Bremer „Zeitschrift der Straße“. Wir haben uns für einen Spaziergang verabredet. Doch wir wollen heute weder durch Grünanlagen flanieren noch an der Weser entlangspazieren … Mehr lesen

Volker Busch-Geertsema

Housing First

Ein Modell zur Überwindung von Wohnungslosigkeit Housing First ist ein Programmansatz, mit dem Wohnungslose mit komplexen Problemlagen umgehend in abgeschlossenen und dauerhaften Individualwohnraum gebracht werden, ohne die Bedingung, vorher „Wohnfähigkeit” erlangt zu haben oder abstinent zu leben. Der Bezug einer eigenen Wohnung mit Bleibeperspektive steht hier am Anfang und nicht – wie vielerorts üblich – am Ende einer „Hilfekette“. Wohnbegleitende … Mehr lesen

Ulrike Schartner und Alexander Hagner im Interview

Mehr Möglichkeiten, weniger Zwang

Architektur für obdachlose Menschen Das Wiener Architekturbüro gaupenraub+ / –, gegründet von Ulrike Schartner und Alexander Hagner, kämpft dafür, dass das Bauen für obdachlose Menschen nicht nur ein Unterbringen von Benachteiligten ist, sondern als Möglichkeit zur Schaffung eines gesamtgesellschaftlichen Mehrwerts betrachtet wird. Besonderes Aufsehen erregten ihr integratives Wohn- und Beschäftigungsprojekt VinziRast-mittendrin im neunten Bezirk Wiens sowie das Wohnprojekt VinziDorf Wien für alkoholkranke … Mehr lesen

Öffentliche Bibliotheken als Orte der Zugehörigkeit

Einem Zuhause am nächsten

Ryan Dowd im Gespräch mit Maximilian Liesner Ryan Dowd arbeitet im Hesed House, einer großen Notunterkunft außerhalb von Chicago (USA), die er zeitweise auch leitete. Nach einem ersten Vortrag zum Umgang mit obdachlosen Besucherinnen und Besuchern auf einer Bibliothekskonferenz erhielt er weitere Anfragen und spezialisierte sich schließlich darauf, Organisationen zu diesem Thema zu schulen. Sein Buch „The Librarian’s Guide to … Mehr lesen