Ausstellung im Frankfurter DAM

Immer neue Altstadt

Historische Stadtkerne sind in europäischen Städten zumeist die größten Tourismusmagneten, versprechen sie doch pittoreske Authentizität und mittelalterlich-behagliche Atmosphäre. Für viele Bewohner sind die Altstädte zudem identitätsstiftende Orte, da in ihnen Geschichte und Tradition einer Stadt verkörpert scheint. In Frankfurt am Main ist die lang und heftig geführte Debatte, wie mit dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Altstadtareal und den Nachkriegsbebauungen umzugehen sei, nun zugunsten einer historischen Parzellierung sowie zahlreichen Rekonstruktionen ausgegangen. Hier zeigt sich einmal mehr, dass Bauwerke wie kaum eine andere kulturelle Erscheinung als Phänomen der geschichtlichen Selbstverortung von Gesellschaften und Interessengemeinschaften zu sehen sind.

Eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum DAM thematisiert ab dem 21. September die Entwicklung des Frankfurter Altstadtgebiets seit 1900. Dabei wird auch deutlich, dass die Altstadtbebauung schon seit langem Diskussionsstoff bietet und nicht zuletzt auch Gegenstand politischer Vereinnahmung war. Das Panorama der Schau mit dem Titel „Die immer Neue Altstadt“ beginnt dabei mit den Erneuerungsbestrebungen ab 1900 durch Vertreter der Moderne als auch Nationalsozialisten und spannt den Bogen über den Rekonstruktionsstreit nach dem Krieg bis hin zu Ergänzungsbauten der Postmoderne sowie der Kontroverse der letzten Jahre um die Neubebauung.

elp

DIE IMMER NEUE ALTSTADT – Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900
Eröffnung: Freitag, 21. September 2018, 19.00 Uhr
Ausstellung: 22. September 2018 bis 10. März 2019
Öffnungszeiten: Di, Do bis So 11.00 –18.00 Uhr, Mi 11–20 Uhr, Mo geschlossen
Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen: Fassade Goldene Waage, 2017
Foto: Uwe Dettmar
/ Goldene Waage am Krönungsweg, 1936, Foto: ISG/Fiebig / Blick vom Dom auf die Neue Altstadt, Foto: Uwe Dettmar / Dom-Römer-Areal mit Technischem Rathaus, Postkarte, Copyright: Verlag Arthur F. Krüger

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