Buch der Woche: Downtown Denise Scott Brown

Ping-Pong Partnerschaft

Sehr lange hat Denise Scott Brown auf ihre erste Solo-Ausstellung warten müssen. Erst im letzten November öffnete das Architekturzentrum Wien schließlich seine Pforten für eine große Schau ihres umfangreichen Schaffens in Architektur, Architekturtheorie und Stadtplanung, die bis vor wenigen Wochen zu sehen war. Was davon bleibt, ist der Katalog der Ausstellung, der unterhaltsam und bildreich in das Leben und Werk … Mehr lesen

Buch der Woche: Der Himmel unter West-Berlin

Underground Pop

Wie schön muss es gewesen sein, als man beim Bau der ersten U-Bahnsysteme realisierte, dass damit nun eine bisher unbekannte Gattung des öffentlichen Raums gestalterisch bespielt werden konnte. Durch die mit dem unterirdischen Verkehrsmittel verbundenen, neuen räumlichen Situationen – Eingänge, Treppen, Verteilerebenen und Bahnsteige – tat sich hier eine völlig neuartige Typologie auf, die fast ausschließlich aus einem abgekapselten „Innen“ … Mehr lesen

Tagung und Ausstellung in Berlin zu U-Bahnarchitektur

Tiefgang statt Untergang

Die internationale Konferenz „Underground Architecture Revisited“ vom 20. bis 23. Februar in der Berlinischen Galerie widmet sich der architektonischen Gestaltung von U-Bahnhöfen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im europäischen Vergleich. Sie stellt damit Verkehrsbauten in den Mittelpunkt, die in besonderem Maße den städtischen Raum bestimmen und durch ihre oftmals prägnante Gestaltung unterirdische Identifikationsorte bilden. Erst 2017 wurden in Berlin … Mehr lesen

Erste Ausstellung zu Denise Scott Brown in Wien

Downtown mit Scott Brown

Tatsächlich gab es bis heute weltweit noch keine umfassende Einzelausstellung zu Denise Scott Brown – eigentlich ein Skandal, schließlich gehört sie zu den einflussreichsten Architektinnen, Stadtplanerinnen und Architekturtheoretikerinnen des 20. Jahrhunderts. Nun hat sich das Architekturzentrum Wien der freudvollen Aufgabe angenommen und das Werk der heute 87-jährigen für eine ausführliche Schau aufbereitet, die am 21. November eröffnet wird. Scott Brown … Mehr lesen

Buch der Woche

Brandolinis Design Poker

Lackierte Metallrohre, schrille Farben, geometrische Grundformen in extravaganten Zusammenstellungen und kontrastierende Materialkombinationen – das alles gehört zum Repertoire des postmodernen Produktdesigns. Auch Andreas Brandolini begann seine Karriere in dieser gestalterischen Atmosphäre des Antifunktionalismus, in der man den sauberen und emotionslosen Erzeugnissen der Moderne ungebremste Kreativität und Humor entgegensetzen wollte. Eine Publikation zu dem 1951 in Leipzig geborenen Gestalter zeigt seine … Mehr lesen

Ausstellung im Frankfurter DAM

Immer neue Altstadt

Historische Stadtkerne sind in europäischen Städten zumeist die größten Tourismusmagneten, versprechen sie doch pittoreske Authentizität und mittelalterlich-behagliche Atmosphäre. Für viele Bewohner sind die Altstädte zudem identitätsstiftende Orte, da in ihnen Geschichte und Tradition einer Stadt verkörpert scheint. In Frankfurt am Main ist die lang und heftig geführte Debatte, wie mit dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Altstadtareal und den Nachkriegsbebauungen umzugehen … Mehr lesen

Jörg H. Gleiter

Zeichen und Wunder

Beiträge zur Architektur als Bedeutungsträgerin Die Architektur kombiniert nicht nur materielle Elemente zu räumlichen Dingen, die benutzt werden können, sie kombiniert dieselben Elemente zu wahrnehmbaren Dingen, die interpretiert werden können. Architektur ist immer auch Zeichen. So nehmen wir die meisten Dinge, die uns umgeben, wie Fenster oder Türen, nur als Zeichen wahr. Wir gehen in der Regel nur durch eine … Mehr lesen

Zur Bedeutung von Spektakelarchitektur

Zeichen und Affekt

Vor dem Hintergrund der Postmoderne stießen die Vermittlung von Bedeutung und die Zeichenhaftigkeit an sich auf Widerwillen. Im US-amerikanischen Kontext meldete sich in den 1990er Jahren eine Generation junger und weltweit agierender Architektinnen und Architekten zu Wort, die sich gegen die im Architekturdiskurs verfestigte Gegenüberstellung der „Whites“ und „Grays“ positionierte. Beide, so die Sichtweise der Jüngeren, hielten daran fest, Bedeutung … Mehr lesen

Buch der Woche: Soviet Bus Stops Volume II

Warten im Sozialismus

Wer schon einmal in Moskau mit der Metro gefahren ist, hat eine Vorstellung davon, welch enorme Bedeutung den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Sowjetunion eingeräumt wurde. Die gewaltigen Dimensionen des U-Bahnsystems offenbaren den Anspruch, Mobilität zu einem Allgemeingut der klassenlosen Gesellschaft zu machen. In der palastähnlichen Prachtentfaltung zeigt sich indes, wie man im Sozialismus die Herrschaftsverhältnisse auch architektonisch im öffentlichen Raum … Mehr lesen

Buch der Woche: Extra Normal

Schauerliche Postmoderne

Wer Serge Fruehaufs Fotobuch „Extra Normal“ zum ersten Mal durchblättert, braucht zunächst ein wenig Zeit, um hier einen roten Faden zu finden. Klar ist: Es geht um unterschiedliche Architektur, dabei oft um architektonische Details, aber auch um Kunst am Bau und im öffentlichen Raum. Das meiste davon kann als Produkt der sechziger, siebziger und achtziger Jahre identifiziert werden. Außerdem sticht … Mehr lesen