kritischer raum

Milieu und Atmosphäre

Das Kreativwirtschaftszentrum „C-HUB“ in Mannheim von Hartwig Schneider Architekten, Stuttgart, 2012 – 2015 Das Einfache ist meist das Schwere. Dabei muss man nicht gleich an Mies van der Rohes Lebensleistung denken, für die Verbindung von architektonischer Form, Konstruktion und Ausdruck die vermeintlich „einfachste“ Figur zu finden. Das Einfache kann vielmehr auch eine unmittelbare Erfordernis der Umgebung sein. Auch dadurch wird es nicht … Mehr lesen

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Ein schönes Bergwerk

Das Europäische Hansemuseum in Lübeck von Andreas Heller Architects and Designers, 2012–2015 Lübeck hat einen neuen kulturellen Kulminationspunkt: Das „Europäische Hansemuseum“ ist eine weitgehend unterirdisch angelegte Raumfolge, der große Teile des ehemaligen Dominikanerklosters angeschlossen sind. Den Entwurf fertigten Andreas Heller Architects and Designers aus Hamburg, die Finanzierung des 50 Millionen teuren Projekts leistete zu vier Fünfteln die Lübecker Possehl-Stiftung. An … Mehr lesen

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Ein Herz für Eltern

Das Ronald-Mc-Donald-Elternhaus in Sankt Augustin von GRAFT, 2012–2014 Ein Krankenhausareal wie viele andere auch. Zwischen neuen Mehrfamilienhausquartieren von der Stange, ausdruckslosen Bürobauten einer Hochschule, im Übergang zu einer von allen Seiten attackierten Auenlandschaft: Hier, in Sankt Augustin bei Bonn liegt die Asklepius-Kinderklinik mit dem deutschen Kinderherzzentrum. Im Krankenhaus werden Kinder mit schweren und pflegeintensiven Leiden behandelt: Herzkrankheiten, Krebs, orthopädische Erkrankungen, … Mehr lesen

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Nichts ist, wie es scheint

Erweiterung des Sprengel-Museums in Hannover von Meili & Peter Architekten, Zürich, 2009–2015 1972 gewannen die Kölner Architekten Peter und Ursula Trint den Wettbewerb um ein Museum am Nordostufer des Maschsees, in dem unter anderem die vom Schokoladen-Hersteller Sprengel der Stadt Hannover gestiftete Kunstsammlung mit Hauptwerken der klassischen Moderne aufbewahrt und ausgestellt werden sollte. Zwischen 1975 und 1979 konnten sie das Bauwerk gemeinsam … Mehr lesen

Buch der Woche: Momentaufnahme 2015

Sächsische Werkschau

In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht der BDA Sachsen Monographien im Eigenverlag – mal sind es Jahrbücher, mal Anthologien ausgezeichneter Bauten von BDA-Architekten, mal Rückblicke auf das Baugeschehen in Sachsen. Nun ist ein weiterer Band erschienen, der mit dem Titel „Momentaufnahme 2015“ eigentlich schon alles sagt: Es ist eine Beschreibung des Ist-Zustandes, eine Selbstvergewisserung und Tätigkeitsbericht. Eingeleitet wird das Buch von einem … Mehr lesen

Das NS-Dokumentationszentrum in München

Im Kasten

Welche Formensprache spricht ein Erinnerungsort, der sich inmitten von negativ konnotierten Erinnerungsorten befindet? Der Neubau des NS-Dokumentationszentrums in München hat den Weg der Vermeidung gewählt: der Vermeidung jeglicher typologischer, städtebaulicher und architektonischer Annäherungen sowohl an seinen Vorgängerbau als auch an die Nachbarbebauung. Er will sich nicht einfügen, weder ins Stadtbild der Maxvorstadt noch in die axiale Anlage rund um den … Mehr lesen

Zum Tod des Architekturkritikers Dieter Bartetzko

Rekonstruktion und Chanson

„Durch Ihre Ehrung fühlt sich auch der BDA geehrt.“ Das sagte der große Max Bächer in seiner Laudatio auf die beiden ex aequo mit dem BDA-Preis für Architekturkritik 2006 ausgezeichneten Journalisten Heinrich Wefing und Dieter Bartetzko. Gestern nun ist Dieter Bartetzko im Alter von 66 Jahren gestorben. Bächer fuhr – unter Hinweis darauf, dass Bartetzko das Schlüsseljahr 1968 als 19-Jähriger … Mehr lesen

Einfamilienhaus von UNStudio

Spiel mit Innen und Außen

Das von UNStudio realisierte W.I.N.D. House fügt sich mit ungewöhnlich geformtem Baukörper in die raue Polderlandschaft Nordhollands ein und deutet technisch auf die Zukunft des Wohnens. Schon der Name des Einfamilienhauses verweist auf das Wechselspiel von Außen und Innen, der hier besonders augenfällig ist: W.I.N.D. – ein Akronym der Initialen der Bauherrenfamilie – rekurriert zum einen auf den hier ständig … Mehr lesen

LeseBuch Peter Guth

Vor dem Fall

Ein stürzender Ikarus ist auf der ersten Buchseite abgebildet – ein Holzschnitt von Wolfgang Mattheuer. Flügellos trudelt er auf eine weite, leere Landschaft hinab. In der DDR wurde dieses Motiv selten gelesen, ohne die Doppeldeutigkeit dahinter zu verstehen: ein Sinnbild für Hochmut, der vor dem Fall kommt. Und für die Vergeblichkeit (künstlerischer) Flugversuche: Übermut tut selten gut. Auch der erschöpfte … Mehr lesen

editorial

hingewürfeltes unglück

Da war’s wieder! Neulich auf Spiegel Online, Ressort Kultur. Der Kolumnenautor Georg Diez hat das Ziel erkannt: Es ist – Berlin! Irgendwie muss der Münchner, der in der Hauptstadt lebt, mit dem üblichen mentalen Verspätungsschaden am dortigen Hauptbahnhof gelandet sein. „Eine einzige Bausünde“ heißt folgerichtig sein Beitrag, der sich am Bahnhofsumfeld entzündet, dann aber zum Berlin-Bashing schlechthin wird. Dort stünden … Mehr lesen