Buch der Woche: Countryside. A Report

Wo sind die Kühe hin?

Das 21. Jahrhundert erzeugt Stadt-Land-Hybride, die sich mit traditionellen Definitionen nicht mehr fassen lassen. Die chinesische Stadt Shouguang beispielsweise ist von einer schier unendlichen Landschaft aus Gewächshäusern umgeben, deren Betreiber in Hochhäusern wohnen – und das Tahoe Reno Industrial Center in Nevada (USA) ist mit den riesigen Hallen der ansässigen Technikkonzerne so groß wie eine Metropole, aber beinahe menschenleer. Mit … Mehr lesen

Haus Böhm, Köln-Weiß, 1954 – 1955

Ein großes Vorbild

von Martin Bredenbeck Eigenes Wohnhaus Erweiterung: Gottfried Böhm, 1962 – 1965 In den ersten Jahren seiner Selbständigkeit orientierte sich Böhm, insbesondere beim Bau von Wohnhäusern, an den Formen der zeitgenössischen internationalen Moderne. Ein weiteres Beispiel ist Haus Kendler in Köln-Junkersdorf. Bauhaus und Böhm – das denkt man im ersten Moment nicht unbedingt zusammen. Die virtuosen Betonskulpturen und fröhlichen Postmodernismen, die das Hauptwerk … Mehr lesen

Buch der Woche: Mies van der Rohe – ein visionärer Architekt

Frauenheld, Trinker, Architekt

Agustín Ferrer Casas hat nach eigenem Bekunden seit seiner Kindheit Comics gezeichnet und an Wettbewerben teilgenommen. Irgendwer muss dem jungen Agustín aber wohl eines Tages eingeflüstert haben, lieber „etwas ordentliches“ zu lernen, sodass der in Pamplona geborene Casas Architektur studiert, als Architekt arbeitet und dieses Fach schließlich auch an der Universität von Navarra unterrichtet. Das Comiczeichnen hat er dennoch nicht … Mehr lesen

Symposium zu Candela, Isler und Müther an der ETH Zürich

Die Schalenbauer

Wie kaum eine andere Form hat der Betonschalenbau seit der Nachkriegszeit die Errungenschaften der modernen Architektur spektakulär in Szene gesetzt. Die Gesetze der Schwerkraft scheinen darin beinahe ausgehebelt. Als Meister dieser Konstruktionen gelten Félix Candela (1910–1997), Heinz Isler (1926–2009) und Ulrich Müther (1934–2007), deren Wirken in einem internationalen Symposium an der ETH Zürich untersucht werden soll. Die Kooperation mit der … Mehr lesen

Buch der Woche: The Architects Collaborative TAC

Grope statt Gropius

Der Rückblick auf das Bauhaus langweilte Walter Gropius schon bald, nachdem er in die USA emigriert war. Er fand eine neue Berufung – oder die Berufung fand ihn: Eine Gruppe von sieben jungen Architektinnen und Architekten überzeugte ihn 1945 in Cambridge, ihrem neu gegründeten Kollektiv mit seiner Erfahrung Rückhalt zu verleihen. Damit war The Architects Collaborative (TAC) gegründet, das in … Mehr lesen

Buch der Woche: Downtown Denise Scott Brown

Ping-Pong Partnerschaft

Sehr lange hat Denise Scott Brown auf ihre erste Solo-Ausstellung warten müssen. Erst im letzten November öffnete das Architekturzentrum Wien schließlich seine Pforten für eine große Schau ihres umfangreichen Schaffens in Architektur, Architekturtheorie und Stadtplanung, die bis vor wenigen Wochen zu sehen war. Was davon bleibt, ist der Katalog der Ausstellung, der unterhaltsam und bildreich in das Leben und Werk … Mehr lesen

Ausstellung zu Albert Kahn im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz

Von Rhaunen nach Detroit

Das Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz in Mainz zeigt ab dem 21. Februar eine Ausstellung zu Albert Kahn (1869-1942), einem der bedeutendsten Industriearchitekten der Moderne. Dass die Ausstellung in Rheinland-Pfalz stattfindet, hat eine biographische Bewandnis: Kahn wurde 1869 im Dorf Rhaunen im Hünsrück geboren. Von hier aus wanderte seine Familie 1880 in die USA aus, wo er sich schließlich in der aufstrebenden … Mehr lesen

Filmvorführung zum Pruitt-Igoe im ZfBK Sachsen

Verfallsmythos

Das Zentrum für Baukultur Sachsen zeigt am 14. November den Dokumentarfilm „The Pruitt-Igoe Myth: An Urban History“ von Chad Freidrichs, der sich mit dem sozialen Wohnungsbau der Nachkriegszeit in den USA beschäftigt. Ausgangspunkt ist dabei die Siedlung Pruitt-Igoe in St. Louis, Missouri, die durch ihre Sprengung zu einem Sinnbild für das vermeintliche Scheitern der architektonischen Moderne erklärt wurde. Nachdem der … Mehr lesen

Buch der Woche: The Last Best Hiding Place

Keine Hoffnung nirgends…

Es gibt Gegenden, in denen man nicht einmal begraben sein möchte. Der Westen der Vereinigten Staaten von Amerika könnte dazugehören. Jedenfalls, wenn man das Album „The Last Best Hiding Place“ des englischen Fotografen Tim Richmond (*1959) durchblättert. Von 2007 bis 2014 war er in den US-Bundesstaaten Montana, South Dakota, Wyoming und Utah unterwegs und hat vordergründig eine Sammlung von Tristessen … Mehr lesen

Kolloquium und Buchpräsentation in Hamburg

Peter Behrens schriftlich

Peter Behrens ist bekannt als Architekt und Gestalter von Schriften, Möbeln und Gebrauchsgütern. Er erfand das, was man später als Corporate Design bezeichnen sollte: Für die AEG entwarf er von Firmenschrift, Logo und Briefpapier über die Werkshallen bis hin zum Teekessel und Aschenbecher alles, was das visuelle Erscheinungsbild des Unternehmens prägte. Der studierte Maler trat erst in seinen Dreißigern als … Mehr lesen